Seit Tagen sorgen Videos des ehemaligen SPD-Politikers Michael Vetter aus dem nordrhein-westfälischen Pulheim für Entsetzen, in denen er auf eine Babypuppe masturbiert und in einem anderen Video beim Masturbieren „Heil Hitler“ äußerte. Vetter behauptet von sich selbst, pädophil zu sein und Kinder sexuell missbraucht zu haben. Inzwischen wurde offenbar Anzeige gegen ihn erstattet. Der SPD fällt zu diesen ungeheuerlichen Vorfällen nichts anderes ein, als das Einzige zu tun, was sie noch kann – nämlich die Nazi-Keule zu schwingen. Das Hitlergruß-Video sei auf einem „klar rechtsextrem ausgerichteten Kanal“ aufgetaucht, heißt es in einer Stellungnahme. Und weiter: „Wir distanzieren uns klar und unmissverständlich von „rechtsextremen Netzwerken und deren Methoden“.
Als Ortsverein stehe man „für demokratische Werte, für einen respektvollen Umgang miteinander und für Transparenz – gerade dann, wenn digitale Desinformation versucht, Verunsicherung zu erzeugen“. Zum konkreten Inhalt des Videos äußert man sich mit keinem Wort. Die betreffende Person sei seit längerem nicht mehr als Funktionär aktiv und darüber hinaus auch nicht mehr SPD-Mitglied. „Selbstredend“ nehme man die Vorwürfe sehr ernst und distanziere sich „klar und unmissverständlich von jeglichen illegalen Aktivitäten und menschenverachtendem Verhalten“. Allerdings könne und wolle man sich nicht an Spekulationen und Anschuldigungen beteiligen, die im Netz verbreitet würden.
Nichts aus Edathy-Affäre gelernt
Wie immer geht man nicht auf den Skandal selbst ein, sondern diffamiert zunächst einmal denjenigen, der ihn öffentlich macht. Dabei werden die immergleichen Phrasen abgesondert. Die Distanzierung von dem, was Vetter in dem Video veranstaltet, erfolgt dann nur vage und so allgemein wie möglich, dafür überschüttet man den Account, auf dem es gezeigt wurde, mit Beleidigungen. Dies ist typisch für den Umgang der Linken mit Skandalen in den eigenen Reihen. Wäre ein derartiges Video eines AfD-Funktionärs auf einem linken Account veröffentlich worden, würde die SPD keine Sekunde zögern, aus allen Rohren gegen ihn zu schießen und nicht darauf verweisen, dass die Klärung solch schwerwiegender Vorwürfe „allein den zuständigen Ermittlungsbehörden und Gerichten“ obliegt, wie man es nun getan hat, wenn es um einen der eigenen Leute geht.
Dabei müsste gerade die SPD angesichts der Pädophilie-Skandale um Sebastian Edathy oder des zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilten Lokalpolitikers Daniel Wolski umso deutlicher klarstellen, dass man solche Untaten auf das Schärfste verurteilt. Doch stattdessen kommt mit der Zuverlässigkeit Pawlow`scher Reflexe nur das übliche, öde und gebetsmühlenartige Anti-Rechts-Gequatsche. Der moralische und intellektuelle Bankrott dieser Partei wird dadurch wieder einmal eindrucksvoll dokumentiert. (TPL)























