Florian Schroeder, der unlustige Kabarettist aus Lörrach, hat wieder zugeschlagen. Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt erklärt der 46-jährige Wessi den Ostdeutschen in einem peinlichen Instagram-Video, warum sie nerven: „Ihr wollt gegängelt und getreten werden.“ Der Osten sei das „lebende Stockholm-Syndrom“. Wer AfD wählt, sehne sich angeblich nach einer neuen Diktatur und müsse sich endlich entscheiden, welche er wolle. Schröder beweist damit einmal mehr nicht nur seine groteske historische Bildungsarmut und intellektuelle Dürftigkeit, sondern strotzt wieder mal vor grundloser Haltungs-Arroganz. Was er hier absondert, ist typisch westdeutsche Hybris aus dem sicheren Sendeplatz. Marius Marx bringt es auf “Apollo-News“ beredt auf den Punkt.
Schroeder verdreht Ursache und Wirkung – denn: Viele Ostdeutsche wählen nicht die AfD, weil sie Unterwerfung lieben, sondern weil sie Bevormundung erkennen – aus eigener Erfahrung. Henryk M. Broder hat das exakte Gegenteil zutreffend formuliert: Der Osten „riecht die Lüge“ eben früher – und hat ein Frühwarnsystem gegen drohende autokratische oder diktatorische Zustände, weil er diese schon einmal erlebt hat. Im Gegensatz zu wohlstandsverwahrlosten gratismutigen Sesselfurzern wie Schroeder.
Lustig wie zwei Steine
Was der vorgebliche Kabarettist, dessen Programm gewohnheitsmäßig so lustig wie zwei Steine ist, als Diktatursehnsucht denunziert, ist oft scharfer Widerstand gegen einen Staat der Altparteien, der zunehmend vorschreibt, was zu denken, zu sagen und zu wählen ist. Statt nach oben zu treten, tritt der öffentlich-rechtlich alimentierte sogenannte Satiriker mal wieder nach unten. Doch “Satire”, die Bürger als „Opferlämmer“ und „Jammer-Ossis“ beschimpft, ist kein Mut, sondern Hofberichterstattung. Schon 2024 hatte Schroeder Ostdeutsche in ähnlichem Ton abgekanzelt. Wer den Protest gegen ideologische Bevormundung als Massenmasochismus umdeutet, schützt die Macht, die er vorgeblich verspottet.
Schroeder wirft den Ostdeutschen vor, sie wollten genau den Staat, den sie in Wahrheit verachten und gegen dessen real demokratiefeindliche Anwandlungen sie eben durch Zulauf zur AfD protestieren. Übrigens: Eben diese Verachtung ist der Wesenskern demokratischer Kontrolle – und nicht deren Gegenteil! Wer nach 35 Jahren Einheit immer noch den Ossi als unmündiges Kind behandelt, offenbart vor allem die eigene Abgehobenheit und Realitätsblindheit. (TPL)























