Peinliches CDU-Manifest für Erhalt deutschen Liedguts: Statt abzuschreiben nutzt der “Plagiats-Voigt” jetzt KI

Mario Voigt und Sven Schulte, die CDU-Ministerpräsidenten von Thüringen beziehungsweise Sachsen-Anhalt, haben einen Missstand entdeckt, der ihrer Meinung nach unbedingt bekämpft werden muss – nämlich, dass im Radio nur noch drei Prozent deutsche Musik gespielt wird! Um das heimische Liedgut zu retten, haben sie in der „Welt“ ein Manifest veröffentlicht, in dem sie klarstellen, dass Musik mehr als nur Unterhaltung sei. Was dem Ganzen dabei die Krone des Irrsinns aufsetzt: Beide Staatskanzleien mussten mittlerweile zugeben, dass dieses von KI erstellt wurde. Dies flog auf, weil viele Leser eben diesen Verdacht aufgrund der teils wirren, extrem gestelzten und sterilen Sprache von Anfang an vermutet hatten. Offenbar hatte man sich also nicht einmal die Mühe gemacht, irgendeinen der zahllosen hochbesoldeten Referenten und Regierungsbeamten zu bemühen, den KI-Text zu “polieren“ und etwas menschlicher wirken zu lassen, sondern einfach die bequemste Copy-Paste-Masche genutzt.

Und wieder steht im Zentrum dieser Peinlichkeit ausgerechnet Voigt, dem zu Jahresbeginn von der TU Chemnitz der Doktortitel entzogen wurde, weil ihm vom österreichischen Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber über 100 Plagiate nachgewiesen wurden. Der lässt nun also unter seinem Namen einen mit KI erstellten Text veröffentlichen, ohne dies auch nur zu erwähnen, was die Frage aufwirft, wie instinktlos ein Politiker eigentlich sein kann. “Plagiatsjäger” Weber hat im  im Auftrag der AfD inzwischen Gutachten erstellt, das ihm sogar 265 Plagiate vorwirft. Es ist unglaublich, dass jemand, dessen Ruf ausgerechnet wegen seines Umgangs mit Texten so gründlich ruiniert ist, nun auch noch meint, ein derartiges Pamphlet heraushauen zu müssen, das nicht nur inhaltlich peinlich ist, sondern auch noch offenkundig nicht einmal von ihm selbst -oder zumindest einem menschlichen Mitarbeiter- verbrochen wurde. Diese Farce offenbart einmal mehr den völligen intellektuellen und moralischen Bankrott der CDU und ihres „Spitzenpersonals“, dem offensichtlich jeder innere Kompass abhandengekommen ist.

Jahrelange Abschaffung von Heimat und Deutschland – und jetzt plötzlich Kulturkonservatismus?

Was das Manifest inhaltlich anbelangt, so kann man dieses nur noch als absurde und schizophrene Verhöhnung der deutschen Kultur und Bürger: Über deutsches Liedgut und deutsche Musik im Radio heißt es da: „Sie ist Sprache, Identität, kulturelles Selbstverständnis. Sie sagt uns, wer wir sind. Und deshalb müssen wir uns eine einfache, aber entscheidende Frage stellen: Wie hörbar ist dieses ‚Wir‘ eigentlich noch?“. Das meinen mit Voigt und Schulze zwei Ministerpräsidenten der linksten und vaterlandslosesten Union aller Zeiten. Allein dieser Auftakt ist schon eine einzige Unverschämtheit: Ausgerechnet CDU-Ministerpräsidenten, die seit über zehn Jahren dabei zusehen, wie das deutsche „Wir“ durch Massenmigration zerstört wird und die jeden, der auf deutscher Identität besteht, als Rechtsextremisten abstempeln, sorgen sich nun plötzlich um das deutsche Liedgut.

