In diesem Sommer gab es einige Tage mit außergewöhnlich hohen Temperaturen an und über der 40-Grad-Marke. Den hauptberuflichen Klima-Apokalyptikern ist das natürlich Wasser auf die Mühlen, weil sie der Öffentlichkeit einreden können, dass dies auf den Klimawandel und die Erderwärmung zurückzuführen sei und sich die schlimmsten Befürchtungen bestätigen, vor denen man ja seit eh und je gewarnt habe. „Hilfe, die Gluthitze kommt zurück! Deutschland wird zum Backofen“, schreit „Bild“ schon wieder und berichtet über Wettermodelle, die für Anfang August erneut Hitze von über 40 Grad in manchen Gegenden Deutschlands prognostizieren. „So viele Wetterkarten mit Temperaturen um 40 Grad, wie in diesem Jahr, habe ich noch nie gesehen. Das sind keine Ausreißer mehr. Es zeigt: Es verändert sich etwas. Wir erleben den Klimawandel live in Deutschland“, verkündet der Meteorologe Dominik Jung.
In Wahrheit erleben wir etwas, das schon lange bekannt ist, nämlich die sogenannten Rossby-Wellen, wie eine aktuelle Studie aufzeigt. Dabei handelt es sich um wellenförmige „Schlangenlinien“ in der oberen Atmosphäre, die ein Resultat der Kurven des Jetstreams sind und die Hunderte oder sogar Tausende Kilometer breit sein können. Sie sind es, die die Wetterlage so blockieren können, dass ein wochenlanger Stillstand entsteht, der dann etwa zu langen Hitzewellen führt. Sie erklären auch, warum sich die Sommertemperaturen in Europa seit den 1980er-Jahren so stark erwärmt haben. Die Untersuchung zeigt durch Auswertung mehrerer Modelle, dass quasi-stationäre Rossby-Wellen, die im Sommer Hitzewellen verursachen, durch den Rückgang der Sulfat-Aerosol-Emissionen über Europa ab ca. 1980 wahrscheinlicher werden. Bis in die 1980er-Jahre zeigen die Modelle bei steigendem Aerosol-Gehalt in der Luft eine Abkühlung, danach, bei sinkendem Aerosol-Gehalt eine Erwärmung.
Klimaideologische Politik ruft hervor, was sie verhindern will
Dies wird von den Modellen, die sich allein auf Treibhausgase fokussieren, aber ignoriert. Nicht der auch jetzt wieder beschworene Klimawandel, sondern reine Luft ist für die Hitzewellen verantwortlich: Die beschleunigte europäische Sommererwärmung und die Zunahme blockierender Wetterlagen sind zu einem großen Teil eine Folge der Luftreinhaltepolitik seit den späten 1970er-Jahren. 1983 trat die vier Jahre zuvor unterzeichnete „Convention on Long-Range Transboundary Air Pollution (CLRTAP)“ in Kraft. Später kam eine ganze Reihe weitere Abkommen hinzu, die die möglichst weitgehende Reduzierung von Schwefelemissionen festlegten. Schwefeldioxid (SO2) wurde seither massiv gesenkt. Damit wurden auch Sulfate als Aerosol in der Atmosphäre erheblich seltener, die eine kühlende Wirkung auf die Erde haben. Da man sie weitestgehend reduziert hat, steigen seit über 40 Jahren auch die Temperaturen in Europa – aber eben nicht wegen des angeblichen Klimawandels infolge der Erderwärmung durch zu viel CO2-Ausstoss, sondern als direkte Folge einer Politik, die den Ausstoß von Treibhausgasen aller Art um jeden Preis reduzieren will.
Dies ist ein Musterbeispiel dafür, wie eine klimaideologische Politik das hervorruft, was sie verhindern will und als Reaktion darauf auch noch immer mehr von den falschen Maßnahmen fordert, die zu dem geführt haben, was man beklagt. Von Meteorologen wie Jung und anderen, die jeden heißen Hochsommertag auf die Erderwärmung zurückführen, wird man die wahren Ursachen für Hitzewellen nie erfahren, weil sie sie meist auch gar nicht kennen. Das immer gleiche Geschrei nach noch weniger Treibhausgas-Emissionen wird solche Hitzewellen aber nur noch häufiger machen. Am Ende hat die Klimaideologe dann endgültig die Klimakrise geschaffen, vor der sie ständig warnt. (TPL)























