Kampagnen gegen unabhängige Medien im Netz (Symbolbild:Lightspring/Shutterstoc)
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Linkes Hetzportal “Compact“ verweigert Auskunft über Einstufungskriterien seiner undurchsichtigen Sperrliste

Mitte August verschickte die linksextreme Kampagnenorganisation “Campact” E-Mails an rund 90 Unternehmen. Angehängt war eine Tabelle mit 62 YouTube-Kanälen als Grundlage für eine Werbe-Sperrliste. Alle unterstützten laut Campact „indirekt oder direkt die rechtsextreme AfD und/oder hetzen gegen Minderheiten“. Auf der Liste stehen AfD-Kanäle von Alice Weidel, Björn Höcke und Ulrich Siegmund ebenso wie Medien wie Apollo News, NIUS, Tichys Einblick, Compact TV und die Weltwoche. Rund 15.000 Unterstützer hatten zuvor etwa 40.000 Werbeanzeigen gemeldet (Jouwatch berichtete).

Die „Welt“ legte als eines der ersten Medien die vollständige sogenannte Sperrliste offen. 44 der 62 Kanäle rechnet Campact der AfD zu, andere gelten als „AfD-nah“, „rechtspopulistisch“, „rechtsextrem“ oder „verschwörungsideologisch“ – eine völlig absurde, willkürliche Einordnung. Die Zeitung stellte “Campact” deshalb konkrete Fragen: Nach welchen Kriterien erfolgt die Einstufung? Wer nimmt sie vor? Gibt es eine vergleichbare Kampagne, die Unternehmen vor Werbung auf linksextremen, linkspopulistischen oder der Linkspartei nahestehenden Kanälen warnt – und wenn nicht, warum nicht? Hatten die betroffenen Kanäle Gelegenheit zur Stellungnahme?

Auf dem linken Auge blind

Die linke Agitations-NGO blieb sich treu: Statt Antworten kam ein Statement über die Gefahr des Rechtsextremismus und YouTube als „Radikalisierungsplattform“. Es gehe nicht um unbequeme Meinungen, erklärte eine Sprecherin, sondern angeblich um “NS-Parolen”, “Hetze gegen Minderheiten” und “systematische Falschinformationen”. Die zuständige “Campaignerin” Friederike Gravenhorst sprach von „strengen Einzelabwägungen“. (Zumindest stichhaltige) Details und Beweise wurden natürlich nicht vorgelegt.

Überflüssig zu erwähnen, dass – nicht nur seitens “Campact“ – von einer vergleichbaren Liste linksextremer Kanäle oder zumindest offen terrorismusaffiner Antifa- und Aktivistenaccounts natürlich nichts bekannt ist.  Auf diesem Auge bleiben die “Demokratieschützer“ gewohnt blind. Bei “Rechten“ ist aber alles erlaubt; nicht einmal eine Anhörung der Kanäle oder eine Gelegenheit zur Stellungnahme seitens “Campact“ ist nicht dokumentiert. “Apollo-News”-Chef Max Mannhart, selbst ein Betroffener der dreckigen Boykottaktion, nannte den Druck auf Werbekunden „eine abstoßende Methode“, die sich gegen die Pressefreiheit wende. Bestürzend ist, dass dieser subtile Kampagnenterror tatsächlich Erfolg hat: Unter dem erpresserischen Druck, selbst angeprangert zu werden als “Unterstützer“ angeblich rechtsextremer Kanäle, kündigten mehrere Unternehmen – darunter Aldi Süd, Edeka und die dm-Drogerie – tatsächlich an, ihre Werbevergabe zu prüfen und entsprechende Sperrlisten von Portaln, auf denen sie fortan nicht mehr inserieren, “anzupassen“. (TPL)

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