Seit einem Jahr versucht man sich im norwegischen Brevik an der “klimafreundlichen” Herstellung von Zement. Dort betreibt der deutsche Konzern Heidelberg Materials ein Werk, in dem ein Spezialturm einen Teil des in der Zementproduktion entstehenden CO2 abfängt, bevor es in die Atmosphäre entweicht. Danach wird es verflüssigt, mit Spezialtankern zur norwegischen CO2-Lagerstätte „Northern Lights“ gebracht, wo es im Meeresboden gespeichert werden, damit es das Klima nicht belastet. Die zugrundeliegende Technik nennt sich bekanntlich Carbon Capture and Storage (CCS) und ist eine der großen Hoffnungen der Klimaretter.
Von einem „historischen Meilenstein“ und dem Beginn einer „neuen Ära des nachhaltigen Bauens“ schwärmt Heidelberg Materials. Die Bilanz nach einem Jahr deutet jedoch eher auf einen Rohrkrepierer historischen Ausmaßes hin. Vor Beginn des Projekts stieß die Zementfabrik üblicherweise etwa 800.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus. Dies sollte mit dem Spezialturm bereits im ersten Jahr um 50 Prozent reduziert werden. Allerdings schaffte man mit Mühe und Not gerade knappe 15 Prozent.
Durchhalteparolen nach Betriebsunfall
Statt der zugesicherten 50 Tonnen pro Stunde scheidet die Anlage nur um die 35 Tonnen ab; der Konzern selbst spricht von 38 Tonnen. Außerdem stand der Turm wegen technischer Probleme insgesamt sechs Monate lang still! Experten vermuten Konstruktionsfehler und Lecks in den Abgasrohren als Ursache. Auch für das Personal ist das Ganze mitunter gemeingefährlich. Als ein Mitarbeiter im vergangenen September den Kopf in einen angeblich leeren CO2-Tank steckte, brach er bewusstlos zusammen. Der Konzern stufte dies als „Beinaheunfall“ ein und verbreitet Durchhalteparolen.
Man befinde sich „in einer fortlaufenden Hochlaufphase“, das sei bei einem „wegweisenden Projekt dieser Größenordnung gängige Praxis“. Über ein Dutzend ähnlicher Anlagen für Zementwerke sollen in Europa, einschließlich Deutschland, errichtet werden. Der Pilotversuch in Norwegen deutet darauf hin, dass die vermeintliche neue Wundertechnik des Klimawahns sich als weiteres Debakel und Milliardengrab erweisen wird. (TPL)






















