Spahn ist als CDU-Fraktionschef zurückgetreten und damit zumindest teilweise kaltgestellt – doch der Skandal um die von ihm gegen hierzulande geltende Rechtslage genutzte Leihmutterschaft bleibt. Dabei stellt sich die Frage: Wieso befriedigen solche, die aus natürlichen Gründen (als schwule Paare) oder gesundheitlichen Gründen (etwa Unfruchtbarkeit oder Gebärunfähigkeit) keinen eigenen Nachwuchs bekommen können, ihren Kinderwunsch nicht über Adoptionen?
Hunderttausende Kinder in Europa wachsen ohne ihre leiblichen Eltern in Einrichtungen auf und brauchen familiäre Geborgenheit. Doch gleichzeitig wird für das private Glück – nicht nur im Hause Spahn – eine internationale Kind-Lieferkette aufgebaut.
Die Spahn-Funke-Koalition
Die “Spahn-Funke”-Koalition, probat im Villenkauf und rücksichtsloser Karriereplanung als schwules “Paso Doble”, war sich ihrer biologischen Begrenztheit offenbar bewusst. Trotz des von der Ampel beschlossenen Selbstbestimmungsgesetzes ließ sich keiner der beiden zur Frau erklären. Da Geschlecht ohnehin nur ein gesellschaftliches Konstrukt sein soll, hätte hier die Probe aufs Exempel gemacht werden können. Doch ausgerechnet die Schwangerschaft verweigerte sich der neuen Gesetzeslage.
Also musste die biologische Begrenztheit durch eine internationale Lieferkette überwunden werden. Eine Frau in USA, von welchem Stamme ist nicht bekannt, stellte die Eizelle zur Verfügung. Daniel Funke lieferte das Sperma per DHL. Eine Subunternehmerin ohne Tarifvertrag übernahm Schwangerschaft und Geburt. Jens Spahn trat dem Gemeinschaftsunternehmen als sozialer Vater bei. Ob persönlich haftend oder als Gesellschaft mit beschränkter Haftung, ist noch nicht bekannt. Traurig stimmt, dass der Kleine ohne Mutter aufwachsen muss.
Internationale Migration im Kleinformat
Am heimischen Spahnschen Konferenztisch wurde alsdann mehrheitlich beschlossen, die harmonischen transatlantischen Beziehungen weiter auszubauen und einer amerikanischen Quereinsteigerin eine Chance zu geben. Deutschland lieferte einen Teil des Erbgutes tiefgekühlt. Die Vereinigten Staaten stellten Eizelle (Frau A), Labor und Gebärmutterbesitzerin (Frau B) bereit. So entstand eine internationale Migration im Kleinformat, noch bevor das Kind seinen ersten eigenen Schritt machen konnte.
Nach US-Recht erwerben in USA geborene Babys automatisch die US-Staatsbürgerschaft. Der achtpfündige Neubürger namens Georg hat demnach den Sprachtest A1 noch vor sich, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Derweil wird sein Aufenthalt geduldet.
Identität per Katalog
Eizellenspenderinnen können, wie Spermaspender, bei amerikanischen Vermittlern nach persönlichen Merkmalen ausgewählt werden. Blond, groß, schlank, Hautfarbe, Herkunft und Ausbildung. Noch wissen wir nicht, welche Kriterien der Spahn-Funke-Clan zur Erweiterung der heimischen Machtverhältnisse ausgesucht hat. Bei gewöhnlichen Eltern entscheidet der liebe Gott, welche Mischung nach neun Monaten erscheint.
Das Private mit dem Nützlichen verbinden
Sofern biologisch noch einsatzfähig, wäre eine Eizellenspende durch eine Bundestagskollegin (KGE, Reichinnek) strategisch fruchtbarer gewesen. Gerade im Hinblick auf künftige Koalitionsverhandlungen hätte sich daraus eine besonders belastbare Verbindung ergeben. Statt wochenlanger Sondierungen hätte ein Blick auf den Stammbaum genügt. Politische Gemeinsamkeiten kommen und gehen. Gemeinsames Erbgut hält gewöhnlich länger als ein Koalitionsvertrag.
Warum keine Adoption?
Eine Adoption hätte Spahn mehr öffentliches Wohlwollen als Kritik eingebracht. Er hätte einem bereits geborenen Kind eine Zukunft schenken können. Stattdessen wurde eine transatlantische Lieferkette aufgebaut, damit ein weiteres Kind eigens für zwei Erwachsene entstand. Auf den Punkt gebracht: Bei der Adoption wird eine Familie für ein Kind gesucht. Bei der Leihmutterschaft wird ein Kind für eine Familie hergestellt. Jeder mag für sich beantworten, was hier wohl moralisch vertretbarer ist.























