Superpräzise Hochgeschwindigkeitszüge, höchste Sicherheit und Komfort: Einer der zahllosen Gleise des neuen Chongqing-Ost-Bahnhofs in China (Foto:ScreenshotYoutube)
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Während Deutschland auf Drittweltniveau abschmiert, baut China in wenigen Jahren den größten Bahnhof der Welt

In Deutschland verfällt die Infrastruktur im Rekordttempo; bereits Jahrzehnte gingen ins Land für den Bau des Provinzbahnhofs Stuttgart 21, der noch immer auf Jahre hinaus nicht fertiggestellt ist. Derweil hat China mittlerweile den größten Bahnhof der Welt eröffnet – das Land, wohlgemerkt, das von uns nach wie Entwicklungshilfe (!) kassiert. Die Gesamtfläche des Chongqing-Ost-Bahnhofs beträgt 1,2 Millionen (!) Quadratmeter, er ist für 300.000 Fahrgäste täglich ausgelegt, es gibt 29 Gleise und 15 Bahnsteige. Baubeginn war im November 2018, die Einweihung erfolge bereits vor über einem Jahr. Die Kosten betrugen umgerechnet rund sieben Milliarden Euro. In weniger als sieben Jahren wurde dieses Wunderwerk vollendet – und ohne Corona wäre die Fertigstellung nochmals deutlich früher erfolgt. Alleine während dieser Rekordbauzeit wurde die Fertigstellung von Stuttgart 21 weitere Male verzögert. Seit 16 Jahren wird daran gebaut, davor gab es ein jahrelanges politisch-bürokratisches-juristisches Hickhack. Die Gesamtkosten sollten bei drei Milliarden Euro liegen, inzwischen kalkuliert man jedoch mit 14,5 Milliarden Euro. Dabei ist die schwäbische Dauerbaustelle, ein Umbauprojekt vorhandener Infrastruktur, vom Gesamtaufwand her um Größenordnungen simpler und weniger komplex als der Bau eines komplett neuen Bahnhofs aus dem nichts. Die Eröffnung von Stuttgart 21 hätte eigentlich Ende dieses Jahres stattfinden sollen, doch zuletzt gab die Bahn bekannt, dass man dies nun auf 2031 verschieben müsse. Das gesamte Areal mit weiteren Bahnhöfen und Tunneln im Großraum Stuttgart soll sogar erst Ende 2033 fertig sein. Außerdem wird es noch einmal drei Milliarden Euro teurer. Schon jetzt kann man davon ausgehen, dass auch diese Zahlen und Termine nie und nimmer eingehalten werden.

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass – wohl aus lauter Hektik, um den Eröffnungstermin einhalten zu können – auf über 1.000 Kilometern Strecke falsche Kabel verlegte wurden. Bahnchefin Evelyn Palla nannte als Gründe für diese Schlamperei und weitere jüngste Verzögerung, dass die Digitalisierung des Stuttgarter Bahnknotens nun mal leider “deutlich herausfordernder” sei als gedacht, zumal gäbe es Probleme mit einem bereits 2013 gebauten Technikgebäude, das für den aktuellen Bedarf nicht mehr passend sei und das Notstromkonzept müsse komplett neu geplant werden, weil man zu spät auf neue Vorgaben reagiert habe. Palla äußerte sich selbst erschüttert über die Ergebnisse der internen Überprüfung. Nun aber, beschwor sie, seien “Ehrlichkeit und Realismus” ins Projekt eingezogen. Dass die Bahn den vollständigen Bericht vorsichtshalber lieber nicht veröffentlichen will, sagt alles.

Wahrer Zustand der deutschen Infrastrukturkatastrophe unter Geheimschutz

Drastischer könnte man den Unterschied zwischen dem einstigen Hochtechnologieland Deutschland und China nicht verdeutlichen. Hier ein zu Tode bürokratisierter, von Schlendrian, Inkompetenz und Verantwortungslosigkeit gebeutelter failed state; dort eine aufstrebende Supermacht, die alle Ressourcen bündelt, um an die Weltspitze zu gelangen. Schon der immer und immer wieder verzögerte Bau des Berliner Flughafens BER geriet zu einer einzigen Farce, über die die ganze Welt lachte. „Insgesamt ergibt sich als Ergebnis der Bilanz ein deutschlandweiter Modernisierungsbedarf von rund 8.000 Brücken-Teilbauwerken im Bundesautobahnnetz und ca. 3.000 Brücken-Teilbauwerken im Bundesstraßennetz“, teilte das Verkehrsministerium auf Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion mit, bei wie viel Brückenbauwerken unter Bundesverwaltung ein Ersatzneubau notwendig sei. 11.000 Brücken in diesem Land sind also sanierungsbedürftig. Die Beantwortung konkreterer Nachfragen, etwa, wie viele Brücken zum Beispiel in Berlin-Brandenburg oder Baden-Württemberg „als besonders sanierungsbedürftig eingestufte Brückenbauwerke“ gelten, verweigerte die Regierung unter dem Vorwand, die Verkehrsinfrastruktur stelle einen wichtigen Baustein der Resilienzfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland im Krisen- und Katastrophenfall dar. Infolge einer Abwägung der Informationsrechte des Deutschen Bundestags mit den Belangen des Staatswohls der Bundesrepublik Deutschland seien die erbetenen Informationen daher als „VS-VERTRAULICH“ eingestuft und in der Geheimschutzstelle des Deutschen Bundestages hinterlegt worden.

Auch das spricht Bände. Dieses völlig heruntergewirtschaftete Land modert vor sich hin, die Regierung, die 500 Milliarden Euro Neuschulden aufnahm, die sie angeblich in die Sanierung der Infrastruktur investieren wollte, stopft damit lieber Haushaltslöcher und verschwendet sie für ideologische Schwachsinnsprojekte im In- und Ausland – und China baut inzwischen in nicht einmal sieben Jahren den größten und modernsten Bahnhof der Welt. (TPL)

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