von Dr. Werner Huber
Für den geplanten 300 Gigawatt-Mega-Windpark in der Nordsee schien den beteiligten Ländern kein Superlativ zu hoch: die Nordsee werde zum „Energie-Powerhouse“, zum „grünen Kraftwerk Europas“, zum „größten Energie-Hub der Welt“. So tönte es bombastisch zuletzt beim Nordsee-Gipfel Ende Januar dieses Jahres in Hamburg. Dann aber, Ende Mai, fuhr die Realität dazwischen wie ein Sturm der Stärke 12: Die Energieriesen TotalEnergies und BP wollen aus dem Projekt aussteigen und sich wieder auf ihr fossiles Kerngeschäft konzentrieren. Die Konzerne nennen Gründe wie gestiegene Kosten, Exportbeschränkungen Chinas, verzögerten Netzausbau. Ein weiterer Grund dürfte eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts sein, laut der der Stromertrag bei der hohen Windparkdichte markant unter Plan ausfallen wird aufgrund von Abschattungseffekten.
Der Rückzug der beiden Energiemultis aus dem Prestigeprojekt schreckte die Berliner Politakteure auf. Denn ein gewaltiger Ausbau der Offshore-Windkraft ist für die deutsche Energiewende von zentraler Bedeutung: geplant ist eine Versiebenfachung von derzeit 10 GW-Nennleistung auf 70 GW mittels tausender Groß-Windtürme. Die Lage ist umso kritischer, als auch andernorts wichtige Player ihre Offshore-Projekte zurückfahren, so auch die deutsche EnBW, die den Steuerzahlern dabei über eine Milliarde Verlust aufhalste. Die internationalen Windkraft-Unternehmen kämpfen schon seit Jahren mit roten Zahlen. Verlust-Spitzenreiter Siemens Energy musste wegen 4,6 Milliarden Miesen in 2023 vom deutschen Steuerzahler mit einer 7,5 Milliarden Staatsbürgschaft gestützt werden. Ein „perfekter Sturm“ aus verschlechterten Randbedingungen sei aufgezogen, der die extrem kapitalintensiven Offshore-Projekte „unrentabel“ mache, so der EnBW-Vorstandschef.
Grundgesetzwidriges großflächiges Mammutprojekt
Die Ausbauziele und mit ihnen die weihevollen deutschen „Klimaziele“ entschwinden nun im ungewissen Grau der Zukunft. Und alles deutet darauf hin, dass Strom aus dem gelobten Nordsee-„Powerhouse“, wann je es in Betrieb gehen wird, teuer sein wird. Weit über Weltmarktniveau wie etwa in USA, China, Indien, teils auch Ostblockländern. Ein Klotz am Bein der deutschen Ökonomie, der sie noch weiter zurückfallen lassen wird. Und mir ihr das ganze Land. Nicht zu reden von der Ökologie: Das großflächige Mammutprojekt verstößt kaltblütig gegen die Grundgesetzpflicht zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und der Tiere. Der Bau und Betrieb von Tausenden von Windgiganten belasten das Ökosystem der Nordsee schwer. Von Seevögeln bis zu Schweinswalen werden Lebewesen nachweislich dezimiert. Dies auch durch tonnenweisen Schadstoffeintrag, von Schwermetallen über Chemiestoffe bis zu hochtoxischen Ewigkeitschemikalien – laut EU-Chemiebehörde noch schädlicher als bisher bekannt. Nordsee-Fisch künftig Sondermüll?
Und die Windkraft an Land? Sie soll die Offshore-Windkraft noch weit übertreffen und zur Hauptsäule der Energiewende werden. Geradezu gigantomanisch sind die Ausbaupläne: In den nächsten 19 Jahren, bis 2045, soll die Kapazität von derzeit 70 GW auf 160 GW gesteigert werden. Durch Zubau Tausender neuer Groß-Windräder und Aufrüstung der 30 000 bestehenden. Und dies ohne Rücksicht auf die Wirtschaftlichkeit. So etwa garantiert der Staat für die süddeutschen Schwachwindgebiete besonders stark subventionierte Abnahmepreise. – Ebenfalls international nicht konkurrenzfähig und eine Last für Ökonomie und Land wie bei Offshore. Eine Last sind die Land-Windräder auch für die Ökologie: Schädigung von Wäldern und Erholungsgebieten, Bodenverseuchung mit toxischem Rotorenabrieb, Massentötung fliegenden Lebens. Weniger bekannt: Bodenaustrocknung mit resultierender Erwärmung – das Gegenteil des erstrebten Ziels!
