Energiewende, Green Deal, Verbrennerverbot – die Politik der EU-Kommission „wirkt“. Nun warnte die EU-Beschäftigungskommissarin, dass in der Union rund 1,3 Millionen Arbeitsplätze aufgrund der politischen Entwicklung wegfallen könnten. Doch in Brüssel windet man sich, die eigenen Fehler einzugestehen. Schuld soll vordergründig der Krieg im Nahen Osten sein.
Kommissarin besieht kaputten Jobmarkt
In der EU gibt es Kommissare für alles – mehr Kommissare gab es vermutlich nur in der Sowjetunion – auch, wenn die meisten Bürger viele Namen wahrscheinlich noch nie gehört haben. So dürfte es auch vielen mit der EU-Kommissarin für Beschäftigung Roxana Minzatu gehen. Seit Seit 2024 ist sie offiziell Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Menschen, Qualifikationen und Vorsorge sowie Kommissarin für Bildung und für hochwertige Arbeitsplätze und soziale Rechte.
Nun warnte sie vor einem dramatischen Verlust von Arbeitsplätzen in der Europäischen Union. Wie Medien berichten, erklärte sie auf einer Pressekonferenz, im Zuge der Vorstellung des “Frühjahrspakets” 2026 im Rahmen des Europäischen Semesters, dass 1,3 Millionen Jobs in Europa gefährdet seien.
Iran-Krieg als kreative Ausrede
Und Schuld an der Misere sollen der Iran-Krieg und die daraus folgenden Verwerfungen im Nahen Osten sein. So erklärte Minzatu: „Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind bis zu 1,3 Millionen Arbeitsplätze gefährdet, vor allem in energieintensiven Branchen.“ Und sie warnt auch weiter vor steigenden Energiekosten: „Ich möchte auch betonen: Steigende Energiekosten treffen Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders hart. Deshalb empfehlen wir allen Mitgliedstaaten gezielte Maßnahmen, um verletzliche Gruppen zu unterstützen.“ Doch bei Betrachtung der genaueren Zahlen fällt auf, dass das Debakel im Nahen Osten kaum ausschlaggebend für die Warnung sein kann.
Stellenabbau geht „nur“ weiter
Denn betroffen sind, wie selbst Minzatu ausführte vor allem energieintensive Branchen – oder auch jene, die die EU mit ihren Vorgaben und Verboten selbst ruinierte. So könnten in der Automobilindustrie bis zu 600.000 Stellen wegfallen. Weitere 56.000 Arbeitsplätze wackeln im Bausektor, der Metall- und Chemieindustrie sowie im Transportbereich. Zudem sind sogar 85.000 Stellen in Batterieprojekten und knapp 59.000 in der Solarfertigung gefährdet und weitere 4.500 Stellen im Stahlsektor. Dies, so die EU liege vor allem eben am Iran-Krieg, der nach neuesten Prognosen die Inflation nach oben treibe und das Wirtschaftswachstum in Europa verringere.
Fake-News aus Brüssel
Doch es ist nicht allein der Iran-Krieg, auf den sich Brüssel nun dankbar herausredet. Zuletzt zeigte eine Analyse des deutschen Statistischen Bundesamtes, dass im Zeitraum zwischen März 2022 – dem Beginn des Ukraine-Krieges – und dem März 2026 die Produktion in den energieintensiven Industriebereichen in Deutschland um 15,2% zurückging. Der Beschäftigungsrückgang betrug im gleichen Zeitraum 6,3 Prozent oder 53.000 Menschen, die in diesen Industriezweigen weniger beschäftigt wurden.
In der Erhebung dürfte der Iran-Konflikt also noch kaum eine Rolle gespielt haben, vielmehr zeigte sich, dass die energieintensive Industrie von den hohen Energiepreisen seit dem Beginn des Ukraine-Konflikts und der nachfolgenden Politik der Sanktionen gegen Russland besonders getroffen wurde (siehe hier).
EU-gemachte Krise der Automobilindustrie
Auch die Krise in der Automobilindustrie lässt sich kaum auf das US-iraelische Iran-Debakel zurückführen, dieses dürfte die bestehenden Krisen lediglich etwas verschärfen. Aber Werkschließungen, Massenentlassungen und massive Gewinneinbrüche sind in der Automobilbranche seit Jahren an der Tagesordnung. Allein zwischen 2019 bis 2025 seien schon 100.000 Arbeitsplätze in der Automobilbranche verloren gegangen, erklärte zuletzt die Chefin des Verbands der Deutschen Automobilindustrie (VDA) Hildegard Müller.
Sie warnte weiter: „Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen, also etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen.“ Und Müller kritisierte weiter: „Mit der Ambition, ab 2035 keine Verbrenner mehr zuzulassen, sind wir weltweit so gut wie allein.“ Nötig seien stattdessen „Flexibilisierungen und Technologieoffenheit auf dem Weg zur Klimaneutralität“.
Die Hoffnung: Damit könnte man rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland erhalten, kritisiert Müller verspätet die Eingriffe in den Markt von Seiten der EU und Berlin (siehe hier). Verbrennerverbote, CO2-Steuern und Flottenbegrenzungen für die Konzerne durch die EU schaffen seit Jahren das, was Brüssel nun der Iran-Krise zuschreibt.
Stahlindustrie und Russlandsanktionen
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Chemie- und Stahlindustie, die ebenfalls zu den energieintensiven Branchen zählen. Abwanderung aufgrund schlechter Standortbedingungen, hohe Energiekosten, die schon seit 2022 aus Russlandsanktionen herrühren, Produktionsstopps durch die völlig verfehlte Energiewende und den Green Deal der EU gibt es auch nicht erst, seit der Energiepreise durch die Sperre der Straße von Hormus wieder anstiegen. Denn die Rekordpreise aus der Zeit nach Beginn des Ukraine-Krieges wurden bisher kaum mehr erreicht.
Aber in Brüssel versucht man nun einmal mehr die Bürger für dumm zu verkaufen und hofft wohl auf ein mehr als kurzes Gedächtnis, wenn man eine seit Jahren sich entwickelnde Krise versucht mit jüngsten Entwicklungen zu begründen und die Schuld anderen in die Schuhe schieben will, die mit ihren Aktionen die eigenen hausgemachten Probleme zwar weiter verschärfen, aber kaum ursächlich dafür sind. Denn mit einer starken Wirtschaft und einer breit aufgestellten Energieversorgung, jenseits von Importverboten von Gas und Öl aus Russland, Atomausstieg, Green Deal, Verbrennerverbot, CO2-Steuern & Co. wäre man auch in der derzeitigen Iran-Krise resilenter.
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Dieser Beitrag erschien zuerst auf “Der Status“






















