Ruland, Beil, Thomalla: Erfrischend deutliche Worte (Foto:ScreenshotsX)
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Es gibt sie noch, die normaldenkenden Promis in Deutschland!

Mit für deutsche „Kulturschaffende“ geradezu revolutionärer Offenheit haben mehrere prominente Schauspielerinnen bei der Emmy-Party in Berlin vernichtende Kritik am Berliner Regierenden CDU-Bürgermeister Kai Wegner und der Politik im Allgemeinen geübt. Caroline Beil sagte zum von der CDU erzwungenen Rückzug Wegners als Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl. „Richtig so. Ein Mensch, der lügt und Tennis spielt, während 45.000 Haushalte ohne Strom sind, sollte auch schleunigst zurücktreten, finde ich.“ Es sei ein Wunder, dass es so lange gedauert habe. „Solche Pfeifen braucht keiner, sorry“. Überhaupt wünsche sie sich von Politikern, „dass sie Politik für die Leute machen und nicht, um sich in die nächste Legislaturperiode zu retten“. Viele Menschen hätten das Gefühl, „die Politiker kümmern sich null, die setzen sich zusammen und reden von irgendwelchen Reformen, die keine sind“. Das sei frustrierend. Weiter kritisierte Beil: „Bei VW werden vielleicht bald 150.000 Stellen abgebaut, die Wirtschaft geht runter, alles geht den Bach runter, die Leute finden das nicht gut und dann sitzen da irgendwelche Pfeifen, die nicht mal einen Schulabschluss haben, und wollen unser Land regieren. Das finde ich irgendwie schwierig“.

Vor allem ihre Kollegin Tina Ruland bezeichnete die aktuelle politische Lage als „extremst beängstigend“. Es gehe auf keine Kuhhaut, was derzeit in der Politik passiere. Sie wünscht sich, „dass die amtierenden Politiker mal darauf hören würden, was der Souverän, nämlich wir, die Arbeitgeber dieser Politiker, sagen, wollen und uns wünschen“. Stattdessen sei es zur Normalität geworden, „dass das Volk nur noch angelogen wird“. Es werde „was ausgesprochen und dann wird es einfach wieder zurückgenommen und niemand schert sich mehr“. Sie habe das Gefühl, dass politische Skandale inzwischen einfach ausgesessen würden, so Ruland weiter. Auf die Frage nach der Entwicklung Deutschlands antwortete sie: „Na, wir wissen alle, was passieren wird. Und ganz ehrlich, daran sind nicht die Bürger schuld, daran ist auch nicht die AfD schuld, daran sind einzig und allein die Altparteien schuld, die schlechte Politik machen“. Wenn Wähler von den etablierten Parteien nicht mehr gehört würden, sei es „völlig normal, irgendwann etwas anderes zu wählen – und das ist die Schuld der Altparteien“, stellte sie nochmals klar. Mit Bezug auf die Masken-Affäre von Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn forderte sie, dass Politiker nicht straffrei ausgehen dürften, „wenn Sachen passieren“. Man müsse damit einfach so umgehen, „wie sich jeder Arbeitnehmer und jeder Arbeitgeber verhalten muss“. Ruland beklagte auch, dass der frühere „Ehrenkodex“ in der Politik verloren gegangen sei.

Wohltuende Abwechslung vom mainstreammedialen linkskonformen System-Blabla

„Es gibt scheinbar keine Ehre und kein Gewissen mehr in der Politik. Es geht nur noch darum: Wie bereichere ich mich selbst? Und dann bin ich irgendwann draußen und kriege noch bis an mein Lebensende wahnsinnig viel Geld. Das kann nicht sein“, sagte sie. Und auch Simone Thomalla fand klare Worte zur politischen Lage. „Es ist immer mehr die Frage: Was ist Wahrheit, was nicht? Man muss immer alles hundertmal hinterfragen“, sagte sie. Deutschland sei keine Streitgesellschaft mehr, sondern eine Wutgesellschaft geworden. „Bist du nicht meiner Meinung? Dann wird gleich Hass über dich geworfen.“ Als Kind der DDR finde sie es problematisch, dass ein offener Dialog immer seltener möglich sei. „Wir sind in einer Demokratie, wo man letzten Endes nirgendwo mehr sagen kann, was man denkt“, konstatierte sie. Einem AfD-Verbot kann Thomalla nichts abgewinnen. „Und immer diese Verbote. Verbieten, verbieten, verbieten, AfD verbieten. Nein, sich um die Probleme kümmern der Menschen, die sie dahin bringen, die AfD zu wählen. Das ist die Alternative und nicht immer nur verbieten!“, fordert sie.

Im Land der Grönemeyers, Kerkelings und anderer Haltungskünstler, die keine Gelegenheit auslassen, sich als heldenhafte Kämpfer gegen Rechts zu inszenieren, über die wahren Probleme im Land aber kein Wort verlieren, sind die von Realismus und gesundem Menschenverstand geprägten Aussagen der drei Schauspielerinnen eine wohltuende und vor allem unerwartete Abwechslung. Dass sie offiziell verfemte Begriffe wie „Altparteien“ verwenden und sich gegen ein AfD-Verbot aussprechen, erfordert -gerade in ihrer Position- erheblichen Mut, was ihre Kritik aber wiederum bestätigt. Es ist zu befürchten, dass man ihnen schon bald die Rechnung für ihre Ehrlichkeit präsentieren wird. Dies wird sich, neben Shitstorms und Verleumdungen, vermutlich auch in ausbleibenden Engagements äußern. Dennoch sind ihre Äußerungen ein Indikator dafür, dass der Wind im Land sich gedreht hat. Die Situation ist derart katastrophal, dass immer weniger Menschen noch bereit sind, weiterhin wortlos dabei zuzusehen, wie dieses Land von einer skrupellosen und unfähigen Politkaste regelrecht vernichtet wird. (TPL)

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