Während hierzulande Politiker empfindlich auf Beschimpfungen reagieren, brauchen ihre Kollegen in Amerika Elefantenhaut. Wegen „Schwachkopf PROFESSIONAL“ würde Donald Trump vermutlich nur müde lächeln.
Bernie Sanders hat Trump nun wirklich nicht mit Wattebäuschchen beworfen. Für ihn war Trump ein „pathological liar“, ein pathologischer Lügner, dazu Betrüger, Rassist, Sexist und Fremdenfeind.
In Amerika fliegen die Fetzen
Reuters verbreitete die Beschimpfungen, ohne dass anschließend morgens um sechs die Polizei bei Sanders klingelte. Der demokratische Kongressabgeordnete Robert Garcia legte noch ein Scheit Holz nach. Trump sei ein Hochstapler, Krimineller und Verräter. Auch das lief über die Nachrichtenagenturen in alle Welt hinaus.
General Mark Milley, früher höchster US-Soldat, bezeichnete Trump sogar als „fascist to the core“, als Faschisten bis ins Mark.
Und Marco Rubio, damals noch Trumps republikanischer Rivale, nannte ihn gefährlich, unberechenbar und einen Hochstapler. Selbst Trumps Sprühbräune bekam ihr Fett weg. Rubio verspottete sie als „worst spray tan ever“, als schlechteste Sprühbräune aller Zeiten. Heute ist Rubio Außenminister unter Trump. Trump muss ihm wohl verziehen haben.
Ein dickes Fell gehört dazu
Dahinter steckt keine besondere Höflichkeit der Amerikaner. Im Gegenteil. Der erste Zusatzartikel zur US-Verfassung lässt der politischen Rede gewaltig viel Luft.
Einen besonderen Strafparagraphen, der Politiker ähnlich wie in Deutschland vor Beleidigungen schützt, gibt es dort nicht. Wer in Washington ganz nach oben will, sollte sich deshalb besser vorher eine zweite Haut wachsen lassen.
Sanders durfte Trump einen pathologischen Lügner und Betrüger nennen. Garcia legte Krimineller und Verräter drauf. Milley griff zum Faschisten. Rubio fand sogar noch Zeit, Trumps Sprühbräune zu beleidigen. Danach ging das politische Leben weiter.
Und nun Deutschland…
Robert Habeck stellte Strafantrag gegen einen 64-Jährigen wegen „Schwachkopf PROFESSIONAL“. Bis August 2024 waren nach Angaben der Bundesregierung bereits 805 Strafanzeigen wegen gegen Habeck gerichteter Beleidigungen oder Bedrohungen gestellt worden.
Bei Annalena Baerbock waren es 513. Ein Rentner erhielt einen Strafbefehl über 800 Euro. Er hatte über Baerbock geschrieben, sie sei beim Trampolinspringen „zu oft an die Zimmerdecke geknallt“.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann spielt noch in einer anderen Liga. Seit Februar 2023 stellte sie nach Medienberichten annähernd 1.900 Anzeigen. Was Trump, Sanders oder Rubio zum politischen Frühstück serviert bekommen, landet in Deutschland schnell auf dem Schreibtisch eines Staatsanwalts.























