Der anhaltende Höhenflug der AfD in sämtlichen Wahlen und Umfragen treibt das taumelnde Establishment zunehmend in den Wahnsinn. Anders sind die aberwitzigen Äußerungen von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer nicht mehr zu erklären, die er nun in einem Interview mit dem „Spiegel“ absonderte. Die AfD werde „noch in dieser Legislaturperiode zusammenfallen wie ein Soufflé“ und zwar, weil ihr „die moralische und intellektuelle Substanz“ fehle, orakelte er. Die AfD mache machtpolitisch nichts richtig, sagte Weimer allen Ernstes über die Partei, die seit Monaten unangefochten auf Platz eins der Umfragen liegt, ihren Vorsprung immer weiter ausbaut, in Ostdeutschland längst Volkspartei ist und sich anschickt, bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt im September die absolute Mehrheit zu erreichen. „Wenn es uns, der Politik und den relevanten gesellschaftlichen Milieus im Zentrum der Republik gemeinsam gelingt, das Land zu reparieren, dann wird dieser Schmerzausdruck – und nichts anderes ist das Wahlverhalten der AfD-Wähler – auch nachlassen“, faselte Weimer.
Und weiter: Wenn das nicht gelinge, werde Deutschland “nach rechts” abrutschen. „Wir erleben gerade einen ,Defining Moment‘ in der Geschichte unserer Republik“, meint er. Es gehe nicht nur um irgendeine rechtspopulistische Bewegung, sagt Weimer, sondern um „die innere Verfasstheit der Republik“. Der Aufstieg der AfD habe einen republikverändernden Charakter bekommen“. Darum müsse man sie durch eine bessere Politik von der Macht fernhalten. Weiter schwadronierte er, das Verhalten der AfD sei zersetzend. „Die Instrumente der Desintegration, die Polarisierung, der Hass und die Hetze, ihr Kommunikationsverhalten, ihre inhaltliche Konfiguration – das alles ist destruktiv und abschreckend. Da gibt es nichts, was man sich abgucken könnte“. Die „Menuettkämpfe“, die zwischen alten Linken und alten Konservativen immer noch ausgefochten würden, seien „grotesk unbedeutend gegenüber dem riesigen Kulturkampf, den wir in Wirklichkeit führen. Gegen eine AfD, die jetzt bei 40 Prozent im Osten liegt“, so Weimer.
“Leitbildhaft unterzuckerte“ Mitte
Die Menschen links und rechts würden auf dem Fundament der Aufklärung stehen, die AfD sei aber nur von Ressentiment und Autoritarismus getrieben. Er verstieg sich gar zu der hanebüchenen Bemerkung, sie habe „keine moralische Mutter“! Kalter Verfassungspatriotismus reiche nicht mehr. Es brauche mehr“, meint Weimer. Die Mitte sei „leitbildhaft unterzuckert“. Man habe sich abgewöhnt, „geistige Orientierungsfahnen hochzuziehen.“ Das „Gehäuse der Bürgerlichen“ sei „immer die Eigentlichkeit, nicht die Möglichkeit“.
Dieses bizarre Geschwurbel eines Pseudo-Intellektuellen liest sich wie die Fieberphantasien eines Wahnsinnigen. Man kann kaum noch glauben, dass jemand, der solchen ausgemachten Unsinn mit heiligem Ernst von sich gibt, noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist. Weimer fabuliert hirnrissige Worthülsen zusammen, die selbst den „Spiegel“ zu dem ironischen Einwurf: „Was auch immer das heißen mag“, veranlassten. Dieses Gefasel aus dem Innenraum eines immer schneller erodierenden Machtkartells erinnert mehr und mehr an das SED-Regime von 1989. Weimers Einlassungen offenbaren einen völligen Realitätsverlust. Es zeichnet sich ab, dass nicht die AfD „noch in dieser Legislaturperiode zusammenfallen wird, wie ein Soufflé“, sondern die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD, die das Vertrauen des Großteils der Bevölkerung endgültig verloren haben. Weimers „Kulturkampf“ besteht nur aus peinlich-lächerlichen Phrasen, die zeigen, dass der Apparat, dem er angehört, nicht nur politisch und moralisch, sondern auch intellektuell völlig am Ende ist. Sie sind das Dokument eines totalen Zusammenbruchs und zumindest in dieser Hinsicht geradezu historisch, zeigen sie doch eindringlich, in welchem mentalen Zustand sich die abgehalfterte Kaste befindet, die dieses Land ruiniert hat. (TPL)






















