In diesem Land soll möglichst alles “sichtbar” gemacht werden – von Vielfalt, Buntheit, Demokratie, Minderheiten bis Randmilieus –, während unliebsame Realitäten lieber unsichtbar gemacht werden. Defizite in der “Sichtbarmachung” des spätdekadenten Totalzerfalls und Kulturabbaus in diesem Land bestehen eigentlich keine, doch in den höchsten Repräsentationsgebäuden dieser defekten Republik erkennen die politischen Hausherren diesbezüglich anscheinend noch Nachholbedarf. So auch im Amtssitz des Staatsoberhaupts, Schloss Bellevue: Da dieses nun für mehrere Jahre und hunderte Millionen Euro luxussaniert wird, stellte Frank-Spalter Steinmeier einige der Räumlichkeiten für eine Ausstellung zur Verfügung, die unter dem Titel „Freiraum Kunst – Akademie der Künste goes Bellevue“ läuft und zum Ziel hat, den Amtssitz des Bundespräsidenten vom 13. bis 28. Juni 2026 in eine “Pop-up-Galerie” zu verwandeln.
Offenbar hatte man im ersten Wort den zweiten Konsonanten überlesen – denn in die Schlagzeilen geriet das angebliche Kunstprojekt mit einer Skulptur, die mehr mit “Po up“ als “Pop-up” zu tun hat. Bei diesem angeblichen Highlight – besser Tiefpunkt – handelt es sich um das Machwerk der “Künstlerin” Alexandra Bircken: Ein Bronzeabguss des Torsos einer japanischen Sexpuppe, die auf allen Vieren kniet und ihr Hinterteil direkt in Richtung des ehemaligen Dienstzimmers des Präsidenten präsentiert, samt geweitetem Analsphincter auf Augenhöhe. Selbst der “Spiegel”, ansonsten für jeden Zeitgeist-Scheiß zu haben, titelt irritiert: “Frank-Walter Steinmeier holt sich eine Sexpuppe ins Schloss Bellevue. Muss das sein?“
Ein hochgereckter Anus als Teil der “demokratischen Debatte”
Die Antwort auf die rhetorische Frage: Ja, in dieser degenerierten und selbsterodierenden Gesellschaft muss es das wohl. Die Ausstellung will Kunst ganz offen als, na was wohl, “essenziellen Teil der demokratischen Debatte” feiern – wie Steinmeier selbst betont. Dafür ist ein hochgerecktes Arschloch doch eigentlich ganz passend. Auch wenn eine explizit pornographisch anmutende Skulptur in einem repräsentativen Staatsgebäude weniger wie tiefgründige “Kritik am männlichen Blick” oder an der “Objektifizierung von Frauenkörpern” wirkt (wie Bircken es offenbar intendiert), sondern eher wie eine billige, abstoßende, unästhetische Provokation. In einem Land ohne Würde, ohne Stolz, ohne Erhabenheit sind erhebende Werke oder Schauwerte verpönt. Dafür gibt es Arschlochkunst.
Auch andere Werke der Schau – darunter Fotografien von Wolfgang Tillmans, ein Hauch von Personenkult in Form einer Miniatur-Steinmeier-Figur von Karin Sander im Maßstab 1:5 oder SOS-Signale in der Nacht wirken so orientierungslos und konfus wie dieses fragmentierte Deutschland insgesamt. Ein bunter Mix ohne Verbindendes, ohne Identität, ohne Botschaft. Dass in diesem belanglosen Rauschen eine Sexpuppe heraussticht – wenn auch nicht durch künstlerische Raffinesse, sondern durch ihre Positionierung und die Materialwahl – spricht Bände. Obwohl die subversive Symbolik der Entwürdigung und Enthoheitlichung dieses Landes Rechnung trägt, passt der Bronzeabguss einer Massenware aus dem Sexspielzeug-Markt zum neoklassizistischen Prachtbau Bellevue in etwa genauso gut wie der ehemalige DDR-Propagandist und einst vollbärtige sozialistische Dogmatiker Steinmeier ins höchste Staatsamt.
Eines Shitholes würdig
In Zeiten, in denen den einheimischen Bürgern dieses Deutschland immer fremder wird und indem sie sich mit Inflation, ideologischer Bevormundung und Verteuerung, Migration und gesellschaftlicher Spaltung herumschlagen müssen, passt die Dekadenz und Schamlosigkeit von Birckens Torso, eines Shitholes würdig, perfekt zum Wirklichkeitsverlust einer weltfremd-abgehobenen, zivilisationsmüden, linken Créme mit ihren woken Obsessionen. Während überall im Land die Bismarck-, Hindenburg- und Blücherdenkmäler gestürzt und weggecancelt werden, grüßt in Bellevue die Kimme. Willkommen in Kapputistan.
Georg Padzerski kommentiert auf X: “Das deutsche Volk wird nicht nur finanziell gefi**t – sondern jetzt auch noch symbolisch direkt im Eingangsbereich des Bundespräsidenten… Die selbsternannten Eliten finden das vermutlich noch tiefsinnig. Willkommen in der dekadenten Endphase einer Republik, die offensichtlich völlig den Verstand verloren hat.” Und Tatjana Festerling schreibt auf Facebook: “Alles überflüssige wurde amputiert, das noble Kunstwerk auf das Wichtigste reduziert: das Loch. Nix Vorderloch, nix Hinterloch, einfach Loch. Mit Schleifchen verziert. Und jeder, der da ins Schloss reingeht und den sexy Grüßonkel besucht, muss da einmal draufwi***en. Oder reinwi***en. Hauptsache wi***en, damit er/sie/ens nicht mit ’nem Ständer vor dem Präsidenten steht. Das ist die Botschaft, die ich daraus lese.” Wobei die Ausstellung ja nur einige Wochen läuft, zumal Steinmeier in Bellevue – selbst ohne das übliche “Deutschlandtempo“ – wohl nicht im Amt sein wird wird, wenn die Renovierung abgeschlossen ist. Sicher aber ist: Auch wenn die Arsch-Skuptur längst ausgezogen ist – irgendein anderer Arsch wird einziehen. (DM)






















