Google kämpft auch gegen Mücken im Schlafzimmer

PC-Viren und Stechmücken, beides ist ärgerlich. Ein PC, der durch Viren blockiert ist, das kennt man. Noch ärgerlicher aber ist eine einzige Mücke, die dich die ganze Nacht quält.

Erst haben sie uns heimlich über die Schulter geschaut, jetzt wollen sie unser Blut vor Mücken schützen? Warum züchtet ein amerikanischer Milliarden-Konzern plötzlich Millionen Insekten? Die Tech-Giganten aus Amerika haben sich in unseren Alltag geschlichen.

Kommt Googele jetzt durchs Fliegengitter?

Zuerst nur Werbung, weil man einmal „Rheumasalbe“ oder „neue Schuhe“ gesucht hat. Jetzt reicht ihnen die digitale Welt nicht mehr. Sie drängen in die echte. In deine Wohnung. In dein Schlafzimmer. Direkt auf deine Haut.

Es ist das nächtliche Drama, das jeder kennt Sommer. Heiß. Schlafzimmertür offen. Du liegst im Bett, Augen fallen zu, Decke weggetreten. Frieden.

… und dann: Ssssummm.

Dieses fiese, feine Surren. Du erstarrst. Wo ist sie? Stille. Dann – direkt am Ohr! Wildes Schlagen in die Dunkelheit, Licht an, Fliegenklatsche gesucht. Nichts. Licht aus. Und genau dann: Es juckt schon. Drei Stiche.

Juckreiz für drei Tage garantiert. Jahrhundertelang war das einfach Natur. Nervig, aber ehrlich. Doch jetzt hat die Mücke einen Chef in Kalifornien. oogle (genauer: ihr Debug-Projekt) will in den USA 32 Millionen Mücken auf einmal freilassen. Gezüchtet in sterilen Laboren, von Robotern gefüttert, von Computern überwacht. Wie Chicken Nuggets am Fließband.

Die künstliche Mücke – vom Fließband ins Schlafzimmer

Die offizielle Story: Nur männliche Mücken mit einem gewissen Bakterium, die sich mit den wilden Weibchen paaren sollen deren Eier kaputtmachen.

Der ganz normale Mensch mit der zusammengerollten Zeitung in der Hand denkt sich nur: Ernsthaft? Ein Internet-Konzern züchtet jetzt Insekten? Stell dir vor, du hörst nachts wieder dieses Surren. Sticht die Mücke – oder lädt sie nur Updates herunter? Darfst du sie noch totklatschen, oder ist das jetzt Sachbeschädigung an Google-Eigentum?

Tipp für den Sommer

Es ist eine verrückte Welt. An Google in unseren Handys haben wir uns gewöhnt. Aber künstliche Mücken in den eigenen vier Wänden? Da hört der Spaß auf.

Deshalb der neue Tipp für den Sommer: Nicht nur den PC runterfahren. Fenster zu. Fliegengitter checken. Man weiß nie, was da draußen gerade im Tiefflug auf deine Stirn zusteuert.