AfD-Prominenz mit Love Priest: Klare Worte am Mittwoch Abend in Düren (Fotos:Volkmer)
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Aufbruch für Deutschland: Riesenandrang bei AfD-Event in Düren mit Chrupalla und Vincentz – „Love Priest“ Tim Kellner mit Knallhart-Rede

von Bernd Volkmer

Ein Ruck der Veränderung statt Denkmalschutz für das Establishment – und ein echter Aufbruch für Deutschland: Das ist es, was dieses Land braucht – und genau das war vorgestern Abend Thema in Düren. Man hatte es ja geahnt – doch nun ist es amtlich: Die Hütte brennt, und zwar lichterloh. Wer dachte, in der beschaulichen Nordeifler Stadt an der Rur würden am Vorabend von Fronleichnam nur die Grillwürstchen anbrennen, wurde eines Besseren belehrt.

Denn im Winkelsaal von Schloss Burgau brannte das „Feuer der Nation“ so heiß, dass selbst der historische Denkmalschutz kurz vor dem Herzinfarkt stand. Das Motto des von der AfD NRW ausgerichteten Abends? „Zukunft NRW – Zukunft AfD“. Ein Slogan wie ein Versprechen – oder eben eine Drohung, je nachdem, auf welcher Seite der Hecke man stand.

Die volle Besatzung beim Löschzug

Die Crème de la Crème der politischen Feuerwehr war angerückt, um sich der Löschung des lodernden Großbrands im Lande zu verschreiben. Mit im Löschzug: Tino Chrupalla, Sascha Lensing, Dr. Martin Vincentz, Klaus Esser und Tim Kellner alias “Love Priest. Ein Aufgebot, bei dem der durchschnittliche Polit-Feinschmecker ehrfürchtig das Besteck fallen lässt.

Der Andrang war verständlicherweise gigantisch: Fast 800 Anfragen bei 450 Plätzen! Die Veranstalter mussten viele Enthusiasten wegschicken. Ein echtes Drama: Da will man einmal live dabei sein, wenn Deutschland gerettet wird, und dann scheitert es an den Brandschutzauflagen des Winkelsaals. Tragisch.

Die heilige Hecke als Schutz vor der Apokalypse

Draußen, auf dem vorderen Teil des Parkplatzes, fand schon ab 16 Uhr das statt, was der feinsinnige Beobachter gerne als „links-grünen Spuk“ bezeichnet. Das bewährte Ensemble aus Trillerpfeifen und Sprechchören gab sein Bestes. Doch die Organisatoren hatten ein geniales Einsehen mit der Ästhetik des Abends: Eine majestätische, bis zu drei Meter hohe heilige Hecke trennte beide Welten.

War das etwa der Botanische Verfassungsschutz? Eine Hecke als Bollwerk der Zivilisation – jenseits das Pfeifkonzert, diesseits die Rettung des Abendlandes? Man kann der Burgauer Schlossgärtnerei für dieses grüne Wunderwerk der Deeskalation gar nicht genug danken. Doch pünktlich um 18 Uhr hatte es sich ausgetrillert. Anscheinend reichte die Puste nur für zwei Stunden – oder die Demonstrationszulage war abgearbeitet.

Zwischen Aufbruchstimmung und saurer Milch

Im Schlosshof bot sich sodann das wahre, unzensierte Bild des normalgebliebenen Deutschlands. Ein bunter Querschnitt der Bürgerschaft – von Jung bis Alt, von Weiß bis Schwarz, ob Frau oder Mann. Ein wahres Festival ohne verordnete Diversität, dafür mit Deutschland-Sticker am Revers. Als Erstes lief mir Serge Menga über den Weg, wie immer mit einem Lachen auf den Lippen. Zwei Dinge suchte man hier allerdings vergeblich, Kopftücher (die waren vermutlich an der Hecke hängengeblieben) und Regenbogenfahnen – wenn wohl auch vor allem wegen der Gefahr von Windböen auf dem Schlosshof.

Warum das Ganze? Weil die Gesellschaft aufwacht! Wer dachte, nach dem Cum-Ex-Kanzler des kollektiven Gedächtnisverlusts könne es nicht schlimmer werden, wird nun vom Kanzler der gebrochenen Wahlversprechen eines Besseren belehrt. Die politische Resterampe Berlin liefert jeden Tag verlässlich. Nicht nur in Düren steht man bereit, den Schutt wegzuräumen.

Wahres Hochamt der Ausdauer

Mit der obligatorischen, fast schon traditionellen Verspätung startete ein wahres Hochamt der Ausdauer. Ein Sechs-Reden-Marathon. Sechs! Das ist die politische Variante von Iron Man, nur dass am Ende nicht gelaufen, sondern verbal ausgeteilt wurde. Der Saal bebte vor einem ganz bestimmten Gefühl: Aufbruch! Sprich: Dem Wunsch nach einem Ruck. Einem Ruck, der das Land so gründlich durchschüttelt, dass die Altparteien vor Schreck in Deckung gehen.

