Starb mit nur 36: Hayden Panettiere (Foto:Instagram)
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Hayden Panettiere und die dunkle Seite der “Traumfabrik”

Kaum war der Tod der 36-jährigen Hayden Panettiere bekannt, begannen auf X wieder die wilden Spekulationen. Manche wittern sofort ein Komplott der Hollywood-Machtzirkel, sprechen von geheimnisvollen Auftragskillern, einem britischen Musiker und finsteren Intrigen. Kritische Beobachter auf X wie John McCloy oder Bernd Kaiser weisen solche absurden Thesen zurück. Denn was nach einem billigen Thriller klingt, entspringt vor allem der Phantasie jener, die naheliegende Erklärungen ablehnen – denn die tatsächlichen Umstände wirken weit nüchterner und zugleich erschütternder: Ein früher Kinderstar, der bereits als Kleinkind vor der Kamera stand, wurde von der gnadenlosen Unterhaltungsbranche ausgelaugt.

Über Jahre hinweg kämpfte Panettiere seit ihrer Trennung von dem Ex-Verlobten, On-Off-Freund und Vater ihrer 11-jährigen Tochter Kayla, Wladimir Klitschko, öffentlich mit tiefen Depressionen und Alkoholproblemen. Erneut in einer toxischen Beziehung mit einem gewalttätigen Lover, der sich eigentlich gerichtlich verfügt seit 5 Jahren von ihr fernhalten sollte, kam es, wie es kommen musste: Als am Samstag in einer Wohnung in South Carolina der Notruf einging wegen Drogenüberdosis und anschließendem Herzstillstand, erfüllte sich eine menschliche Tragödie. In Panettieres Karriere hatten belastende Beziehungen seit jeher Rolle gespielt, die sie nur noch mit Drogen und Medikamente zu verkraften können glaubte. Als die Rettungskräfte eintrafen, lagen auf der Matratze ein Medikament gegen Überdosen.

Am Ende gebrochene Menschen

Es braucht für diese Abgründe keinen Spionageplot; der harte Alltag des verlogenen und gnadenlosen Showbusiness genügt völlig. Jegliche Verschwörungserzählungen sind überflüssig, um die Verkommenheit Hollywoods zu erkennen. Die Industrie musste Panettiere gar nicht gezielt “ausschalten” – ihre eigene giftige Kultur erledigt das. Junge Talente werden ausgebeutet, auf Galas feiert man sich selbst als moralische Vorbilder, doch und am Ende bleiben oft gebrochene Menschen zurück. Während Stars ihren inneren Dämonen und Süchten überlassen werden, predigt man der Öffentlichkeit vom roten Teppich aus überlegene Werte.

Der eigentliche Skandal liegt nicht in angeblichen Geheimorden, sondern in dieser dekadenten, von Drogen und Oberflächlichkeit geprägten “Traumfabrik”, die den Zerfall von Maßstäben verherrlicht, ihre Figuren erst aufs Podest hebt und sie dann still untergehen lässt. Statt Fantasien über vertuschte Morde zu verbreiten, sollte man klar benennen, was vor aller Augen liegt: Hollywood gleicht einem moralischen Friedhof. Kaiser schreibt: “Ruhe in Frieden, Hayden! Du fielst keiner weltumspannenden Verschwörung zum Opfer, sondern einer zutiefst kranken Gesellschaft.” (JS)

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