Selbst südamerikanische einstige sprichwörtliche Bananenrepubliken sind zu einer konsequenteren Migrationspolitik willens und fähig als die Bundesrepublik: So kündigt Kolumbiens Präsident de la Espriella nun härtere Abschiebungen an. Das rechtskonservative Staatsoberhaupt will einen schärferen Kurs gegen illegale Migration fahren. In einem Video einer Sicherheitskabinettssitzung in Barranquilla am Sonntag wies er Behörden an, straffällig gewordene Ausländer ohne gültige Papiere festzusetzen und Deportationen einzuleiten. Die Verfahren sollen noch in dieser Woche im Rahmen einer Präsidialverordnung beginnen.„Zuerst diejenigen, die Verbrechen begangen haben, und als Zweites diejenigen, deren Aufenthaltsstatus nicht geregelt ist“, sagte de la Espriella. Er werde illegale Migranten „egal, woher sie kommen“ nicht akzeptieren. Mit dem Slogan „Kolumbianer zuerst, Kolumbianer danach und dann noch einmal die Kolumbianer“ griff der bekennende Trump-Bewunderer die „America First“-Rhetorik auf.
De la Espriella, ein Politik-Neuling und rechter Hardliner, war Anfang August 2026 als Nachfolger des linken Präsidenten Gustavo Petro vereidigt worden. Er hatte die Stichwahl im Juni knapp gewonnen und eine „neue Ära“ mit härterem Vorgehen gegen bewaffnete Gruppen, Mega-Gefängnisse sowie engere Kooperation mit den USA und Israel versprochen. Seine Amtszeit startete unter dem Eindruck eines schweren Erdbebens mit über 300 Toten.
Neuausrichtung der kolumbianischen Politik
In Kolumbien leben laut Behörden etwa 2,8 Millionen Venezolaner, die vor der Krise in ihrer Heimat geflohen sind; mehr als eine halbe Million haben keine gültigen Papiere. Frühere konservative Regierungen zeigten sich oft tolerant, da sie die Migranten als Opfer des venezolanischen Sozialismus betrachteten. Die neue Linie stellt einen deutlichen Bruch dar. Linke und Globalisten jaulen natürlich laut auf über die neue Konsequenz bei Abschiebungen und Grenzschutz; Ex-Präsident Petro und Oppositionelle kritisierten den Kurs als “fremdenfeindlich“ und “menschenrechtswidrig”. Innenminister Rodrigo Lara präzisierte, die Maßnahme ziele vor allem auf kriminelle Netzwerke und irreguläre Migranten, nicht auf die bereits regularisierten Venezolaner, die während der Krise kamen.
De la Espriella sieht darin eine politische und administrative Entscheidung zur Stärkung der inneren Sicherheit. Der Schritt spiegelt die von Argentinien inspirierte Neuausrichtung der kolumbianischen Innenpolitik hin zu rechtsstaatlichen und bürgerlich-konservativen Ordnungsverhältnissen wieder – aber auch die Annäherung an Trump und die USA wider. Das kann grundsätzlich nicht verkehrt sein. (JS)