Für den ersten intellektuellen Twist des Abends sorgte der Landesvorsitzende Dr. Martin Vincentz. In einem Akt subtiler Ironie vollbrachte er das Kunststück, ausgerechnet das ewige Feindbild der eigenen Anhänger – Angela Merkel – zu loben. Warum? Weil die Altkanzlerin eine visionäre Seherin war! Sie hat schließlich schon vor Jahren erkannt, dass Friedrich Merz so viel Kanzlerformat besitzt wie eine leere Packung Toilettenpapier. Wenn die Feindin deiner Feinde recht hat, wird sie eben kurzzeitig zur Kronzeugin der Wahrheit befördert.

Hart an der Grenze zur Ekstase

Den humoristischen Zenit erreichte jedoch Tino Chrupalla mit einer zoologisch-kulinarischen Abrechnung mit der FDP. Nach deren jüngster Wahlschlappe goss er puren Spott über Marie-Agnes Strack-Zimmermann aus. Seine messerscharfe Analyse: Wer diese Frau wählt, wählt den häuslichen Super-GAU. Zitat: „Stellt euch vor, ihr sitzt mit so einer Frau am Tisch, da wird doch die Milch sauer, der Hund geht in Deckung und der Wellensittich fliegt durch das geschlossene Fenster.

Man lernte an diesem Abend: Die FDP ist nicht nur politisch angeschlagen, sie ist auch eine Gefahr für Haustiere und Molkereiprodukte; ein wahres biologisches Kampfstoff-Szenario am Frühstückstisch! Chrupallas rhetorisches Meisterwerk entfesselte im Saal jedenfall seine Welle der Begeisterung, die hart an der Grenze zur Ekstase kratzte. Stehende Ovationen! Sprechchöre! „Tino, Tino!“-Rufe hallten durch den Saal, als hätte er gerade eine Runde Freibier ausgegeben.

Der Mythos der Wiederauferstehung aus Würselen

Der aus dem Lippischen angereiste reichweitenstarke Youtuber Tim Kellner alias „Love Priest“ nahm kein Blatt vor den Mund und rechnete gnadenlos mit Deutschlands unqualifizierter und gegen die Interessen des eigenen Landes gerichteten Politikerkaste ab. Die Kernbotschaft seiner immer wieder von Applaus unterbrochenen Rede: “Deutschland ist nicht verhandelbar!

Doch was wäre eine politische Bewegung ohne ihre eigenen Legenden? Auftritt: Jürgen Klever aus Würselen. Ein Mann, der den Begriff „Parteisoldat“ so wörtlich genommen hat, dass die moderne Medizin an ihre Grenzen stößt. Seit zehn Monaten fesselt ihn ein Unfall im Dienst der Sache an den Rollstuhl – doch die Biologie hat die Rechnung ohne den unbändigen Willen Klevers gemacht, denn in Düren wurde das Wunder Wirklichkeit: Er ist einfach aufgestanden! Gut, es fehlt ihm jetzt ein Bein – aber er steht! Wie eine deutsche Eiche, nur eben mit etwas weniger Bodenhaftung. Ein medizinisches Wunder, angetrieben von reinem Parteigeist!

Selfie des Aufbruchs: Der “Geist von Schloss Burgau

Am Ende blieb das Gefühl, Zeuge von etwas ganz Großem gewesen zu sein. Hunderte Menschen spürten ihn ganz deutlich: den Geist. Oder zumindest die kollektive Entschlossenheit, das Land einmal kräftig umzudrehen. Denn wenn alles erst mal vom Kopf auf die Füße gestellt ist, steht es fest auf dem Boden – und die Welt sieht aus der Perspektive eines traumatisierten Wellensittichs gleich viel spannender aus. Bevor die Revolution das Land endgültig umkrempelt, musste natürlich das Wichtigste erledigt werden: die Social-Media-Dokumentation. Großer Andrang herrschte beim Selfie-Shooting auf der Bühne. Mit deutscher Disziplin stellten sich die Besucher artig an. Wann hat man schließlich schon mal die Gelegenheit, den Bundesvorsitzenden so nah vor die Linse zu bekommen, dass man das Polyester seines Anzugs riechen kann? Ein Bild für die Enkel – oder zumindest für die Familien-WhatsApp-Gruppe.

Der “Geist von Schloss Burgau” ist nun entfesselt! Die besten Zeiten für Deutschland werden kommen. Das Ende der Kartellparteien naht unaufhaltsam – ihnen steht der Entzug der Fleischtöpfe kurz bevor. Man sieht sie förmlich vor sich, die etablierten Politiker, wie sie panisch ihre Diäten umklammern, während die AfD-Karawane ungerührt an den heulenden Wölfen vorbeizieht.

Es muss anders werden

Um es mit den Worten des alten Georg Christoph Lichtenberg zu sagen, den ich für anlässlich des vorgestrigen Abends erneut bemühen möchte: „Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser wird, wenn es anders wird, aber soviel kann ich sagen: Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.

Ob es allerdings wirklich besser wird, wenn die Hecke irgendwann fällt – das bleibt das spannende Geheimnis der nächsten Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 25. April 2027. Bis dahin bleibt das Schloss Burgau erst einmal das Epizentrum des gepflegten Vulkanausbruchs.

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Lesen Sie hier auch den Ansage!-Artikel des Autors vom 5. September 2025 zu einer weiteren Wahlkampfveranstaltung der AfD in Düren!

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