Ganz anders als bei eBay: Stellenangebote unterm Hammer (Symbolbild:KI)
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Neue Ideen gegen “Fachkräftemangel“: Wie wär’s denn mal mit Job-Auktionen?

Wer bei eBay ein Handy unbedingt haben will, bietet zehn Euro mehr. Der Nächste legt fünf Euro drauf. Kurz vor Schluss bietet einer noch einmal 30 Euro mehr. So schaukelt sich der Preis hoch, Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Bei anderen Auktionen läuft es gelegentlich auch umgekehrt.

Der Auktionator ruft für eine Industriemaschine 3.000 Euro auf. Keiner rührt sich. Also 2.500 Euro. Wieder nichts. Erst bei 1.800 Euro meldet sich ein Käufer.

Jobs einfach per Auktion

Warum sollte dieses Verfahren nicht auch auf dem Arbeitsmarkt funktionieren? Ein Unternehmen sucht einen Mitarbeiter und bietet monatlich 5.000 Euro brutto. Statt 80 Bewerbungen zu sichten, startet es online eine Job-Auktion. Ein Bewerber bietet 4.900 Euro. Ein anderer 4.500.

Dann folgen 4.200, 3.800 und 3.600 Euro. Schließlich bleiben vier Bewerber übrig. Mit denen spricht der Betrieb. Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Per Auktion um das Gehalt pokern

Ein Betrieb sucht dringend einen IT-Fachmann und bietet online 5.000 Euro. Kein Bewerber meldet sich. Doch bei der Job-Auktion tippt einer 5.500 Euro ein und schickt sein Gebot ab. Ein anderer setzt 6.000 Euro dagegen.

Nun muss der Chef entscheiden, wie dringend er den Mann braucht. Sind gute Leute knapp, pokert plötzlich nicht mehr der Chef, sondern auch der Bewerber. Angebot und Nachfrage regeln den Preis.

Drei Millionen suchen Arbeit

Im Juli waren in Deutschland 3,007 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Gleichzeitig klagen Betriebe, geeignete Mitarbeiter nur schwer zu finden.

Ein arbeitsloser Sachbearbeiter sieht eine Stelle für 5.000 Euro und denkt: Dafür bin ich nicht gut genug. Also bewirbt er sich gar nicht erst. Bei der Job-Auktion könnte er eintippen: Für 3.600 Euro traue ich mir die Arbeit zu. Plötzlich ist er im Rennen.

Erst einmal den Fuß in die Tür bekommen

Die Auktion entscheidet nur über den Einstieg. Erkennt der Betrieb nach einigen Monaten, dass der neue Mitarbeiter tüchtig und schwer zu ersetzen ist, dürfte sich sein Gehalt nach oben bewegen. Schließlich will man einen guten Mann nicht an die Konkurrenz verlieren.

Vielleicht ist der Mitarbeiter, der für 3.600 Euro angefangen hat, ein Jahr später 4.500 oder 5.000 Euro wert. Ohne die Job-Auktion hätte er sich womöglich nie beworben.

Der Bewerber pokert mit

Jeder Verbraucher vergleicht Preise. Kostet derselbe Fernseher beim einen Händler 1.500 Euro und beim anderen 1.200 Euro, zahlt kaum jemand freiwillig 300 Euro mehr.

Doch bei mehr als drei Millionen Arbeitslosen darf man fragen: Warum soll ein Arbeitsuchender nicht selbst sagen dürfen, für welchen Lohn er einen neuen Job annehmen würde?

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