Während er im Westen nach wie vor als untadelige Lichtgestalt demokratischer Werte verklärt wird, hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuhause wieder einmal sein wahres, diktatorisches Gesicht gezeigt. Nach weniger als sechs Monaten im Amt entließ er Verteidigungsminister Michaylo Fedorow, obwohl die Ukraine in den letzten Monaten einige, wenn auch keine entscheidenden militärischen Erfolge vorweisen kann. Fedorow verwies unter anderem auf eine massive Ausweitung der ukrainischen Drohnenproduktion, Reformen im Beschaffungswesen, Fortschritte bei der Luftverteidigung sowie die Entwicklung neuer Waffensysteme und kündigte an, seine Arbeit im Bereich militärischer Innovationen fortsetzen zu wollen. Allerdings gestand er auch ein, man hätte „noch entschlossener diejenigen entlassen müssen, die Veränderungen gebremst haben“. Außerdem sei es ihm nicht gelungen, die organisatorische Umgestaltung des Verteidigungsministeriums vollständig nach NATO-Standards abzuschließen.
Mit Fedorows Entlassung hat Selenskyj seiner ohnehin schwindenden Popularität jedoch keinen Gefallen getan. „Das wirkt wie Verrat. Ich denke, Selenskyj hat sich damit eine Zeitbombe gelegt, da er laut Gesetz Fedorow hätte auswählen dürfen“, sagte ein Abgeordneter seiner Regierungspartei „Diener des Volkes“, in der offenbar weithin Entsetzen herrscht. Offiziell begründete Selenskyj die Entlassung mit dem schleppenden Umbau der Rekrutierungszentren (TCK) und dem Konflikt zwischen Fjodorow und Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj. Selenskyj hat extreme Schwierigkeiten, ausreichend junge Männer in die Armee zu pressen, da viele sich weigern, in dieser Blutmühle verheizt zu werden, nur damit ihr zunehmend diktatorischer und von gigantischen Korruptionsskandalen geschüttelter Präsident und seine Kamarilla weiter an der Macht bleiben und sich bereichern können.
Seit 26 Monaten ungewählter Präsident
Viele gehen denn auch davon aus, dass Selenskyj den überaus populären Fedorow abschoss, weil er in ihm einen gefährlichen politischen Rivalen sieht. Die Personalien erhält zusätzliche Brisanz durch die Tatsache, dass Selenskyj seit nunmehr 26 Monaten (!) ohne demokratisches Mandat regiert – einer der Hauptgründe dafür, dass er auch keinerlei Interesse an einer Beendigung des Krieges hat.
Die Rekrutierungsmethoden werden derweil immer brutaler. Videos zeigen, wie Männer auf offener Straße, in Einkaufszentren oder an Bushaltestellen von Mitarbeitern der Rekrutierungsbehörden festgehalten und gewaltsam in Fahrzeuge verfrachtet werden. Fjodorow wollte dies reformieren und attraktivere Vertragsmodelle für Freiwillige einführen. In seiner Abschiedsbilanz verwies er auf geplante Dienstverträge mit festen Laufzeiten, höhere Soldzahlungen für Infanteristen sowie neue Anreize für ehemalige Soldaten, in den Dienst zurückzukehren. Die massiven Proteste zeigen, dass immer mehr Ukrainer, und gerade auch die Jugend, genug von Selenskyjs Allmachtsgebaren und seiner Willkür haben. Bei seinen Freunden und Gönnern in Westeuropa wird ihm aber auch das nichts schaden. Er braucht nur die Hand aufzuhalten, und schon erhält er alle gewünschten Mittel, um den nicht gewinnbaren Krieg am Laufen und sich selbst im Amt zu halten. (TPL)























