Plötzlich war es von der Bildfläche verschwunden – das Szenario mit der kryptischen Bezeichnung „RCP8.5/SSP5-8.5“. Es ist von der alarmistischen Annahme ausgegangen, dass sich die Temperaturen auf diesem Globus bis 2100 um mehr als vier Grad erhöhen. Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), eine Institution der Vereinten Nationen, hat das Horrorbild kurzerhand für die Fortschreibung seiner Prognosen gestrichen. Es sei mittlerweile als „unplausibel“ anzusehen, verlautbarte aus den dortigen Reihen. Ungünstig nur, dass sich auch das deutsche Bundesverfassungsgericht genau auf diese Modellierung berief, als es 2021 die damaligen Klimagesetze als unzureichend kassierte, die Freiheit des Nachwuchses stärken wollte, indem der Kampf gegen die Erderhitzung mittelbar bis direkt zu einem Staatsziel erklärt wurde. Die kommenden Altersschichten dürften nicht über Gebühr mit den Konsequenzen aus Dürre und Flut belastet werden. Strikte CO2-Budgetierung war die Folge. Nicht zuletzt aufgrund dieses Schuldspruchs zahlen wir uns dumm und dämlich, um die Welt zu retten. Doch ist die Geschichte wieder einmal auf einer Lüge aufgebaut?
Der Weltuntergang ist abgesagt, doch die Zügel aus Karlsruhe bleiben trotzdem gespannt…
Der schlimmste Fall wird nicht eintreten, trotzdem wurde er lange von Justiz, Politik und Medien als Richtschnur betrachtet. Was wären wir ohne all den Schrecken an der Wand, hätten bei Corona wahrscheinlich auf die Impfung verzichtet, mit Blick auf die Kriegstüchtigkeit nicht Milliarden in die Rüstungsindustrie gepumpt. Und was ist die Erneuerbaren-Branche ohne den ausgetrockneten Bodensee, die steigende Tide am Deich. Staatsrechtler argumentieren nun, dass es sich Karlsruhe zu leicht gemacht hat, gutgläubig auf eine wissenschaftliche Prämisse vertraute, die von Beginn an wenig wahrscheinlich war, aber für maximale Restriktion gegenüber Berlin sorgte. Trotzdem scheint es nahezu ausgeschlossen, dass die Entscheidung zeitnah revidiert wird. Die konkreten Abwägungen zwischen Schutzpflichten und Generationengerechtigkeit einerseits, den Kosten für die Transformation und den Folgen für den Wohlstand andererseits müssten normalerweise ständig aktualisiert werden, wenn es zu neuen Erkenntnissen kommt. Dass dies nicht geschieht, ist ein riesiges Manko für das System, welches zu Glaubwürdigkeitsverlust neigt.
Es trägt zu massivem Ansehensverlust der Justiz bei, wird das Urteil nicht bald revidiert!
Denn wer soll noch Vertrauen schenken, wenn auf Grundlage von Annahmen geschlussfolgert wird, die schon für den Normalverständigen außerhalb der Vorstellungskraft liegen. Um etwas in Gang zu setzen, bräuchte es Beschwerden oder Vorlageverfahren. Die roten Roben lassen nicht erkennen, dass sie eine dramatische Kehrtwende vollziehen möchten. Wie sehr muss man sich als Abgeordneter unter diesen Gesichtspunkten noch an ein Verdikt gebunden fühlen, welches so übertrieben wie flüchtig erscheint? Es entsteht ein Spannungsbogen zwischen Rechtskraft und Sachrichtigkeit, der die Exekutive in ihren Gestaltungsmöglichkeiten einschränkt. Ohnehin ist es in einer liberalen Ordnung fehl am Platz, irgendeinen Beschluss als unantastbar zu bewerten. Selbst die Botschaften von höchster Stelle sind nicht in Stein gemeißelt, zumal sich in den Köpfen einer wachsenden Mehrheit die Einsicht durchsetzt, dass Anpassung effektiver ist denn Umbruch. Die massiven Auswirkungen eines Ökosozialismus auf die wirtschaftliche Prosperität, auf Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und dringliche Armutsbekämpfung wurden über Jahre hinweg vernachlässigt.
Studien aus jüngerer Zeit entkräften die menschliche Komponente beim Klimawandel…
Denn man trichterte uns nicht zuletzt wegen Aktenzeichen 1 BvR 2656/18 ein, dass kaum etwas wichtiger sei als Abkühlung. Dabei verstärken doch Studien zunehmend den Anschein, dass die Erzählung von der ausschließlich menschgemachten Erwärmung längst nicht mehr gehalten werden kann. Henrik Svensmark et al. machten schon 1997, zuletzt erneut 2015 auf die Korrelation zwischen kosmischer Strahlung und Ionisation der Atmosphäre aufmerksam, die Rückschlüsse auf Aerosol. und Wolkenbildung zulassen. Nir Shaviv erarbeitete 2003 und 2008 dezidiert, dass die solare Aktivität die Klimasensitivität relativiere, Willie Soon et al. bestätigte diese Befunde ausdrücklich, um die anthropogenen Anteile an den Temperaturschwankungen zu minimieren. Wu et al. publizierten 2019, wonach natürliche Variabilitäten in der atlantischen und pazifischen Multidekade die südliche Oszillation als primären Treiber für momentane Wetterveränderungen entlarven. Die Bedeutung des zivilisatorischen CO2, mit vier Prozent im Kreislauf fast bedeutungslos, rückt damit in den Hintergrund, weil sich empirische Evidenz am Ende gegen Panikmache durchsetzt.























