Idiotische Umbenennungen statt geschichtlicher Bildung und Einordnung: Die Cancel-Culture depriviert Deutschland seiner Historie (Symbolbild:Imago)
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Umbenennung des Hindenburgdamms: Linke können nur canceln, aber nichts Neues schaffen

Die Politik in diesem Land wird zwar keinem der existenziellen Probleme mehr Herr, die sie selbst verursacht hat, wenn es darum geht, die eigene Geschichte auszulöschen, zeigt sie aber immer noch Handlungsfähigkeit. Kurz vor der Feier seines 100-jährigen Bestehens, hielt es man es nun für geboten, den Hindenburgdamm auf Sylt in „Syltdamm“ umzubenennen. Dabei handelt es sich um die Bahnverbindung vom Festland zur Insel, deren Einweihung such nächstes Mal zum 100. Mal jährt. Dies gaben die Gemeinde Sylt und das Jubiläums-Organisationsteam am vergangenen Montag bekannt.

Hintergrund ist natürlich, dass der Generalfeldmarschall und Reichspräsident Paul von Hindenburg (1847-1934) Adolf Hitler 1933 zum Reichskanzler ernannte und auch sonst als böser Rechter gilt, dessen Name als schwere Belastung für öffentliche Plätze gilt. So fragwürdig Hindenburgs Rolle bei der “Machtergreifung” war: Immerhin ist er bis heute das einzige vom deutschen Volk jemals in freier Abstimmung direkt gewählte Staatsoberhaupt der Geschichte. Der Hindenburgdamm erhielt seinen Namen überdies, weil Hindenburg bei dessen der Einweihung am 1. Juni 1927 zugegen war und Reichsbahn-Präsident Julius Dorpmüller vorschlug, der Reichspräsident solle als Namenspatron fungieren. Dies hält man im heutigen Deutschland, das angeblich so viel aus seiner Geschichte gelernt hat, 99 Jahre später für nicht mehr tragbar und vollzog mit großem öffentlichem Getöse die Umbenennung.

Von Blücher bis Kaiser Wilhelm

Auch anderswo zeigte sich dies bereits: Etwa in Münster hat man diesen historischen Exorzismus mit besonderem Eifer vollzogen: Die Stadt benannte ihren Hindenburgplatz in Schlossplatz und die Hindenburgkaserne in „Unteroffizier-Friederike-Krüger-Kaserne“ um. Und auch die Westfälische-Wilhelms-Universität wurde 2023 von ihrem ungeliebten Namensgeber, Kaiser Wilhelm II., befreit und firmiert nun unter dem gebührend neutralen Namen „Universität Münster“. Auch sonst nennt man im ganzen Land fieberhaft Straßen, Schulen und Plätze um, weil man die bisherigen Namensgeber für historisch vorbelastet hält.

In Berlin wurde kürzlich nach 162 Jahren der Blücherplatz umbenannt, weil man den preußischen Feldmarschall der Befreiungskriege gegen Napoleon für problematisch hält. Eine von der Stadt München beauftragte Kommission hatte 2020 nicht weniger als 370 „problematische“ Namensgeber von Straßennamen ausgemacht, darunter Franz Josef Strauß, Christoph Kolumbus, Werner von Siemens, Erich Kästner, Arthur Schopenhauer und Ludwig Thoma. So gut wie jeder, der irgendetwas zur deutschen und westlichen Kultur beigetragen hat, steht im woken Wahn unter Verdacht. Auch dies ist ein Ausdruck für den Selbsthass, der den ganz Europa zugrunde richtet. (TPL)

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