Dass Lügenkanzler Friedrich Merz über Präsident Javier Milei behauptete, dieser “trete“ und unterdrücke sein Volk, ist eigentlich schon zwingender Beweis für die Richtigkeit des genauen Gegenteils. Tatsächlich hat Milei in Argentinien all das geschafft und mehr, was er seinen Wählern versprochen hat – womit er das genaue Gegenteil der unsäglichen Kanzlerschaft von Merz ist. Auch in der Finanzpolitik verbucht er einen weiteren Erfolg: Die argentinische Zentralbank (BCRA) hat eine der dramatischsten Sanierungen ihrer Geschichte erlebt. Was als ererbte Katastrophe begann, nähert sich nun dem Abschluss. Bei Amtsantritt im Dezember 2023 betrug die Netto-Unterdeckung an Fremdwährungsreserven etwa 11 Milliarden US-Dollar. Die BCRA war praktisch pleite, das Vertrauen in den Peso zerstört und die Inflationsrate lag bei über 211 Prozent jährlich. Heute, Mitte 2026, hat sich das Bild grundlegend gewandelt.Die Bruttoreserven der BCRA liegen bei über 47 Milliarden US-Dollar – dem höchsten Stand seit 2019. Im laufenden Jahr 2026 hat die Zentralbank bereits mehr als 10 Milliarden US-Dollar an Devisen gekauft und damit ihr Jahresziel mit dem IWF schon nach sechs Monaten erreicht. Die Nettoposition verbessert sich spürbar; Schätzungen gehen von einer Akkumulation von 5,6 bis 7,9 Milliarden US-Dollar in den ersten sechs Monaten aus. Das Ziel von plus 8 Milliarden US-Dollar Nettoreserven bis Jahresende gilt auf einmal als erreichbar.
Parallel dazu wurde die Bilanz der BCRA bereinigt. Versteckte Verbindlichkeiten (etwa durch BOPREAL-Anleihen und frühere Quasi-Fiskalverluste) wurden weitgehend eliminiert. Die Regierung erzielt seit über zwei Jahren einen primären Fiskalüberschuss und finanziert keine Defizite mehr über die Notenpresse. Die monetäre Basis wird strikt kontrolliert, und die Sterilisierungsinstrumente wurden deutlich reduziert. Die Sanierung der Bilanz ist damit so gut wie abgeschlossen.Der nächste logische Schritt steht bereits auf der Agenda: Milei arbeitet an einer grundlegenden Reform des BCRA-Statuts. Ziel ist es, das Mandat der Zentralbank auf ein einziges Ziel zu beschränken – die Wahrung des Wertes der Währung (Preisstabilität). Die seit 2012 bestehenden zusätzlichen Aufgaben (Beschäftigung, wirtschaftliche Entwicklung) sollen gestrichen werden. Diese hatten in der Vergangenheit immer wieder als Rechtfertigung für expansive Geldpolitik gedient. Zusätzlich soll die Unabhängigkeit durch eine Senatszustimmung bei der Bestellung und Abberufung des Direktoriums gestärkt werden. Die Reform ist Teil des IWF-Programms und soll bis September 2026 umgesetzt werden. Sie würde der BCRA faktisch die „Gelddruckmaschine“ für nicht-monetäre Zwecke entziehen.
Nachhaltiges Wachstum
Milei hat sein ultimatives Ziel – die Schließung der Zentralbank oder zumindest eine echte Dollarisierung – nie aufgegeben. In seiner libertären Vision soll Währungswettbewerb herrschen: Bürger und Unternehmen sollen frei zwischen Peso, Dollar, Kryptowährungen oder anderen stabilen Mitteln wählen können. Eine robuste argentinische Wirtschaft mit nachhaltigem Wachstum (2025 bereits +4,4 Prozent, 2026 erwartet 3–4 Prozent), niedriger Inflation (aktuell rund 33 Prozent jährlich, stark gesunken) und funktionierenden Märkten wäre dafür die beste Voraussetzung.Hier liegt jedoch ein interessantes Paradoxon: Je erfolgreicher die Stabilisierung des Peso ist – durch Reservenaufbau, ein flexibles Band-System und glaubwürdige Fiskalpolitik –, desto geringer wird der unmittelbare Druck, radikale Alternativen einzuführen. Das Vertrauen in die heimische Währung kehrt zurück, die „Blue-Dollar“-Lücke schrumpft, und die Nachfrage nach Dollarisierung oder vollständiger Abschaffung der BCRA nimmt ab.
Gleichzeitig bleibt die strukturelle Gefahr bestehen, dass eine künftige Regierung wieder auf die alte „Druckerpresse“ zurückgreift. Deshalb ist die Statutsreform so wichtig: Sie institutionalisiert den Bruch mit der Vergangenheit.Die Sanierung der BCRA ist kein isoliertes Projekt. Sie steht im Kontext eines umfassenden wirtschaftspolitischen Umbruchs: Deregulierung, Privatisierungsbestrebungen, Abbau von Subventionen und Öffnung für ausländische Investitionen (etwa im Energiesektor Vaca Muerta). Die Exporteinnahmen aus Landwirtschaft und Energie haben den Reservenaufbau maßgeblich ermöglicht. Dennoch bleiben Herausforderungen: hohe (wenn auch sinkende) Armutsraten, der Bedarf an weiteren Devisen für Schuldendienst und der schrittweise Abbau verbliebener Kapitalverkehrskontrollen. Ob Milei am Ende doch noch die BCRA „abschafft“ oder sie als unabhängige, auf Preisstabilität reduzierte Institution weiterführt, wird von der Nachhaltigkeit der Erfolge abhängen. Die bisherigen Fortschritte sind beeindruckend und haben Argentinien aus der akuten Krise geführt. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, ob die Sanierung dauerhaft ist – oder ob neue Versuchungen die alten Fehler wiederbeleben. (AS)






















