Deutschlands ehemalige Volksparteien CDU und SPD, beide stramm auf dem Weg zu Kleinparteien, erleben einen anhaltenden Schwund, der ihre Zukunft bedroht – die Gründe sind bekannt, werden jedoch von den ignoranten Großkopfeten beider Parteien geflissentlich und beharrlich-stur ausgeblendet. Doch nicht nur Wähler gehen den einstigen Hauptträgern der Willensbildung scharenweise von der Fahne, sondern auch die eigenen Mitglieder: Aktuelle Daten des Parteienforschers Oskar Niedermayer zeigen, dass die SPD Ende 2025 bei nur noch 348.451 Mitgliedern stand. Nach Verlusten von 8.073 Personen im Vorjahr 2024 waren es vergangenes Jahr 8.665. Damit erreicht der jährliche Rückgang eine Quote von zwei Prozent – weit weniger, als verkraftbar und zur Bestandsicherung notwendig ist.
Die CDU von Kanzler Friedrich Merz kommt auf 356.769 Mitglieder – nach einem kleinen Plus 2024 ging es 2025 um 7433 Personen bergab. Zwar beschwichtigen Niedermayer und die Parteien selbst, der Hauptgrund liege in der Demografie: Etwa zwei Prozent der Mitglieder sterben jedes Jahr. Das stimmt und war schon immer der Hauptgrund für verlorene Mitglieder – doch das Problem ist, dass gleichzeitig der Nachwuchs ausbleibt.
Wer ist hier wirklich “ewiggestrig“?
Bei der SPD zählte man von Anfang 2023 bis Ende 2024 mehr als 14.000 Todesfälle, bei der CDU gehen rund 40 Prozent der Austritte auf Todesfälle zurück. Das Durchschnittsalter liegt bei 61 Jahren in der CDU und 62 bei der SPD – mehr als die Hälfte der Christdemokraten ist damit über 60; auch das ein Zeichen dafür, wer hier wirklich “ewiggestrig“ ist.
Ganz anders die Entwicklung bei den kleineren Parteien: Die Linke hat sich 2025 von 58.532 auf etwa 123.000 Mitglieder mehr als verdoppelt. Die AfD legte von rund 39.600 Ende 2023 auf etwa 73.000 zu. Die Grünen stiegen von 125.991 im Jahr 2023 auf 183.761. Ihr Durchschnittsalter ist deutlich niedriger – bei der Linken nur 39 Jahre, bei den Grünen 49 und bei der AfD 54. Diese Trends deuten auf eine grundlegende Verschiebung in der Parteienlandschaft hin. Während die klassischen Kräfte vergreisen und schrumpfen, profitieren polarisierende und jüngere Parteien vom Zulauf. Experten warnen vor einem schleichenden Aussterben der Volksparteien, falls keine wirksamen Gegenmaßnahmen greifen. Die CDU fürchtet laut Generalsekretär sogar weitere Verluste von bis zu 50.000 Mitgliedern bis 2029. Quellen wie Tagesspiegel und ZEIT bestätigen die Zahlen aus Niedermayers Studien. Man darf gespannt sein, wie sich der Bedeutungsverlust der einstigen “großen Parteien“ in naher Zukunft noch beschleunigen wird, wenn die AfD weiter Zulauf erfährt. (TPL)






















