Fünf Tage nach dem desaströsen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay ist Bundestrainer Julian Nagelsmann gestern zurückgetreten – zumindest offiziell – oder “zurückgetreten worden”, denn so ganz freiwillig erfolgte der Schritt sicher nicht. Zuvor hatte der eitle Selbstdarsteller und Totalversager von Boston mehrmals bekundet, nicht die Verantwortung für den katastrophalen Auftritt seines Teams übernehmen und – ganz in typisch deutscher, aus der Politik hinlänglich bekannter Manier – an seinem Stuhl kleben bleiben zu wollen; ganz im Gegensatz übrigens zu etlichen Trainern der Bundesligen, die bei Nichterreichern der vorgegebenen oder selbstgesteckten Ziele unmittelbar nach dem Ausscheiden ihrer Mannschaften zurücktraten. Nagelsmann Rückgratlosigkeit verstärkt haben dürften jedoch die kolportierten sieben Millionen Euro Jahresgehalt, auf die Nagelsmann im Falle seines freiwilligen Rücktritts verzichtet hätte. Letztlich war der öffentliche Druck aber zu groß, sodass der DFB auf ein Ende der Zusammenarbeit drängte.
Nagelsmann Unfähigkeit, eine funktionierende Mannschaft zusammenzustellen, seine offensichtlichen Defizite darin, die Mannschaft zu motivieren und sein ständiges arrogantes Auftreten, mit dem er sich jegliche Kritik an sich verbat, hatten nach dem peinlichen Aus im Sechszehntelfinale in Windeseile dazu geführt, dass er jeden öffentlichen Rückhalt verlor. Sein wahrscheinlicher Nachfolger ist nun Jürgen Klopp, mit dem der DFB bereits Gespräche führt. Klopp ist jedoch noch beim RB-Fußballkonzern angestellt, der vermutlich eine happige Ablösesumme für ihn fordern wird. Der seit Jahren von einem sportlichen und finanziellen Skandal zum nächsten taumelnde DFB unter dem SPD-Apparatschik Bernd Neuendorf macht hier wieder einmal eine besonders blamable Figur: Statt Nagelsmann, der gänzlich unbescheiden angekündigt hatte, seine Mannschaft könne Weltmeister werden, am Turnierverlauf zu messen, hatte er dessen Vertrag vor dem Turnier (!) auch noch bis 2028 verlängert. Dieser Schritt kostet den DFB nun mutmaßlich sieben Millionen Euro Abfindung – plus eine happige Ablösesumme für Klopp und der Mehrkosten für dessen vermutlich nochmals deutlich höheres Gehalt.
Defektes Land
Was sich hier im “Profi-“Fußball abspielt, ist indes ein getreues Ebenbild der Zustände, die praktisch überall in diesem defekten Land herrschen – vor allem in der Politik: Geldverschwendung durch unfähige Funktionäre; die Weigerung, für eigenes Scheitern die Verantwortung zu übernehmen; das Schönlügen von Misserfolgen und die absurden Ausreden, mit denen sich die Unfähigsten ihrer angeblichen robusten Standhaftigkeit rühmen à la “ich bin niemand, der davonläuft!“, um zu kaschieren, dass man in Wahrheit einfach nur weiter abkassieren will. All das alles sieht man in allem Führungsebenen, vor allem in der Bundesregierung, jeden Tag. Diejenigen, die Deutschland in die schlimmste Krise der Nachkriegszeit gestürzt haben, weigern sich, die Konsequenzen dafür zu tragen. Die wälzt man auf die Bürger ab, man selbst bleibt in Amt und Würden, bestreitet jede Schuld, sucht sie bei anderen und diffamiert seine Kritiker.
Lügenkanzler Friedrich Merz sollte sich ein Beispiel am DFB nehmen, der wenigstens noch – und sei es nur unter dem immensen öffentlichen Druck – die Notbremse zu ziehen imstande ist. Doch merz legt dasselbe Verhalten wie Nagelsmann an den Tag, mit dem Unterschied, dass er freiwillig das Feld nicht räumen wird. Obwohl er jedes einzelne Wahlversprechen gebrochen hat, sich von der SPD auf der Nase herumtanzen lässt, er keinerlei Rückhalt mehr im Volk hat und er selbst von der eigenen Partei nur noch widerwillig geduldet wird, macht er einfach weiter. Für einen Rücktritt ist er zu feige, für die längst überfällige politisch gebotene Aufgabe der Brandmauer sowieso; gegen die SPD kann er sich nicht durchsetzen. Und bei alledem geht das Land zugrunde. Die Migrantengewalt explodiert, Millionen von Arbeitsplätzen gehen verloren, Deutschland ist zur weltweiten Lachnummer geworden, aber Merz und sein Gruselkabinett wurschteln jeden Tag weiter vor sich hin. Offensichtliche Fehler werden nicht korrigiert, noch nicht einmal eingestanden und ihr Benennen wird unter Strafe gestellt. In der Politik verliert Deutschland täglich zehnmal gegen Paraguay auf allen Ebenen, geriert sich aber wie ein Champion. Die Wut über das Ausscheiden der deutschen Mannschaft ist spürbar auch deshalb so groß, weil sich dieses in einen emotionale Gesamtzustand einfügt und die Mischung aus Großkotzigkeit und Unfähigkeit, die überall herrscht, perfekt abbildet. Im Fußball gibt es zumindest die vage Hoffnung auf einen Neuanfang; in der Politik aber nicht einmal das. Und selbst Wahlen können daran anscheinend nichts ändern. (JS)






















