Die Genossen in politischer Seenot (Symbolbild:KI)
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Am 20. September ist Wahltag: Wie viele Warnungen braucht die Berliner SPD noch?

Am 6. August beklagte der Neuköllner SPD-Bezirksbürgermeister Martin Hikel im “Focus”, seine Partei bekämpfe den politischen Islam nicht entschieden genug. Statt Islamisten auf Abstand zu halten, binde die SPD sie ein. Dadurch schreite die Unterwanderung im Sinne des orthodoxen Islam weiter fort.

Harte, aber wahre Worte aus den eigenen Reihen. Hikel steht seit acht Jahren an der Spitze von Berlin-Neukölln mit 300.000 Einwohnern. Nun tritt er nicht mehr an. Nicht weil die Probleme gelöst wären, sondern weil ihm in der eigenen Partei der Rückhalt fehlt.

Schon Buschkowsky warnte

Der frühere Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky, ebenfalls SPD, warnte schon vor vielen Jahren vor Parallelgesellschaften und religiösem Fundamentalismus. Seine Partei hörte zu, aber offenbar nicht hin. Heute beschreibt Hikel, was daraus geworden ist. Religiöses Mobbing sei an Berliner Schulen Realität. 20 Prozent der befragten Schüler geben an, aus religiösen Gründen unter Druck zu stehen. Ein Drittel der Neuntklässler meint sogar, religiöse Regeln sollten Vorrang vor Schulregeln haben.

Besonders unter Druck stehen Muslime, die nicht so leben wollen, wie orthodoxe Glaubenswächter es verlangen.

Fünf Kilometer bunt, bärtig, multikulti

Wenn ich Besuchern das „fortschrittliche“ Berlin zeigen will, fahre ich mit ihnen durch die Sonnenallee. Fünf Kilometer bunt, bärtig, multikulti. Wer dort entlanggeht, kann sich die Städtereise nach Istanbul gleich sparen.

Hier arbeitet auch Frau Güner Balci, die parteilose Integrationsbeauftragte von Neukölln. Sie kennt den Bezirk seit Jahrzehnten. Balci sagte, Islamisten und Aktivisten hätten Teile der Politik, der SPD und der Verwaltung unterwandert. Das sagt keine politische Gegnerin der SPD, sondern eine Frau, die täglich sieht, was sich in Neukölln verändert.

In den Wind gesprochene Mahnungen

Damit bekommt die Geschichte ihre bittere Pointe. Buschkowsky warnte. Balci warnte. Hikel warnte. Die Probleme blieben.

Und nun verschwindet mit Hikel nicht der politische Islam aus Neukölln, sondern einer seiner deutlichsten Kritiker aus der Politik. Vielleicht sollte sich die SPD langsam fragen, auf wessen Seite sie steht.

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