Menschenhandel und Vergewaltigung (Symbolbild: shutterstock.com/HTWE)
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Minderjährige zum Sex gezwungen: Polizei nimmt ethnisch diverse Menschenhandel-“Fachkräfte” fest

Erneut war ein Großaufgebot der Polizei von Nöten, um gegen eine Bande von Menschenhändlern im Rheinland vorzugehen. Insgesamt fünf Wohnungen in Köln, Wesseling, Leverkusen und Solingen mussten durchsucht werden, um dem bandenmäßigen Menschenhandel in der Region einen weiteren Schlag zu versetzen. Festgenommen wurden drei junge Herren im Alter zwischen 23 und 27 Jahren, deren Herkunft aus Marokko, Mazedonien und Portugal benannt wird. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen sechs mutmaßliche Haupttäter einer organisierten kriminellen Gruppierung sowie zwei weitere Helfern. Dabei stehen mehrere schwere Vorwürfe im Raum: Unter anderem sollen die Mitglieder eine Jugendliche vergewaltigt und immer wieder zur Prostitution gezwungen haben.

Das Opfer war zur Tatzeit lediglich 17 Jahre alt. Bei einer 16-Jährigen soll es ebenfalls gewaltsame Versuche gegeben haben, um diese zum käuflichen Sex zu zwingen, was jedoch erfolglos blieb. Auch schwere Raubdelikte werden der Bande vorgeworfen. Zwei Freier wurden zudem unter einem Vorwand zum Sex gelockt, um dort schwere körperliche Gewalt zu erleiden und an Ort und Stelle ausgeraubt zu werden. Erneut stellte die Polizei zahlreiche Mobiltelefone sicher, um an brisante Daten, Kontakte und Vernetzungen heranzukommen.

Drehscheibe Dubai

Und auch hier schlagen die Experten bei den Entwicklungen längst Alarm: So wurden bereits Ende 2024 täglich drei Fälle von Menschenhandel in Deutschland festgestellt, doch auch hier dürfte die Dunkelziffer weitaus höher sein. Von bis 2020 bis 2022 wurden 3.155 Betroffene registriert. Jeder Vierte war minderjährig, zwei Drittel Frauen oder Mädchen. Von der sexuellen Ausbeute waren sogar 90 Prozent weiblichen Geschlechts betroffen. Bei der sexuellen Ausbeute selbst stammten die Opfer vorwiegend aus Deutschland, Rumänien, Ungarn, Thailand und Vietnam. Bei der Ausbeutung in der Arbeit (Pflege, Landwirtschaft, Haushalt) war die Herkunft primär aus der Ukraine, Georgien, Bulgarien und Bosnien.

Erst im April 2024 bezifferte Europol 821 kriminelle Clan-Netzwerke in ganz Europa mit über 25.000 Mitgliedern. Die Hauptbetätigungsfelder: Drogen- und Menschenhandel, aber auch Geldwäsche und der Schmuggel von Migranten. Als eines der Hauptkoordinationszentren wurde Dubai genannt, von wo aus die Bandenkriminalität in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien gesteuert wird. Viele Clans stammen aus den arabischen Gebieten, wo sie mit unklaren Identitäten nach Europa geflohen sind um, um dort ihre verbrecherischen Strukturen aufzubauen. Oftmals unterteilt sich die Organisation in Subfamilien und Sub-Subfamilien, wobei schätzungsweise rund 200.000 Menschen diesen Organisationen in Deutschland angehören. In den Niederlanden ist die Mocro-Mafia sehr bekannt, in Italien die Ndrangheta-Familien, in Belgien gibt es über 100 Clans Herkunft. Immer mehr davon dringen in das Bau-, Hotel- Immobilien- und Logistikgewerbe, um die hiesige Geschäftswelt weiter zu infiltrieren und Geld zu waschen.

 

 

 

 

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