Danke schön. – Vergelt’s Gott – merci beaucoup – thank you: Immer schön danke sagen. Diesen Ratschlag geben Eltern ihren Kindern, und er gehört zu den besten Hinweisen fürs Leben. Nichts wirkt unhöflicher, als eine Hilfe oder ein Geschenk einfach schweigend anzunehmen. Wer nichts sagt, hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Der Schenkende fühlt sich missachtet.
Vergelt’s Gott für die Oma
Ich denke oft an meine Oma Viktoria zurück. Geboren 1884, gestorben 1964. Nach dem Krieg hatte mein Vater den kleinen Bauernhof übernommen. Oma war die gute Seele des Hofes. Sie passte auf die Kinder, die Kühe und die Hühner auf und stand am Herd, während meine Eltern auf dem Feld arbeiteten.
Kurz vor neun ging sie meist schon schlafen. Sobald sie die alte Holztreppe hochstieg, riefen meine Eltern laut und herzlich „Vergelt’s Gott!“
Das war ein echtes, warmes Dankeschön für ihren langen Arbeitstag. Dieses kleine Ritual hat sich bei mir als Kind tief eingeprägt und ist bis heute eine der schönsten Erinnerungen geblieben.
Was macht das Danken mit uns?
Bei uns zu Hause war Danken selbstverständlich. Kam der Elektriker, bekam er nicht nur sein Geld, sondern auch eine Brotzeit. Mit Geld allein kann man eben nicht alles begleichen. Besucher wurden nie gefragt, ob sie etwas essen oder trinken möchten, es kam einfach auf den Tisch. Widerspruch war zwecklos. Und als die zwei alten Tanten, beide schon über 80 und nur über fünf Ecken mit uns verwandt, noch lebten, brachte ich ihnen manchmal Kuchen. Einfach so. Danke, dass ihr noch da seid. Solche Momente zeigen: Danke sagen ist am schönsten, wenn man nichts dafür erwartet. Sobald ein Gegengeschäft dahintersteckt, wird es zum Kuhhandel.
Keine Schwäche – im Gegenteil
Und genau das macht das Danken so wertvoll für einen selbst. Wenn ich danke, höre ich auf, nur zu sehen, was mir alles fehlt oder was schlecht läuft. Stattdessen richte ich den Blick bewusst auf das Gute, das schon da ist. Das beruhigt, macht den Kopf frei und lässt mich spüren, wie gut es tut, etwas zurückzugeben, und sei es nur ein ehrliches Wort. Wer das regelmäßig macht, kommt auch in schweren Zeiten besser klar.
Danken ist keine Schwäche, ganz im Gegenteil. Es ist ein Zeichen, dass man innerlich reich genug ist, um etwas zu verschenken. Am Ende beschenkt man damit vor allem sich selbst. Es fühlt sich einfach gut an.






















