Wenn es um die Freiheit der Kunst geht, also um die Freiheit der Kunst im linken Sinne, dann ist Claudia Roth nicht weit.
Nach der kurzfristigen Absage eines Auftritts von Danger Dan und Igor Levit in der Sendung Die Anstalt, bei der sie den Song Keine Angst performen sollten, kritisierte Roth die Entscheidung des Senders. Sie verteidigte die Aktion mit den Worten: „Die Kunst ist frei. Sie muss uns nicht gefallen. Sie kann uns provozieren“
Bereits beim Auftakt des Berliner Theatertreffens 2022 würdigte Roth Danger Dan, indem sie ihn mit dem Klassiker Dante Alighieri in Verbindung brachte. Sie hob hervor, dass seine künstlerische Arbeit ein wichtiges Element der gesellschaftlichen Auseinandersetzung sei.
Da hat sie natürlich völlig recht und kriegt die passende Antwort von Kay Ray, ebenfalls einem Künstler:
„Ich höre Claudia Roth zu und denke mir: Endlich. Endlich sagt mal jemand aus dieser politischen Ecke, dass Kunst frei ist, dass sie provozieren darf, dass sie mobilisieren darf und dass Künstler nicht einfach aus Sendungen geworfen werden dürfen. Dem stimme ich sogar zu. Nur eine Frage drängt sich mir auf: Wo war diese Haltung in den letzten Jahren?
Wo war Claudia Roth, als Uwe Steimle aus dem MDR verschwand? Wo war sie, als Lisa Fitz aus Sendungen verschwand? Wo war sie, als Serdar Somuncu, Nikolai Binner, Ludger K., Vince Ebert, Monika Gruber oder andere unbequeme Künstler immer weniger Bühnen und Sendeplätze bekamen? Wo war sie, als ich selbst aus Häusern gedrängt wurde – aus dem Schmidts Tivoli in Hamburg, dem Renitenztheater Stuttgart, dem Vorderhaus Freiburg, dem Hamburger Sprechwerk, der Musa Göttingen, dem Alten Schlachthof Soest, dem LCB Wuppertal sowie weiteren Bühnen? Wo waren damals die leidenschaftlichen Reden über Artikel 5 des Grundgesetzes? Wo waren die Warnungen vor einem Angriff auf die Kunstfreiheit?
Stattdessen wurde jahrelang behauptet, Cancel Culture gebe es gar nicht. Wer darauf hingewiesen hat, wurde belächelt, diffamiert oder gleich in eine politische Ecke gestellt. Und jetzt? Jetzt trifft es einen Künstler aus den eigenen Reihen. Plötzlich wird die Kunstfreiheit entdeckt. Plötzlich wird Artikel 5 zitiert. Plötzlich ist das Rauswerfen eines Künstlers ein demokratisches Problem.
Ich sage: Willkommen. Genau das kritisieren viele von uns seit Jahren. Kunstfreiheit gilt nicht nur für Danger Dan. Sie gilt auch für Uwe Steimle, Dieter Nuhr, Lisa Fitz, Serdar Somuncu, Vince Ebert, Monika Gruber, Nikolai Binner, Ludger K., Kay Ray und jeden anderen Künstler. Sie gilt auch dann, wenn einem die Kunst nicht gefällt. Genau das ist ihr Sinn.
Wer Kunstfreiheit nur dann verteidigt, wenn der eigene politische Freundeskreis betroffen ist, verteidigt keine Kunstfreiheit. Er verteidigt die eigene Gesinnung. Kunstfreiheit ist unteilbar. Entweder sie gilt für alle oder sie ist am Ende nur ein schönes Wort für die eigene Doppelmoral.“
Bleibt die Frage, ob der ÖRR und die freie Kunst überhaupt irgendwie zusammenpassen. Oder meint Frau Roth etwa die förderungswürdige linke Staatskunst, die im ÖRR ihren Platz finden muss?
Hier noch ein weiteres Beispiel, was die Linken unter künstlerischer Freiheit verstehen:
























