Witwenrente? Kann weg im besten Deutschland aller Zeiten... (Symbolbild:KI)
[html5_ad]

Skandal: Witwe Bolte und die Abschaffung der Witwenrente

Gestern, am 8. August 2026, lesen wir, was den künftigen Witwen drohen wird. So fordert in der Rheinischen Post der Wirtschaftsweise Martin Werding die Abschaffung der seit 1911 existierenden Witwenrente.

Zu allen Zeiten hatten Witwen einen schweren Stand. War der treue Gemahl als Ernährer der Familie unter der Erde, zog Meister Schmalhans ins Haus. Wilhelm Busch schickte vor 160 Jahren die Witwe Bolte mit dem Teller in den Keller, um sich billigen Sauerkohl zu holen. Wer die Witwenrente abschafft, könnte diese preiswerte Ernährung wieder erstaunlich modern machen.

Sauerkohl statt Witwenrente

Wirtschaftsweiser Martin Werding hält die Witwenrente für nicht mehr zeitgemäß. Frauen könnten heute schließlich selbst vorsorgen. Rund 4,4 Millionen Witwen erhalten derzeit eine Hinterbliebenenrente. Im Schnitt sind das grob 800 Euro im Monat. Kein Luxus. Aber oft genau jene Summe, die entscheidet, ob die Witwe mit ihrer kleinen eigenen Rente auskommt oder zusätzlich Grundsicherung beantragen muss.

Der Rentenpunkt fürs Windelnwechseln

Frauen sollen also arbeiten gehen, Geld verdienen, Rentenpunkte sammeln und privat vorsorgen, statt zu Hause Windeln zu wechseln. Nur haben Millionen Frauen genau das jahrzehntelang getan. Sie haben Kinder großgezogen, den Haushalt geschmissen, Teilzeit gearbeitet und auf Einkommen und Karriere verzichtet.

Die Witwenrente ist für viele von ihnen deshalb auch der verspätete Rentenpunkt fürs Windelnwechseln. Kein Almosen, sondern ein kleiner Ausgleich für Jahre, in denen andere Karriere machten und fürs Alter vorsorgen konnten.

Noch mehr Alte, noch weniger Kinder

Gleichzeitig klagt Deutschland über zu wenige Kinder und eine immer ungünstigere Alterspyramide. Wer jungen Frauen nun erklärt, sie müssten vor allem arbeiten und selbst fürs Alter vorsorgen, macht Kinderkriegen noch unattraktiver.

Einkommen schlägt Kinderkriegen

Weniger Kinder heute bedeuten später weniger Beitragszahler. Der Staat verschärft damit genau das eigene Problem, über das er seit Jahren jammert. Bei Witwen soll nun plötzlich gespart werden. Fast 50 Milliarden Euro kosten die Hinterbliebenenrenten jährlich.

Merkwürdig nur, wie locker Milliarden sitzen, wenn sie für Waffen und fremde Kriege gebraucht werden. Dann geht es plötzlich mit einem Federstrich.

Bei der Frau, die Kinder großgezogen, auf Einkommen verzichtet und ihren Mann verloren hat, entdeckt der Staat dagegen die Sparsamkeit.

Eine Schande.

Witwe Bolte lässt grüßen. Sauerkohl ist preiswert und füllt den Magen. Wirtschaftsweise heißen Wirtschaftsweise, weil sie weiser sein sollen als unsereins. Doch auch hier gilt errare humanum est. Irren ist menschlich. Der Professorentitel schützt offenbar nicht davor.

47c4178f640a44b590e8e6cab7c55cd5
image_printGerne ausdrucken

Themen