Die Grünen präsentieren sich seit Jahren als moralische Instanz im Kampf gegen sexuelle Belästigung, Machtmissbrauch und Sexismus. Mit Slogans wie „Nur Ja heißt Ja“, internen Kodizes zur sexuellen Selbstbestimmung und der Forderung nach null Toleranz fordern sie von der Gesellschaft und politischen Gegnern höchste Standards. Doch ein aktueller Skandal in Mecklenburg-Vorpommern zeigt erneut, wie brüchig dieser Anspruch wird, sobald die eigenen Reihen betroffen sind. Im Zentrum steht Fraktionschefin Constanze Oehlrich. Laut Berichten der “Welt” und anderer Medien soll sie sich 2022 in einen zwölf Jahre jüngeren Fraktionsmitarbeiter verliebt und ihm jahrelang verbale Avancen gemacht haben. Eine besonders zitierte Episode: Sie bemängelte, seine Kleidung sitze nicht „am Hintern enger“. Der Betroffene legte eine eidesstattliche Versicherung vor, bat mehrfach um Freistellung und litt unter gesundheitlichen Folgen. Ein Machtungleichgewicht zwischen Vorgesetzter und Untergebenem lag auf der Hand.
Die Fraktion ließ den Fall von einer Anwaltskanzlei prüfen – Ergebnis: Die Vorwürfe seien „unbegründet“. Oehlrich weist sexuelle Absichten zurück und spricht von Missverständnissen in einer „engen Arbeitsatmosphäre“. Doch nun brachte ein Brandbrief von Antidiskriminierungs-Beratungsstellen im Juli 2026 die Affäre dann – ausgerechnet kurz vor der Landtagswahl – erneut hoch. Doch das “feministische Bollwerk“ der grünen Weiberei behielt auch hier die Oberhand über die toxischen Männer: Der Mitarbeiter ist inzwischen aus den Diensten der Fraktion ausgeschieden – und Ex-Fraktionsvize Hannes Damm, der ihm im Zwist mit Oehlrich den Rücken gestärkt hatte, wurde ausgeschlossen. Wie praktisch!
Unsägliche Heuchelei
Und genau hier liegt die Doppelmoral dieser Truppe:: Während die Grünen bei politischen Gegnern oder in der Öffentlichkeit jeden Grenzfall skandalisieren und strengste Regeln fordern, schützen sie intern die eigenen Machtstrukturen. Ganz ähnlich war es Fall Stefan Gelbhaar 2024/25: Belästigungsvorwürfe – teils nachweislich erfunden von einer Parteikollegin) – kosteten ihn die Kandidatur. Die Partei reagierte zögerlich und überarbeitete erst später ihre Verfahren. Auch der Europaabgeordneter Malte Gallée trat nach ähnlichen Vorwürfen zurück.
Die Partei predigt Opfer-Schutz und Machtkritik, doch wenn die Täterin grün und weiblich ist, wird relativiert, intern abgewiegelt und die Untersuchung als Freispruch verkauft. Ein Kodex von 2020 verpflichtet die Grünen eigentlich, Grenzüberschreitungen nicht zu vertuschen. In der Praxis zählt oft der Erhalt von Positionen und Listenplätzen mehr. Solange Anspruch und Realität so auseinanderklaffen, bleibt der moralische Zeigefinger der Grünen unglaubwürdig – und die Heuchelei evident.























