Im besten Deutschland aller Zeiten: “Wir sind ein reiches Land!“ (Symbolbild:KI)
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Armut in Deutschland? Gibt’s nicht! Oder doch?

Ab dem 1. Juli 2026 wurde das Bürgergeld schrittweise durch das „Grundsicherungsgeld“ ersetzt, an der Höhe der Regelsätze ändert das aber nichts.

Immer wieder hört man dieselben Sätze: Im internationalen Vergleich sei es gar nicht so schlimm. Oder mit 500 Euro Rente wäre man in Afrika reich. Solche Aussagen beleidigen all jene, die hier bei uns tagtäglich um ihre Existenz kämpfen.

Ärmer als arm geht in Deutschland nicht

Der Staat garantiert jedem Bedürftigen ein Existenzminimum. Wer keine oder nur eine kleine Rente erhält, wird mit Grundsicherung aufgestockt. Der gesetzliche Regelbedarf beträgt derzeit 563 Euro im Monat.

Das Amt zahlt zudem den Monatsbeitrag direkt an die Krankenversicherung und die Miete an den Vermieter. Zusammen ergibt sich für viele Betroffene ein Betrag zwischen 1300 und 1500 Euro. Beträgt die monatliche Zahlung der Rentenversicherung zum Beispiel 300 Euro, so zahlt das Amt nur den Differenzbetrag von 263 Euro, sodass die 563 Euro erreicht werden.

18,50 Euro pro Tag im drittgrößten Industrieland der Erde

Auf dem Konto gehen Rente und anteilige Grundsicherung ein, zusammen also maximal 563 Euro. Davon müssen Essen, Strom, Handy, Bus-Monatskarte, Medikamentenzuzahlungen, Reinigungsmittel und alles, was für den Haushalt notwendig ist, bezahlt werden. Das sind umgerechnet etwa 18,50 Euro pro Tag.

Restaurantbesuch, Theater, Kino oder Sportveranstaltungen sind gestrichen. Wer jeden Cent dreimal umdrehen muss, zieht sich häufig zurück. Soziale Teilhabe ist dann nicht mehr möglich. Tauben füttern im Park ist noch gratis, Haferflocken sind preiswert..

Millionen Menschen gelten in Deutschland als armutsgefährdet

Die Armutszahlen liegen auf dem höchsten Wert seit 2020. Viele Betroffene sind Rentner, die nach einem langen Arbeitsleben auf Grundsicherung im Alter angewiesen sind. Der Gang zum Sozialamt wird von ihnen oft als tiefe Schande empfunden.

Die Sozialverbände fordern deshalb seit Jahren höhere Regelsätze und eine bessere Anpassung an die tatsächlichen Lebenshaltungskosten. Denn mit diesen Beträgen ein würdiges Leben zu führen, ist schlicht nicht möglich. Auf das Thema Grundsicherung für Neubürger kann in diesem kurzen Text nicht eingegangen werden.

Folgen der Armut

Der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Caritas und der Sozialverband Deutschland weisen seit Jahren auf die Folgen dieser Armut hin. Sie berichten von stiller Verzweiflung, Rückzug und einem Lebensabend, der für viele zur Armutsfalle wurde. Und arme Leute sterben auch früher. Manche sammeln stundenlang Bierflaschen, 100 Stück ergeben 8 Euro Pfand.

Es geht auch um die Angst vor einer kaputten Waschmaschine, einer neuen Brille oder einer unerwarteten Rechnung. Was für andere eine lästige Ausgabe ist, kann für Grundsicherungsempfänger den gesamten Monatsplan zerreißen.

Dass die GEZ bei Grundsicherung nicht bezahlt werden muss, ist dabei nur ein kleiner Trost.
Und ein größerer Trost: Gemüse vom Vortag bei einer von 2000 Abgabestellen der Tafel. Rund 1,5 Millionen „Kunden“ stehen dort Schlage.

Im besten Deutschland, das wir je hatten.

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