Von heute bis Sonntag findet auf dem Hockenheimring das Glücksgefühle“-Festival statt. Dabei hätte auch die Band Alphaville auftreten sollen, die ihren Auftritt am Freitag nutzen wollte, um wieder einmal ein Statement gegen die AfD abzugeben. Als Veranstalter Markus Krampe verlangte, dies zu unterlassen, weil seine Festivals unpolitisch seien, weigerte sich die Band und wurde deshalb am Dienstag ausgeladen. Nun ist die Empörung in der Haltungskünstler-Szene groß. Alphaville hatten erst vor wenigen Wochen auf einem ebenfalls von Krampe veranstalteten 80er-Jahre-Festival ihr Anti-AfD-Geschwafel abgesondert. Nun faselt Sänger Marian Gold von einem „Maulkorberlass“. In einer Mitteilung schreibt er: „Dass eine derartige Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit nun auf einem der größten Popfestivals Deutschlands angekommen zu sein scheint, empfinden wir als absolut untragbar und erschütternd“. Alphaville hielten Meinungsfreiheit, Toleranz und Demokratie für hohe Güter, die es zu verteidigen gelte. Die Ausladung sei ein „feindseliger und vollkommen unnötiger Akt“.
Über die Einschränkung der Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit, die jeden Tag durch die Politik stattfindet, hört man von solchen alternden Wichtigtuern natürlich nichts.Auch keine Unterstützung für Kollegen wie der Sängerin Julia Neigel, die seit Jahren gegen die Einschränkung der Kunstfreiheit während der Corona-Diktatur ankämpft. Damals machen sie viele der heutigen Anti-AfD-Kämpfer sogar zu willigen Komplizen des Corona-Staates, der buchstäblich „Maulkorberlasse“ verhängte. Wenn man sie bittet, das Publikum nicht mit ihren albernen politischen Belehrungen zu belästigen und lieber auf ihren Auftritt verzichtet, wenn sie sich weigern, fahren sie aber die schwersten Geschütze auf. Dabei können sie sich jeden Tag gefahrlos auf allen Kanälen gegen die AfD äußern. Das ist das Allerletzte, wofür in diesem Land Sanktionen drohen. Krampe erklärte: „Uns geht es dabei ausdrücklich nicht um die politische Haltung von Marian Gold oder Alphaville. Das Glücksgefühle-Festival ist komplett unpolitisch – und das gilt unabhängig davon, in welche politische Richtung eine Äußerung geht: für rechts, für links oder für jede andere politische Richtung.
“Grenze eingerissen“
Unsere Bühne soll der Musik gehören – nicht politischen Auseinandersetzungen“. Dies ist eine wohltuende Klarstellung, auch im Sinne des Publikums, das das Recht hat, sich für sein Eintrittsgeld nicht die ungebetenen Vorträge und gratismutigen Haltungs-Duftmarken von realitätsfremden Künstlern anhören zu müssen. Das können die Alphavilles, Grönemeyers, Campinos und Co. auf ihren eigenen Konzerten tun, deren Besucher vorher wissen, worauf sie sich einlassen. Bei einem Festival mit Hunderttausenden Besuchern kann man als Veranstalter sehr wohl verlangen, dass die auftretenden Künstler die Veranstaltung nicht für ihre persönlichen politischen Lektionen missbrauchen.
Natürlich nutzte Tote-Hosen-Frontmann Campino die Ausladung von Alphaville sofort als Möglichkeit um sichwieder einmal zu profilieren. Bei einem Konzert in Münster holte er Marian Gold auf die Bühne und verkündete:„Letztendlich ist es so, dass wir das extrem fragwürdig finden und absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD äußert, oder Trump, oder wie auch immer. Jemand, der stabil ist für die Demokratie. Da ist eine neue Grenze eingerissen“ – genau solchen oberlehrerhaften Quatsch wollen immer mehr Menschen nicht mehr hören. Krampe hat mit der Ausladung von Alphaville völlig richtig und angesichts der Zustände in Deutschland geradezu mutig gehandelt. Ausgerechnet das wird von dieser völlig hirntoten Szene nun aber als skandalöse Verletzung der Meinungsfreiheit aufgeblasen. Damit unterstreicht sie nicht nur abermals ihre Arroganz, sondern auch, dass sie völlig den Realitätskontakt verloren hat, denn schon rein statistisch ist sicher, dass sich unter den Festival-Besuchern viele AfD-Wähler und noch mehr Menschen befinden werden, die es leid sind, sich von solchen Gestalten vorschreiben zu lassen, was sie zu denken und zu wählen haben. (TPL)






















