Hans-Thomas Tillschneider, der stellvertretende AfD-Landesvorsitzende von Sachsen-Anhalt, hat seiner Partei mit seinem Auftritt im Podcast der ehemaligen stellvertretenden „Spiegel“-Chefredakteurin Melanie Amann, einen unnötigen Bärendienst erwiesen. Nach etwa 50 Minuten brach er das Gespräch wütend ab, weil er mit Amanns Gesprächsführung unzufrieden war. „Ich empfinde Ihre Fragen als destruktiv und suggestiv und in höchstem Maße unfair“, warf er Amann vor. Na, so eine Überraschung aber auch… was hatte Tillschneider erwartet? Hat er sich vor der Sendung etwa noch kein Gespräch mit dieser unsäglichen gouvernantenhaften “Journalistin“ angeschaut, haben die unzähligen Auftritte in Talkshows, die diese intellektuell stark ausgebremste Scheuklappenträgerin aus unerfindlichen Gründen ebenso wie die Kommunistin Ulrike Herrmann wieder und wieder einladen, dazu nicht ausgereicht?
Bekanntlich ist es eine Definition von Wahnsinn, immer wieder dasselbe zu tun und jedesmal ein anderes Ergebnis zu erwarten; war Tillschneider wirklich so wahnsinnig zu glauben, dass Amann hier plötzlich konstruktiv und fair moderieren würde? Sie war es natürlich nicht – was der AfD-Gast von Minute zu Minute mehr erleben musste. Als Amann schließlich dann noch auf den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke zu sprechen kam, weil dieser die als Rechtsterroristen angeklagten mutmaßlichen Mitglieder der „Sächsischen Separatisten“ für unschuldig erklärt hatte, beendete Tillschneider schließlich das Gespräch mit den Worten: „Ich habe gedacht, es geht hier um mein Buch. Ich habe gedacht, es geht um meine Person. Sie fragen mich zu Björn Höcke, zu sonst wem. Und deswegen will ich das hier jetzt beenden. So muss ich mich nicht behandeln lassen“.
Was hat Tillschneider erwartet?
Wenn Tillschneiders Entrüstung auch verständlich ist, bleibt er die Antwort schuldig, was er von Amann eigentlich erwartet bzw. sich von seinem dortigen Auftritt versprochen hat? Jeder weiß, dass man bei Amann nicht auf bloße Fragen, sondern auf eine latent aggressive Verhörsituation gefasst sein muss. Ihr penetrantes Gehabe bei jeder sich bietenden Gelegenheit als arrogante Besserwisserin (die es in Wahrheit zumeist schlechter weiß) und Anti-AfD-Ideologin ist inzwischen Allgemeingut der Zumutungen des deutschen Mainstreammedienbetriebs, den sie wie wohl niemand sonst personifiziert. Wer ausgerechnet von so einer Person eine auch nur einigermaßen objektive Gesprächsführung – zumal mit einem Gast von der AfD – erwartet, muss sich mindestens eine gewisse Naivität vorwerfen lassen.
Melanie Amann ging es noch nie um Erkenntnisgewinn oder Diskussion, sondern um Haltungsmasturbation, um „Entlarvung“, um das Setzen von Gesinnungsduftmarken für ihre Anhänger. Zudem ist es seit eh und je üblich in solchen Formaten, AfD-Gäste mit Zitaten anderer AfD-Politiker zu konfrontieren und ihnen irgendwelche Stellungnahmen dazu abzuverlangen. Wenn man sich dennoch darauf einlässt, sollte man zumindest die Nervenstärke für ein solches Format mit einem Gegenüber aufbringen, dass eine klare Agenda vertritt und einem feindlich gesonnen ist. Tillschneider hätte sich also entweder vorher überlegen sollen, was ihm bevorsteht – oder den Auftritt souveräner gestalten müssen. Indem er einfach mimosenhaft abrauschte, hat er Amann und ihrer Blase genau das geliefert, was sie wollen. (TPL)























