ICE-Testzug: Die Bahn versagt auf ganzer Linie (Symbolbild:KI)
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Feuerwehrübung im ICE-Tunnel: Wären hier längst alle tot!

Eine Notfallübung am 8. August 2026 auf der ICE-Strecke Erfurt–Nürnberg endete erschreckend. Die ersten Retter kamen erst nach zwei Stunden und sieben Minuten. Ein Experte sagte: „Wäre das hier echt, wären längst alle tot.“ Im 1.320 Meter langen Sandbergtunnel bei Erfurt wurde ein brennender ICE simuliert. Rund 100 Komparsen spielten Fahrgäste, mehr als 250 Einsatzkräfte sollten sie retten. Geplant waren zehn bis 25 Minuten. Tatsächlich kamen die ersten Retter nach zwei Stunden und sieben Minuten.

Im Notfall muss eine Dominoreaktion anlaufen. Der Lokführer meldet Feuer. Die Bahn gibt den Notruf weiter. Die Rettungsleitstelle alarmiert die Feuerwehren. Jeder Stein muss sofort den nächsten anstoßen. Sekunden und Minuten entscheiden darüber, ob Menschen gerettet werden oder im Rauch sterben.

Wie geht die verdammte Türverriegelung auf?

Wie bekommt man die verdammte Tür auf? Wo ist die Notentriegelung? Und wenn die Tür nicht aufgeht, wo hängen die roten Hämmer? Welche Scheibe lässt sich einschlagen? Wie klettert man als älterer Fahrgast durch den Rahmen? Wie tief geht es draußen hinunter, ohne sich beim Sprung die Beine zu brechen?

Währenddessen wird der Rauch dichter. Die Augen brennen, der Hals schmerzt, jeder Atemzug tut weh. Wer stürzt, kann von den Nachdrängenden niedergetrampelt werden. Dann zählt nur noch der nächste Atemzug. Draußen warten die nächsten Fragen. Wo geht es hinaus aus dem dunklen Tunnel? Sind Richtungspfeile im Rauch zu erkennen? Kann man neben den Gleisen laufen? Wie weit ist es bis zum Tunnelausgang? Wird der Rauch abgesaugt?

Fehlende bundesrepublikanische „Kriegstüchtigkeit“ an der Heimatfront

Genau diese Kette geriet bei der Übung ins Stocken. Der Notruf ging gegen 10.15 Uhr ab. Dann wanderte die Meldung durch die Behördeninstanzen. Rund 30 Minuten vergingen bis zur Weiterleitung an die Rettungsleitstelle. Danach ging erneut wertvolle Zeit verloren, bis Feuerwehren alarmiert wurden. Technische Pannen kamen hinzu. Selbst das gute alte Fax spielte noch eine Rolle. Papier einlegen, Nummer wählen, auf Senden drücken. Hoffen, dass an der anderen Seite nicht gerade belegt ist. Und dass jemand das angekommene Fax auch registriert. Auch in der Frühstückspause.

Solange die bundesrepublikanische „Kriegstüchtigkeit“ an der Heimatfront nicht funktioniert, brauchen wir uns keine Sorgen machen, ein Ostfeldzug könnte beginnen. Faxgeräte sind empfindlich, besonders im Kanonenhagel an der Front.

Wäre die Bahn ein Privatunternehmen…

Wer häufig zwischen Berlin und München fährt, bekommt bei solchen Zahlen ein mulmiges Gefühl. Plötzlich steht der ICE im Tunnel. Mehr als 40 Kilometer verlaufen in Tunneln. Was tun, wenn es verbrannt riecht? Rauch zieht durch die Wagen. Kinder schreien. Menschen suchen ihre Angehörigen. Vielleicht fällt das Licht aus. Dann leuchten nur noch Handytaschenlampen durch den Qualm. Die einen drängen nach vorne, die anderen zurück.

Wäre die Bahn ein kleines Privatunternehmen und eine Brandschutzübung würde derart enden, stünden vermutlich am nächsten Morgen die Behörden vor der Tür. Meine persönliche Auswertung fällt einfacher aus. Berlin–München dauert mit dem Auto länger. Dann stehe ich eben manchmal im Stau. Aber ich weiß wenigstens, wo der Türgriff ist und der Acker neben der Fahrbahn.

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