In den deutschen Großstädten schießen die Mieten in die Höhe. Eine aktuelle Erhebung ausgerechnet im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) belegt starke Steigerungen bei den Angebotmieten in den 40 größten Städten über die letzten zehn Jahre. In Berlin legten sie um rund 77 Prozent zu, in Hamburg um über 54 Prozent und in München um knapp 52 Prozent. Den höchsten prozentualen Anstieg verzeichnete Rostock mit 83 Prozent. Diese Zahlen stammen aus einer Meldung des Deutschlandfunks vom 3. Juli 2026.
Was der DGB natürlich verschweigt: Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die anhaltend hohe Zuwanderung. Das Statistische Bundesamt (Destatis) zeigt, dass das Bevölkerungswachstum in Deutschland seit 1990 fast ausschließlich auf Nettozuwanderung zurückgeht – ein Plus von rund 3,7 Millionen Menschen. Auch in den jüngsten Jahren bleibt der Wanderungssaldo deutlich positiv: 2024 betrug er 430.000 Personen, 2025 immer noch 235.000. Viele Zugewanderte konzentrieren sich auf wirtschaftsstarke Ballungsräume, wo Jobs in Industrie, Dienstleistung und Pflege locken. Dort steigt die Nachfrage nach Wohnraum massiv, während das Angebot nicht Schritt hält. Und: Nach wie vor ist der Staat der größte Nachfrager von Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen und kinderreichen Familien im Rahmen des Familiennachzugs. Wenn dieser Nachfragedruck fast das gesamte Angebot im unteren und mittleren Preissegment frisst, steigen die Mieten für alle Einheimischen und erst recht auch Studenten und junge Familien ins Uferlose.
Überbelegung nimmt zu, kein neues Angebot
Gleichzeitig bleibt der Wohnungsbau weit hinter dem Bedarf zurück. Im Jahr 2025 wurden laut Destatis nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – der niedrigste Wert seit 2012 und ein Rückgang von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das politische Ziel von 400.000 Neubauten pro Jahr wird seit Jahren klar verfehlt. Man braucht keine Gewerkschaftsstudien für Umdeutungen; Untersuchungen von Ökonomen, unter anderem auch des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, bestätigen den direkten Zusammenhang seit langem: Seit den 2010er-Jahren hat die positive Außenwanderung maßgeblich zur Umkehr von früherer Stagnation zu anhaltender Knappheit auf dem Wohnungsmarkt beigetragen. Hohe Nettozuwanderung, Binnenmigration in die Städte und ein Trend zu kleineren Haushalten treiben die Nachfrage. In den Metropolen, wo Zuwanderer und Einheimische um begrenzten Wohnraum konkurrieren, spitzt sich die Lage besonders zu.
Die Folgen sind spürbar. Die Kluft zwischen günstigen Bestandsmieten und hohen Neuvertragsmieten wächst. Besonders einkommensschwache Haushalte, Familien und junge Menschen geraten unter Druck. Überbelegung nimmt zu, vor allem bei Zugewanderten und in urbanen Räumen. Ohne einen massiven Ausbau des Wohnungsangebots und eine Zuwanderungspolitik, die den tatsächlichen Wohnraumbedarf berücksichtigt, wird der Preisdruck in deutschen Großstädten weiter steigen.Die aktuellen Zahlen machen deutlich: Die starke Migration der letzten Jahre ist ein wesentlicher Faktor für die Mietexplosion. Sie erhöht die Nachfrage schneller, als das Angebot reagieren kann – mit spürbaren Konsequenzen für Millionen Mieterinnen und Mieter. (TPL)






















