Hasstiraden gegen Trump bei Propagandaaufmärschen des Regimes in Teheran, nachdem das US-Militär die Angriffe wieder aufgenommen hatte (Foto:Imago)
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Die Iran-Waffenruhe ist tot

Donald Trump hat beim NATO-Gipfel in Ankara das vorläufige Abkommen mit dem Iran für beendet erklärt. Neue amerikanische Angriffe könnten noch in der kommenden Nacht folgen. Der US-Präsident hat genug vom iranischen Verhandlungstheater.

„Ich denke, es ist vorbei“, sagte Trump über die Waffenruhe mit dem Iran. Er wolle mit der iranischen Führung nichts mehr zu tun haben. Trump bezeichnete die iranische Führung als Abschaum. Es seien kranke, bösartige und gewalttätige Menschen. Besäßen sie eine Atombombe, würden sie diese nach seiner Überzeugung auch einsetzen. Damit hat Trump die Tür zu weiteren Verhandlungen nicht nur geschlossen. Er hat sie zugeschlagen und offenbar noch einen Schrank davorgestellt.

Erst brennen die Schiffe, dann fliegen die Raketen

Auslöser der neuen Eskalation waren iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Die USA antworteten mit massiven Luftschlägen gegen iranische Luftabwehrstellungen, Radaranlagen und Einheiten der Revolutionsgarden. Der Iran meldete Tote und schwere Explosionen, unter anderem auf der strategisch wichtigen Insel Kharg. Danach griff Teheran amerikanische Militärstützpunkte in Bahrain und Kuwait an.

Damit war die mühsam vereinbarte Waffenruhe praktisch nur noch Papier. Trump machte daraus nun auch offiziell Altpapier. „Wir haben sie letzte Nacht sehr hart getroffen“, sagte er. Wahrscheinlich würden die USA noch in der folgenden Nacht erneut zuschlagen.

Die NATO nur noch Zaungast

Besonders deutlich wurde Trump gegenüber den europäischen Verbündeten. Viele NATO-Staaten hätten den Vereinigten Staaten im Iran-Konflikt nicht geholfen. Gleichzeitig erwarteten sie weiterhin den vollen amerikanischen Schutz.

Trump stellte deshalb eine Frage, die in europäischen Regierungskanzleien niemand gern hört. Weshalb sollen die USA Unsummen für Verbündete ausgeben, die verschwinden, sobald Washington selbst Unterstützung verlangt.

Die NATO wurde damit unfreiwillig zum Klassenzimmer. Trump verteilte die Zeugnisse. Mehrere europäische Regierungen haben nach seiner Bewertung das Klassenziel verfehlt.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die amerikanischen Angriffe zwar als notwendig. Doch auch freundliche Worte konnten nicht verdecken, dass Trump von der Bündnistreue einiger Partner wenig hält.

Erdoğan bekommt Lob, Europa bekommt die Rechnung

Gut kam beim amerikanischen Präsidenten vor allem der türkische Gastgeber Recep Tayyip Erdoğan weg. Trump bezeichnete ihn als starken Freund und erklärte, ohne Erdoğan wäre er möglicherweise gar nicht zum Gipfel gekommen.

Während Deutschland, Frankreich und andere europäische Staaten von Trump abgekanzelt werden, präsentiert sich Erdoğan als der Mann, mit dem Washington weiterhin Geschäfte machen kann.

Der Ölpreis zeigt, wie ernst die Lage ist

Die Finanzmärkte verstanden Trumps Botschaft schneller als manche Diplomaten. Der Ölpreis stieg zeitweise um rund sieben Prozent. Aktien und Anleihen gerieten unter Druck. Mehrere Tanker änderten wegen der unsicheren Lage ihre Route.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Lebensadern der Weltwirtschaft. Wird sie blockiert oder zum dauerhaften Kampfgebiet, steigen die Preise für Öl, Transport und zahlreiche Waren. Bezahlen würden das am Ende nicht Trump, Erdoğan oder die Mullahs, sondern Autofahrer, Heizkunden und Unternehmen in aller Welt.

Wir dürfen die Auswirkungen live mitverfolgen: An der Tankstelle.

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