Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) hat Konsequenzen aus dem aktuellen KI-Skandal um den Thüringer CDU-Ministerpräsidenten Mario Voigt gezogen und einen von dessen Gastbeiträgen von ihrer Webseite gelöscht und im Archiv gesperrt, weil die Verwendung von KI-generierten Formulierungen gegen ihre Grundsätze verstoße. Bei Gastbeiträgen gehe man grundsätzlich davon aus, dass sie von Menschen verfasst seien und „indirekte und direkte Zitate stimmen“. Originalbeiträge mit KI-generierten Texten veröffentliche man grundsätzlich nicht, sofern die KI-Nutzung nicht selbst Gegenstand des Beitrags sei, teilte die „FAZ“ mit. In dem Text waren drei Wissenschaftler wörtlich zitiert worden, ohne dass diese Zitate sich irgendwo finden ließen.
In den letzten Tagen war bekannt geworden, dass Voigt seine Reden und Texte offenbar größtenteils, wenn nicht sogar komplett von KI verfassen lässt. Selbst Reden zum Holocaust-Gedenktag und im Konzentrationslager Buchenwald schrieb Voigt nicht selbst oder einer seiner Beamten. Das Ergebnis waren unter anderem Stilblüten, wie „Ihre Augen waren leer und zugleich unendlich tief“. Die Thüringer Staatskanzlei bestätigte den Einsatz von KI durch den Ministerpräsidenten, sieht darin aber kein Problem. Erst im Januar war Voigt von der Technischen Universität Chemnitz der Doktortitel entzogen worden, weil ihm Plagiate im dreistelligen Bereich nachgewiesen wurden. Dies hält ihn offensichtlich nicht davon ab, weiter massenhaft Texte zu verbreiten, von denen kein Wort von ihm stammt. Dabei sondert Voigt auch noch ständig Gastbeiträge für Zeitungen ab.
Riege des Grauens
Auf die Spur gekommen, war man ihm durch einen Text in der „Welt“, in dem er mehr deutsches Liedgut im Radio forderte. Die hölzernen Formulierungen vermittelten vielen Lesern sofort den Eindruck, dass das Machwerk KI-generiert war. Dies brachte den Skandal ins Rollen. Seine Staatskanzlei redet sich damit heraus, dass „Künstliche Intelligenz im Jahr 2026 zum Arbeitsalltag moderner Organisationen gehört“. SPD-Innenminister Georg Maier erklärte, es gebe ohnehin keine Partei, die nicht KI nutze. Auch Voigt selbst spielt die Angelegenheit herunter. Gegenüber dem „Tagesspiegel“ sagte er, er motiviere die Mitarbeiter der Verwaltung, „alle modernen Instrumente für ihre Arbeit zu nutzen“. Die KI sei längst Teil der modernen Kommunikation. Wenn es wirklich einzelne Passagen gegeben habe, die auch mithilfe von KI erstellt worden seien, werde er „dafür keinem den Kopf abreißen“. Außerdem halte er die meisten seiner Reden ohnehin frei.
Dies ist die typische Art und Weise, wie CDU-Ministerpräsidenten heutzutage mit Skandalen umgehen. Voigt reiht sich damit nahtlos in die Riege des Grauens ein, die diese Partei vom Bundeskanzler abwärts stellt. Außer Apparatschiks, denen es nur und ausschließlich um Posten und Privilegien geht, hat sie nichts mehr anzubieten. Rücktritte bei persönlichem Fehlverhalten sind längst undenkbar geworden, jeder klebt so lange wie nur möglich an seinem Stuhl und macht einfach weiter. Druck aus der Partei gibt es nicht, weil alle im gleichen Boot sitzen und eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. Die CDU ist inzwischen zum Sinnbild für die völlige intellektuelle Leere und moralische Verkommenheit der politischen Klasse geworden. (TPL)






















