Vor drei Wochen hatte der serbische Präsident Aleksandar Vučić erklärt: „Ich glaube, dass wir am Anfang eines größeren Krieges stehen. Und deshalb hatte ich gehofft, dass inzwischen jemand anderes etwas getan hätte, um Frieden zu schaffen. Das ist nicht geschehen, und es wird auch nicht bald geschehen, was bedeutet, dass wir am Rande eines viel, viel größeren Krieges stehen“. Diese Situation scheint nun endgültig einzutreten. Nachdem britische „Storm Shadow“- Raketen mit großer Reichweite eingesetzt wurden, um russisches Territorium anzugreifen, hat Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, am Donnerstag erklärt, Russland sei bereit, über die Grenzen der Ukraine hinaus zuzuschlagen, um auf die Langstreckenangriffe Kiews zu reagieren. „Die Antwort auf ukrainische Angriffe mit britischen Raketen auf russisches Territorium könnten [Angriffe auf] beliebige militärische Objekte und Ausrüstung Großbritanniens in der Ukraine oder außerhalb ihrer Grenzen sein“, sagte sie. Großbritannien beschuldigte sie, unmittelbare Verantwortung für „Terroranschläge“ auf russischem Boden zu tragen, und warnte, dass diejenigen, die „schuld an Kriegsverbrechen“ gegen russische Zivilisten seien, „ihren Taten entsprechend bestraft“ würden. Sacharowa warf der britischen Regierung vor, nur noch „einen Schritt“ davon entfernt zu sein, sich rechtlich an dem zu beteiligen, was Russland als „Terrorismus“ gegen russische Zivilisten bezeichnet. Ein solcher Kurs könne „katastrophale Folgen“ haben.
Bereits zuvor hatte Andrei Fjodorow, ein einflussreicher Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, verkündet, Moskau werde die Möglichkeit „semi-militärischer Maßnahmen“ gegen Hersteller, die Kiew mit Komponenten für Drohnen und Raketen beliefern, nicht „zu 100 Prozent ausschließen“. Sacharowa ergänzte, es sei klar, dass Großbritannien und Frankreich, „indem sie solche Montagefunktionen an die Ukrainer übertragen, fieberhaft versuchen, sich von der Verantwortung für Schläge tief in das Gebiet unseres Landes zu befreien“. Sie warnte Großbritannien davor, gegenüber Russland eine immer aggressivere Haltung einzunehmen, und erklärte, die Bereitstellung von Raketentechnologie für die Ukraine sei eine leichtsinnige Eskalation durch London und Paris. „Diejenigen im Westen, die diese Entscheidungen treffen und umsetzen, müssen wissen, dass sie mit dem Feuer spielen. Die Folgen könnten völlig unvorhersehbar sein, auch für sie selbst“, sagt sie weiter. Der letzten Monat ins Amt gekommene britische Premierminister Andy Burnham, war am Montag zu seinem ersten Auslandsbesuch in die Ukraine gereist und hatte dort erklärt, den Druck auf Russland trotz der „ungeheuerlichen Drohungen“ Moskaus aufrechtzuerhalten. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hatte wieder einmal seine unverbrüchliche Treue zur Ukraine bekundet.
Die Kriegstreiber sind fast am Ziel
Es scheint nun endlich das einzutreten, was Kriegstreiber wie Roderich Kiesewetter und Marie-Agnes Strck-Zimmermann seit Jahr und Tag fordern – nämlich ein eskalierender Krieg Europas gegen Russland, weil die völlig verantwortungslosen europäischen Politiker dem Kiewer Regime Waffen oder Technik liefern, mit denen sie russisches Gebiet angreifen können. „Ich würde nicht auf die völlige Erschöpfung der russischen Truppen warten. Ich würde nicht auf einen bestimmten Zeitpunkt warten, an dem wir glauben, dass Russland durch diesen Krieg in der Ukraine deutlich schwächer werden wird“, hatte Vučić zu Monatsbeginn erklärt. „Ich weiß nicht, wie man gegen Russland gewinnen kann, denn ich glaube nicht, dass das leicht geschehen wird. Denn letztlich ist Russland eine Atommacht und kann nicht ohne Weiteres von irgendjemandem angegriffen werden. Und wir brauchen eine Kompromisslösung, nicht die Niederlage irgendeiner Seite“, sagte er weiter und stellte auch klar: Der „hybride Krieg“ Russlands gegen Deutschland und andere europäische Länder sei „im Grunde dasselbe, was Europa gegen Russland getan hat“. „Sie haben die Ukraine aufgerüstet und Russland mit Sanktionen belegt. Gleichzeitig haben Sie die Ukraine finanziell unterstützt – was ist das, wenn nicht ein hybrider Krieg gegen Russland?“, fragte er und brachte das selbstverschuldete Dilemma auf den Punkt, indem Europa dank der Blindgänger gebracht wurde, die es in den kulturellen und wirtschaftlichen Untergang regieren – und nun vielleicht auch noch endgültig in den Dritten Weltkrieg.
Und die Eskalation geht immer weiter: Wie der Amur-Gas-Chemiekomplex im russischen Fernen Osten gestern mitteilte, brach am Dienstag ein Brand aus, bei dem ein russischer Staatsbürger und 14 Ausländer, darunter sechs Chinesen, getötet wurden. Dabei handelt es sich um ein russisch-chinesisches Projekt im Umfang von etwa zehn Milliarden Euro. Der Komplex ist darauf ausgelegt, Rohstoffe aus der nahegelegenen Amur-Gasaufbereitungsanlage (Amur GPP) zu verarbeiten und in Ausgangsmaterialien für die Kunststoffherstellung umzuwandeln. Nach vollständiger Inbetriebnahme wird der Komplex voraussichtlich jährlich rund 2,3 Millionen Tonnen Polyethylen und 400.000 Tonnen Polypropylen produzieren. Nähere Einzelheiten – und ob es sich um einen ukrainischen Angriff handelte – sind bislang noch nicht bekannt. (TPL)























