Und nochmal 4.000 Jobs weg: Kahlschlag bei Porsche geht weiter
Beim deutschen Luxus-Sportwagenhersteller Porsche droht der nächste große Stellenabbau. Nach Informationen des Handelsblatts könnten bis zu 4.000 weitere Arbeitsplätze gestrichen werden. Besonders betroffen seien demnach Bereiche des Managements und der Verwaltung. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten auf den Prüfstand gestellt werden. Der Bericht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Porsche bereits massiv spart. Bis 2029 sollen in der Region Stuttgart rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Hinzu kommen etwa 2.000 auslaufende befristete Verträge. Im Mai 2026 hatte das Unternehmen zudem die Schließung dreier Tochterfirmen (Cellforce Group, Porsche eBike Performance und Cetitec) angekündigt – das betrifft weitere Hunderte Beschäftigte. Insgesamt sind damit bereits mehr als 4.000 Jobs in der laufenden Restrukturierung betroffen oder verschwunden.
Ein Porsche-Sprecher bestätigte die konkreten Zahlen des Handelsblatt-Berichts auf dpa-Anfrage nicht. Er verwies jedoch auf ein umfassendes „Zukunftspaket“, das derzeit mit den Arbeitnehmervertretern verhandelt wird und bis Ende Juli vorgestellt werden soll. Ziel sei eine nachhaltige Verschlankung des Konzerns. Hintergrund der Krise: Der Druck auf den früheren Rendite-Star der deutschen Autoindustrie ist enorm. Besonders das China-Geschäft bricht ein: 2025 sanken die Auslieferungen dort um 26 Prozent auf rund 42.000 Fahrzeuge – ein dramatischer Rückgang im Vergleich zu Spitzenwerten von über 100.000 vor wenigen Jahren. Auch 2026 setzt sich der Abwärtstrend fort (etwa beim Q1 mit minus 21 Prozent). Lokale Konkurrenz wie Xiaomi bietet günstigere E-Auto-Alternativen, während Porsche-Modelle als zu teuer wahrgenommen werden.
“Value or Volume“-Strategie soll es richten
Hinzu kommen hohe Kosten, der teure Umbau der Elektro-Strategie und US-Zölle. Unter dem neuen CEO Michael Leiters (seit 1. Januar 2026, zuvor McLaren) setzt Porsche nun stärker auf margenstarke Modelle und eine „Value over Volume“-Strategie. Leiters hatte bereits im März 2026 klargemacht, dass die bisherigen Sparpläne nicht ausreichen. Er kündigte eine Verschlankung der Führungsstrukturen und den Abbau von Hierarchien an.
Reaktionen und Ausblick sind eher verhalten. Der Gesamtbetriebsrat beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Bereits Ende 2025 warnte er, dass ohne klare Zukunftsperspektive für die deutschen Standorte jeder vierte Arbeitsplatz in Zuffenhausen, Weissach und kleineren Standorten gefährdet sein könnte. Verhandlungen über weitere Einsparungen laufen derzeit.Ob es zu betriebsbedingten Kündigungen kommt oder der Abbau – wie bisher angekündigt – sozialverträglich über Altersteilzeit, Abfindungen und Fluktuation erfolgt, bleibt offen. Klar ist: Porsche muss sich radikal an die veränderten Marktbedingungen anpassen, um die Profitabilität zurückzugewinnen.Das angekündigte Zukunftspaket Ende Juli wird zeigen, wie tief die Einschnitte wirklich werden – und ob der Sportwagenbauer seine Position als Premium-Marke trotz aller Herausforderungen halten kann. (TPL)