Friedrich Merz hat sich mal wieder mit einigen ausgewählten Bürgern abgeben müssen. In der RTL-Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ und es lief so ab wie erwartet. Der Mann kann einfach keine Kritik ertragen und faltete seine Untertanen in seiner arroganten Art zusammen, statt sich sachlich mit der berechtigten Kritik auseinander zu setzen.
Julian Reichelt hat sich das angeschaut:
Merz schnauzt eine alleinerziehende Kinderärztin an: „Sie sind Nutznießerin dieses Gesundheitssystems. Sie könnten ohne dieses System nicht leben.“ Die Frau arbeitet für ihr Geld. Sie lebt von ihrer Arbeit, nicht vom System. Man kann diesen Kanzler nicht mehr fassen.
Belegte Stimme, kurzatmig, trübe Augen – menschlich kann man inzwischen Mitleid mit Friedrich Merz haben. Niemand sagt ihm noch, dass er ein Format mit kritischen Bürgern einfach nicht kann. Dass er einfach nicht sympathisch ist. Dass er kaltherzig wirkt. Wie kann man sich selbst so falsch einschätzen, dass man in so ein Format wie bei RTL geht? Es gibt für Merz nichts gefährlicheres als spontane Gespräche mit echten Bürgern. Das hat er unzählige Male erleben müssen. Aber er begreift es nicht. Kein Kanzler vor ihm war je so am Ende wie Merz.
Auch Jan A. Karon ist nicht wirklich begeistert von diesem Aufritt:
Merz’ Auftritte kann man bisweilen nur noch unter Realsatire verbuchen. Jetzt soll mit »Stadtbild« also der Müll (mit)gemeint gewesen sein, gleichzeitig aber auch irgendwie Verwahrlosung und irgendwie auch Kriminalität. Schlimmer als der ungelenke Versuch, sich als volksnaher Anpacker zu inszenieren (»Aber ja! Aber ja!«), ist dabei aber diese Unehrlichkeit des Kanzlers, die auch in dieser Linksrunde zutage tritt: das bewusste Sich-dumm-Stellen, das Lavieren, das Zurückrudern, das Duckmäusertum und die Verunmöglichung jeder ehrlichen Debatte, die im Juste Milieu auch nur ansatzweise unangenehm werden könnte. Wirklich das Strychnin der politischen Kultur.
Nico Oliver Becker schreibt:
Merz ist der größte Unsympath, egal was er gerade sagt. Hier hat er es mit Personen zu tun, die ihm gegenüber sitzen, und er verträgt die Kritik nicht. Da würden ihm auch Klarnamen im Internet, die er ja fordert, nicht helfen.
Vladon schreibt:
Merz hat frei entschieden zu sein was er ist und zu tun, was er tut. Er war schon immer ein Lautsprecher, ein Schaumschläger ohne Substanz, unfassbar arrogant und zugleich bar jeder Selbstkritik, dünnhäutig, jähzornig, historisch ungebildet. Kein Mitleid.
Arminius Germanicus schreibt:
Merz ist es vermutlich egal, wie er auf die Bürger wirkt. Er ist der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten und wird garantiert kein zweites Mal gewählt werden, also sagt er in seiner altbekannten Arroganz einfach das, was er für richtig hält.
Bullit BO34 schreibt:
Mitleid? NEVER. Der Mann wirkt nicht kaltherzig, der IST kaltherzig. Der bricht täglich seinen Amtseid. Das Einzige, was den interessiert, ist, solche Entscheudungen zu treffen, dass BlackRock davon massiv provitiert. Dieses Land und dieses Volk interessieren den einen Dreck.
Zeitlos schreibt:
Kein Kanzler vor ihm war so am Ende? Doch, vor Merz war Scholz am Ende, nur Scholz war geschickter. Scholz tat immer geheimnisvoll, wenig geredet, so als kommt da was ganz großes. Scholz hat vielleicht nicht so viel geredet, weil er nicht so verlogen und abgebrüht ist wie Merz.
Und so geht es munter weiter. Kaum einer lässt ein gutes Haar an ihm. Zumindest hier auf X. In grünen und linken Kreisen hingegen ist man mit der Kritik etwas vorsichtiger, schließlich will man mit Merz demnächst gemeinsam die Zukunft des Landes gestalten.
Die liegt allerdings direkt Backbord voraus und ist ein Eisberg.






