Brisante Erkenntnisse zur Gewissheit verdichtet
Und erst recht nicht bekannt, weil medial verschwiegen, die eskalierten Gesundheitsgefahren der neuen Groß-Windräder für die Anwohner. Ursache: ihre besonders hohen Infraschallemissionen. Schon vor Jahren bewies die Universitäts-Medizin Mainz: Durch den tieffrequenten, unhörbaren aber physiologisch wirksamen Infraschall haben Windräder Auswirkungen nicht nur auf die Psyche, sondern schädigen auch das Herz und andere Organe. Von bundesweit 200 000 Erkrankten wurde berichtet, mit Symptomen wie Bluthochdruck und Herzinfarkt. Das Deutsche Ärzteblatt schrieb: „Infraschall erreicht das Innenohr, raubt kardialen Myozyten (Herzmuskelzellen) ihre Kraft und schlägt sich im Gehirnscan nieder.“
Die Verkünder dieser Nachrichten wurden vielfach angefeindet.
Inzwischen aber hat die internationale Medizinforschung die Erkenntnisse zur Gewissheit verdichtet. Und die Infraschall-Belastung stellt sich bei den neuen Groß-Windrädern noch gefährlicher dar. All dies auf Basis einer bahnbrechenden Entdeckung, die 2021 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde: hochsensible Mikro-Drucksensoren in der Zellmembran der Organe („Piezokanäle“), die über elektrische Nervenimpulse lebenswichtige Funktionen steuern wie Blutdruck, Stoffwechsel, Immunreaktionen, Heilungsprozesse, Embryonalentwicklung. Die Piezokanäle registrieren auch die Infraschall-Druckimpulse der Windräder, was die Lebensfunktionen stört und ein breites Erkrankungsspektrum verursachen kann. Gerichte in Frankreich beurteilten Windräder bereits als Krankheitsverursacher.
Verkannte Gefahren durch Infraschall
Das oft vorgebrachte Nocebo-Argument, die Beschwerden würden lediglich auf einer negativen Erwartung beruhen, wird widerlegt durch die Schädigung von Tieren durch Infraschall, wie die Verstörung von Rentieren in Skandinavien oder das Wal-Sterben nahe Offshore-Windparks an der US-Atlantikküste. Mainstream-Medien unterdrücken solche Meldungen. Mein Buch „Klima-Wahrheit“ aber schildert den aktuellen Wissensstand, beweiskräftige Abbildungen eingeschlossen. Die Gesundheitsbedrohung wird potenziert durch dramatisch größere Infraschall-Reichweiten der neuen Groß-Windräder – weit über die jetzigen Mindestabstände hinaus: bis über 10 Kilometer, bei großen Windparks sogar 90 Kilometer! Ursache ist die gegen Null gehende Dämpfung des extrem langwelligen Infraschalls der Groß-Windräder.
Zudem führt bei Nacht eine abkühlungsbedingte atmosphärische Grenzschicht zur Bündelung des Infraschalls in Bodennähe. All das lässt die Zahl der gesundheitlich Betroffenen explodieren. Und den Bürgerwiderstand eskalieren. Hinzu kommt noch die Blackout-Gefahr bei Flauten, wogegen horrend teure Reserve-Gaskraftwerke geplant sind. Insgesamt dann ein doppeltes Energiesystem, wie es sich weltweit kein anderes Land leistet: „world`s dumbest energy policy“. Der massenhafte Windkraftausbau wird zum Verhängnis, für die Ökonomie und die Menschen. Und das alles wegen der von tausenden Wissenschaftlern weltweit bezweifelten CO2-Doktrin. Die kürzlich sogar vom Weltklimarat entscheidend abgeschwächt wurde: Die CO2-Katastrophe ist abgesagt. Politisch unabhängige Forscher wissen das schon lange, siehe etwa die internationalen, teils KI-gestützten Datenanalysen, laut derer die CO2-Doktrin den realen Klimadaten aus Vergangenheit und Gegenwart widerspricht. Die Windkraft- und Energiewende-Illusionen verwehen. Höchste Zeit, bessere Optionen für die Energiesicherung anzugehen. Es gibt sie, wie mein Buch „Klima-Wahrheit“ ausführt. Dazu aber müssen Doktrinen und Dogmen fallen. Zugunsten des Landes und seiner Menschen.
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Der Autor ist Diplom-Physiker und hat vergangenes Jahr das Buch “Klima-Wahrheit: Ewiger Wandel, Geschichtsmacht, Klimastreit, Klima- und Energiezukunft“ veröffentlicht (Cover siehe unten).























