Hacker am Werk (Symbolfoto:Shutterstock)
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Hackerangriff auf Senatsverwaltung legt Berlin noch lahmer, als es ohnehin schon ist

Ein Hackerangriff auf die Berliner Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt hat offenbar zu einem Abfluss von sensiblen Daten geführt. Der Angriff ereignete sich bereits am Freitag, wurde aber erst gestern bekannt. Beide Verwaltungen sind seit Freitag komplett vom Internet abgeschnitten, die Mitarbeiter können nicht auf ihre normalen Arbeitssysteme zugreifen. Trotzdem erklärte die Senatskanzlei, beide Behörden seien „arbeitsfähig“. Nach Berliner Maßstäben mag dies sogar zutreffen. Das Landeskriminalamt (LKA), die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden eingeschaltet. Offenbar nutzten die Hacker eine Schwachstelle im IT-Betrieb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, für den Angriff auf das Landesnetz.

Für die Sicherheitslücke soll nicht der zentrale landeseigene IT-Dienstleister ITDZ verantwortlich gewesen sein. Die beiden betroffenen Verwaltungen betreiben einen Teil ihrer IT in eigener Verantwortung. Der IT-Experte Manuel Atug kritisierte, Berlin sei im Bereich Cybersicherheit der Verwaltung „sehr schlecht aufgestellt“. Verbesserungsvorschläge von Technik-Experten wie ihm seien nicht umgesetzt worden. Als er mit mehreren Sachverständigen eine Einschätzung zur IT-Sicherheit habe geben müssen, habe man festgestellt, „dass die Cybersicherheit in Berlin sogar noch schlechter geworden ist“. Es gebe beispielsweise Fachverfahren, die auf Betriebssystemen laufen, „die wirklich seit vielen, vielen Jahren keine Updates mehr bereitstellen“, so Altug weiter.

Derselbe Berliner Schlendrian wie allenthalben

Atug warf der Verwaltung auch vor, nicht gut über die Krise zu kommunizieren. Bei einem Hackerangriff sei es eigentlich üblich, der Öffentlichkeit FAQs zum Stand der Analysen bereitzustellen. Dies passiere in diesem Fall nicht. Wer hinter dem Angriff steckt und wann die beiden Verwaltungen wieder ans Netz gehen können, ist derzeit noch unklar. SPD-Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) fordert mehr Investitionen in die Cybersicherheit Berlins. Die Grünen wollen den Hackerangriff am kommenden Montag im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses behandeln und dabei klären, welche Sicherheitslücke ausgenutzt wurde, welche Daten abgeflossen sind und ob aus dem Angriff Gefahren für weitere Teilnehmer des Berliner Landesnetzes entstanden sind. Das Berliner Landesnetz verbindet rund 600 behördliche und öffentliche Standorte über ein Glasfasernetz. Neben den Senatsverwaltungen sind unter anderem auch Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser angeschlossen.

Das Shithole an der Spree offenbart hier denselben Schlendrian wie in allen anderen Bereichen auch. Ein zentrales Controlling über die Aktualität der Software in der Berliner Verwaltung gibt es nicht, die jeweiligen Behörden sind zum Teil selbst dafür verantwortlich und scheitern natürlich auch daran. Es wird wohl nicht lange dauern, bis man Russland, die AfD oder beide für den Hackerangriff verantwortlich macht. Für die Berliner selbst dürften die negativen Folgen sich in Grenzen halten oder sich sogar als Segen erweisen. Denn jeder Tag, an dem die Stümper und Bevormunder in der Verwaltung nicht ihr Unwesen treiben können, ist ein guter Tag. (TPL)

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