Ausgerechnet die 80er-Jahre Pop-Ikone Boy George ist einer der ganz wenigen in der westlichen Kulturblase, von dem man zu Recht sagen kann, dass er tatsächlich Mut hat und wirkliche Haltung zeigt. Im Gegensatz zu fast all seinen Kollegen, sondert er nicht gebetsmühlenartig Israelhass und Palästinenserpropaganda ab, sondern bekennt vorbehaltlos zum Existenzrecht des jüdischen Staates und dessen Recht auf Selbstverteidigung gegen den Terror. Dafür schlägt ihm allerdings auch massive Kritik entgegen.
Nachdem er am Samstagabend seinen Auftritt beim Festival „Die 80er Live“ in Frankfurt nach weniger als 15 Minuten abbrach und die Bühne unter Buhrufen verließ, erhob er den Vorwurf, die Tontechniker hätten seinen Auftritt absichtlich sabotiert. Von Anfang machte er deutlich, dass es Probleme mit dem Ton gab. „Die großen Jungs an den Monitoren auf der Bühne haben beschlossen, meinen Auftritt zu sabotieren. Die In-Ear-Monitore waren so laut, dass ich meine eigene Stimme kaum hören konnte. Als ich darum bat, sie leiser zu stellen, wurden sie noch lauter gedreht“, schrieb er in einem mittlerweile gelöschten Tweet. „Ich gebe schon sehr lange Konzerte und ich erkenne den Gestank von Sabotage“, sagte er weiter und kündigte an, in London zum Ohrenarzt gehen zu müssen, weil seine Ohren in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Veranstalter von Markus Krampe wies die Vorwürfe zurück. Weder die Techniker noch Boy Georges Tourmanager hätten einen Fehler festgestellt. Dass George den Auftritt zu Beginn des dritten von vier geplanten Songs abgebrochen habe, könne er daher nicht nachvollziehen. „Wir haben einen Anwalt eingeschaltet und wollen die Gage zurück“, so Krampe.
Opfer der antisemitischen europäischen Kulturszene
Egal, was bei dem Auftritt vorgefallen ist, steht Boy Geoge wegen seiner pro-israelischen Haltung seit Tagen unter Dauerbeschuss. Ende Juli hatte er den Song „We will dance again“ („Wir werden wieder tanzen“) veröffentlicht. Dies ist der Slogan der Überlebenden des Hamas-Massakers beim Supernova-Musikfestival am 7. Oktober 2023. „Du sagst Völkermord, ich sage Krieg. (…) Du erwähnst nie den 7. Oktober: junge Mädchen, die, an Bäume gedrückt, vergewaltigt und brutal ermordet wurden“, heißt es im Text des Liedes. Damit drückt Boy George die ganze Verlogenheit der westlichen Linken aus, zu der auch der allergrößte Teil der „Kulturschaffenden“ gehört. Die Opfer des palästinensischen Terrors erwähnen sie mit keinem Wort, dafür überbieten sie sich mit Kritik an der israelischen Reaktion darauf. Sowohl die Plattform Bandcamp als auch Tony Pilatus, der Manager von Georges Label, hatten sich geweigert, das Lied zu veröffentlichen. Daraufhin trennte der Sänger sich von Pilatus und kommentierte dies mit den Worten: „Weil ich mich entschieden habe, für meine jüdischen Freunde einzutreten, verliere ich einige Menschen aus meinem Leben (…) Wenn jemand feige ist, fällt der Abschied nicht schwer“.
Kurz vor seinem Auftritt am Samstag hatte George auf Twitter geschrieben: „‚Solange Israel auf dieser Erde existiert, wird es keinen Frieden geben.’ Wenn dieser Satz für Euch mehrdeutig ist, verpisst Euch von meiner Timeline. Vertraut mir: Ich habe im Moment die besten Anwälte. Es sind Juden“. Zur heftigen Ablehnung, die ihm auch und gerade aus der Kulturszene entgegenschlug, sagte er: „Es spielt keine Rolle, was ich denke oder was ihr denkt. Wann werdet ihr begreifen, dass ihr NICHTS tut! Es ist ein verdammter Witz. Ich überwerfe mich sogar mit jüdischen Freunden. Der Wahnsinn kennt keine Grenzen“. Inmitten einer feigen Bande von widerlichen Opportunisten und Verblendeten ist dies ein wirkliches Zeichen von Mut, nicht von Gratismut, wie bei Georges Kollegen, die alle das gleiche einfältig, antisemitische Geschwätz von sich geben. (TPL)