Dass dieses im Radio immer mehr zurückgehe, sei kein Zufall, barmen Voigt und Schulze – sondern das Ergebnis von Strukturen, „die das Globale begünstigen und das Eigene leiser werden lassen, heißt es weiter. „Doch was einmal galt – Johann Sebastian Bach aus Eisenach, Georg Friedrich Händel aus Halle – gilt heute genauso: Kulturelle Stärke entsteht, wenn Herkunft und Gegenwart zusammenkommen. Von Clueso aus Erfurt bis Tokio Hotel aus Magdeburg. Diese Kontinuität ist keine Nostalgie. Sie ist Argument“, schwadronieren die beiden weiter. Länder wie Frankreich, Kanada und Australien würden gezielt auf die Sichtbarkeit eigener Stimmen setzen – und zwar „nicht aus Abschottung, sondern aus Überzeugung. Denn Sichtbarkeit entsteht nicht von allein. Sie ist eine Entscheidung“. Die eigentliche Frage sei, wer die Rahmenbedingungen der digitalen Kulturwirtschaft von morgen gestalte? Für Voigt und Schulze ist klar, dass es nicht um staatliche Quoten gehe. Die Rundfunkfreiheit sei ein hohes Gut. Die Zahlen würden jedoch belegen, dass dieser Rückgang das Ergebnis freiwilliger Marktentscheidungen sei – nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Geschäftslogik.

Altbackene und abgedroschene Wortstanzen

Deshalb reiche Appell allein nicht. Es brauche Gestaltung in Form neuer Formate, gezielter Förderung und Kooperationsmodellen zwischen Rundfunk, Musikbranche und Festivals. Das sei keine Regulierung, sondern Verantwortung. Ein konkretes Bekenntnis zu dieser Verantwortung wäre eine freiwillige Selbstverpflichtung des Rundfunks, die auf mehr Sichtbarkeit abzielt. Sie fordern eine regelmäßige transparente Offenlegung über die Entwicklung des Anteils deutschsprachiger Musik im Programm. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe den gesetzlichen Auftrag, kulturelle Vielfalt abzubilden – und dazu gehöre unsere Sprache. Deshalb erwarte man auch, dass das in Programmplanung und Formatentwicklung sichtbar werde. Thüringen und Sachsen-Anhalt stünden für eine Kulturgeschichte, „die weit über ihre Grenzen strahlt: Weimar und Halle – Orte, an denen deutschsprachige Kultur nicht nur bewahrt, sondern immer wieder neu erfunden wurde. Diese Tradition verpflichtet. Und sie gibt uns das Recht, klar zu sagen, was wir meinen“, heißt es weiter. Mehr deutschsprachige Musik verdränge keine internationale Qualität. Gerade in einer Zeit, in der vieles globaler, schneller und austauschbarer werde, wachse das Bedürfnis nach Orientierung. Unsere Sprache und Kultur sei ein solcher Anker. Sie schaffe Zugehörigkeit, ohne auszuschließen, stifte Identität, ohne abzuschotten. Diese Debatte sei eine Frage kultureller Selbstbehauptung. Nur wer eine eigene Stimme habe, könne auch im Konzert der Welt gehört werden.

Man kann sich nur fragen, was die beiden Ost-Landeschefs geritten hat, dieses bizarre Geschwafel ausgerechnet jetzt abzusondern. Erwarten Voigt und Schulze mit diesem verlogenen Bekenntnis zur deutschen Kultur, die ihre eigene Partei seit Jahren als Komplizin der Linken auslöscht und verächtlich macht, tatsächlich, sich wirksam gegen die AfD profilieren zu können, indem sie mehr deutsche Musik im Radio fordern? Und das auch noch, wo Musik heutzutage nur noch zu einem Bruchteil über Radio konsumiert wird. Es sind uralte, abgedroschene Forderungen, die die beiden Ministerpräsidenten hier aus der Mottenkiste holen und sich damit lächerlich machen. Der Text wirkt insofern, als sei er mindestens 30 Jahre alt. (TPL)