Wie konnten wir das früher nur überleben? Jetzt soll auch schwimmen im Badesee gesundheitsgefährdend sein
Mittlerweile gibt es keinen Lebensbereich mehr, der nicht mit pseudowissenschaftlicher Unterstützung zur Gefahrenzone erklärt wird. So gut wie jedes Lebensmittel ist angeblich krebserregend oder löst andere lebensgefährliche Krankheiten aus, jeder heiße Sommertag kann einen das Leben kosten und nun riskiert man auch noch mit einem Sprung in einen Badesee seine Gesundheit. Eine Studie der University of East Anglia, über die das linke Alarmistenportal “n-tv“ lustvoll berichtet, will nun herausgefunden haben, dass Menschen die in Seen badeten, danach etwas häufiger an Magen-Darm-Beschwerden und Hautproblemen litten – und das auf Grundlage einer Studie, die Daten von 2.368 Freiwilligen an vier Binnengewässern in Ungarn aus den Jahren 2006 und 2007 auswertete! Per Zufall war damals entschieden worden, wer ins Wasser durfte. Die eine Gruppe schwamm zehn Minuten lang und tauchte dabei mindestens dreimal komplett mit dem Kopf unter, die andere blieb am Ufer.
„Wir haben festgestellt, dass Schwimmer im Vergleich zu denjenigen, die trocken geblieben sind, mehr als doppelt so häufig unter Hautbeschwerden wie Ausschlag, Geschwüren oder Juckreiz litten“, erklärte Studienleiter Paul Hunter. Außerdem habe man festgestellt, dass das Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen mit steigenden Werten von E. coli und von Viren, die Darmbakterien des Menschen befallen, zunahm, was ein Hinweis auf fäkale Verschmutzung sei – obwohl die vier Seen die damaligen europäischen Richtlinien für Badegewässer erfüllten.
Zusammengeraunte Gefahrenmeldung
„Unsere Ergebnisse waren an allen vier ungarischen Studienorten konsistent, die sich in Wasserqualität und Gewässertyp unterschieden. Sie decken sich außerdem mit einer früheren Studie in Deutschland“, so Hunter. Eine Untersuchung von 2005 mit 2.196 Freiwilligen an fünf deutschen Badestellen hatte zu ähnlichen Ergebnissen geführt. Je belasteter das Wasser mit Keimen, desto mehr Magen-Darm-Erkrankungen bei den Teilnehmern. Wer versehentlich Wasser schluckte, erwischte es besonders häufig. Bei den Badenden wurden ebenfalls Hautbeschwerden festgestellt, die sich mit keinem der gemessenen Keime erklären ließen.
Unter den Teilnehmern in Ungarn hatten ganze 2,12 Prozent eine Magen-Darm-Erkrankung entwickelt, bei den Nichtbadenden 1,94 Prozent. Die eine Zahl ist an sich so irrelevant wie die andere, man hat keine Ahnung, was die Ursachen der Erkrankungen sind und die Daten sind zwei Jahrzehnte alt – aber für eine zusammengeraunte Gefahrenmeldung reicht es doch. Dies zeigt wieder, wie das mediale Panikorchester funktioniert, das nur noch vor Klimakatastrophen, Pandemiegefahren, zu heißen oder zu kalten Sommern, „Hitzetoten“, et cetera warnen kann und jeden Unsinn dramatisiert weitervermeldet, den irgendwelche Wissenschaftler ausbrüten. Dass niemand mehr solche Wissenschaft ernst nehmen kann, ist gerade denjenigen, die ständig „Folgt der Wissenschaft schreien“, offensichtlich nicht bewusst. (AS)