Auch das macht Merz & Co. nicht stutzig: Ukraine-Dauerpräsident Wolodymyr Selenskyj signiert einem seiner Kommandeure die Standarte der 14ten Waffen-SS (Foto:ScreenshotOdyssee)
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“Alles für Deutschland“ wird verteufelt – aber sie skandieren den lupenreinen Nazigruß “Slawa Ukrajini“

Zum ukrainischen Unabhängigkeitstag am Montag überbot Bundeskanzler Friedrich Merz sich einmal mehr mit Huldigungen und Ergebenheitsadressen an die Ukraine. Sein entsprechender Tweet war wieder einmal mit der Parole „Slawa Ukrajini!“ (Ruhm der Ukraine) überschrieben. Mit seinem unterwürfigen Gefasel hat er nicht nur einmal mehr deutlich gemacht, welchem Land seine eigentlichen Prioritäten gehören, er verwendet mit „Slawa Ukrajini!“ auch einen Gruß, den man zumindest als „umstritten“ bezeichnen muss. Entweder weiß Merz nicht oder ignoriert frech, dass diese Formel historisch schwer vorbelastet ist – und als eindeutige faschistische Parole von Nazi-Kollaboteuren zu unrühmlichen Ehren gelangte. Was  in Deutschland sonst eigentlich ein Grund für schärfste Kritik bis hin zu Verurteilungen wegen Volksverhetzung wäre, wird im Fall der Ukraine plötzlich unbedenklich.

Ukrainische Faschisten größten sich mit erhobenem rechtem Arm mit dem „Slawa Ukrajini“ und ermordeten Systemgegner wie auch verschleppte Juden zu diesen Worten, und auch im Ukrainischen Unabhängigkeitskrieg von 1917 bis 1921 war er gang und gäbe, seine Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1929 wurde er von der in Wien gegründeten Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) übernommen und sollte mit „Herojam slawa!“ –„Ruhm den Helden!“- beantwortet werden. 1941 führte die faschistische Gruppierung OUN-B unter dem in weiten Teilen der Ukraine als Nationalheld verehrten Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher Stepan Bandera den Gruß ein.
Doch damit haben Linke und alle anderen, die „Slawa Ukraijini“ in ihre Twitter-Profile schreiben und den Spruch auch sonst regelmäßig absondern, überhaupt kein Problem. Wenn sie sich der problematischen Geschichte bewusst sind, verweisen sie darauf, dass die Parole ja viel älter sei und schon lange vor den Faschisten verwendet wurde.

Die übliche Doppel- und Dreifach-Moral

Dieselben Leute halten es aber zugleich für richtig, dass der Thüringer AfD-Vorsitzende Björn Höcke zweimal wegen Volksverhetzung verurteilt wurde, weil er im Wahlkampf den Slogan „Alles für Deutschland“ verwendete. Dieser war zwar das Motto der SA -was aber kaum bekannt ist und gewiss nicht zur historischen Allgemeinbildung gehört-, seine Ursprünge reichen aber ebenfalls bis ins 19. Jahrhundert zurück. Seither wurde er von allen politischen Lagern verwendet.

Auch hier zeigt sich also wieder die übliche Doppel- und Dreifach-Moral der Altparteien und ihrer medialen Büchsenspanner. Wenn zwei das gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Ein von faschistischen Mördern verwendeter Gruß ist unbedenklich, weil er nicht von ihnen erfunden wurde; „Alles für Deutschland“ ist aber nicht zu tolerieren, obwohl hier genau dasselbe gilt. Abgesehen davon ist es ein weiterer Skandal, dass ein deutscher Bundeskanzler sich überhaupt in dieser Weise an ein anderes Land anbiedert. Aber auch das spielt im allgemein Wahnsinn, von dem dieses Land regiert wird, schon keine Rolle mehr. (TPL)

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