Der Zustand der FDP 2026 in einem Bild: Susanne Schmidt auf einem ihrer Social-Media-Fotos (Screenshot:Instagram)
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Projekt 1,8 Prozent: FDP-Kommunalpolitikerin mit Erotikfotos auf “OnlyFans”

Vor 20 Jahren strebte die FDP ihr ehrgeiziges und 2009 schließlich verwirklichtes “Projekt 18” mit der von Guido Westerwelle ausgerufenen Zielvorgabe 18 Prozent an. Nachdem die Partei vergangenes Jahr hochverdient aus dem Bundestag geflogen war, scheinen einige ihrer Akteure alles daranzusetzen, nunmehr ein neues “Projekt” anzustreben, diesmal um eine Zehnerpotenz tiefer. Das Niveau jedenfalls ist bereits auf dem Nullpunkt angelangt, statt bürgerlicher scheint nun körperliche Freizügigkeit der letzte Rettungsanker zu sein: Nun meint die 44-jährige Greifswälder Ärztin (!) und FDP-Kommunalpolitikerin Susanne Schmidt, sich nicht nur auf der Plattform „OnlyFans“ präsentieren, sondern dies auch noch öffentlich bekanntmachen zu müssen. Für 20 Dollar Eintritt verkauft sie dort Nackt- und Erotikfotos, mit denen sie rund 2.000 Dollar im Monat einnehmen will. Dabei will sie sich nach eigener Aussage „ganz natürlich und unbeschönigt“ zeigen. Ihr gehe es auch darum, einen natürlichen Frauenkörper zu präsentieren und sich gegen unrealistische Schönheitsideale zu stellen. Als Grund nannte sie Geldprobleme. Sie schreibe gerade an ihrer Doktorarbeit, ihre Ersparnisse seien aufgebraucht, auf staatliche Unterstützung oder Kredite wolle sie als Liberale nicht zurückgreifen, teilte sie mit. Lieber nutze sie „die digitalen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts“.

Und weiter: OnlyFans gebe ihr die Kontrolle über Inhalte, Arbeitszeiten und Einnahmen und ermögliche ihr, die akademische Weiterbildung selbst zu finanzieren und Beruf, Doktorarbeit und Politik miteinander zu verbinden. Als Assistenzärztin und Berufsanfängerin wäre sie im Krankenhausbetrieb vollkommen eingespannt und habe weder die Zeit noch die Kraft, sich zusätzlich zu ihrer politischen Arbeit voll auf die Doktorarbeit zu konzentrieren, sagte sie. Politik und Medizin sollen auf ihrem Account jedoch keine Rolle spielen. Inhaltlich werde es vor allem um Nackt- und Erotikfotos gehen. „Nicht im Barbie-Style, denn das bin ich nicht, sondern schon eher handfester“, so Schmidt. Sorgen, dass ihre Selbstinszenierung eine Rolle im Landtagswahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern spielen könnte, macht sie sich nicht. Es gehe ihr um „legitime gelebte Selbstbestimmung“. Sie sei „Ärztin, leidenschaftliche Kommunalpolitikerin und eine Frau, die ihren Körper liebt und ästhetische Fotos teilt“.

“Authentizität schafft Vertrauen”

Wenn dies 2026 noch, so Schmidt, als Provokation oder Angriffsfläche gelte, zeige das vor allem, „wie wichtig die gesellschaftliche Debatte über Emanzipation, Rollenbilder und weibliche Selbstbestimmung“ sei. Der OnlyFans-Account sei die konsequente Fortsetzung ihres bisherigen Auftretens. „Ich verstecke mich nicht hinter einer steifen Fassade.“ Authentizität schaffe Vertrauen bei Wählern, die keine „glattgebügelten Berufspolitiker“ mehr wollten, schwafelte sie. Dies ist zwar zweifellos richtig, ob Schmidt die Alternative ist, nach der die Wähler sich sehnen, darf man jedoch mit Fug und Recht bezweifeln – und dass ihre bisher bekannten OnlyFans-Fotos große Summen in ihre klammen Kassen spülen werden, wohl auch. Auf einem davon zwängt sie sich in ein „Playboy“-Bunnykostüm. Viele OnlyFans-Nutzer dürften sich dann doch lieber anderen Kanälen zuwenden oder ihr Geld für eine Printausgabe des „Playboy“ investieren, als für derartige Schnappschüsse von Schmidt 20 Dollar pro Monat auszugeben. Für ihren Selbstdarstellungstrieb ist sie schon lange bekannt.

Wegen ihrer Darbietungen auf Social Media hatte der FDP-Landesvorstand im März 2025 ein Parteiordnungsverfahren gegen sie eingeleitet. Ausgeschlossen wurde sie allerdings nicht. Über diese Art Publicity dürfte die wahrlich schwer genug gebeutelte FDP nicht sonderlich glücklich sein. Andererseits ist sie in der Wählergunst in Mecklenburg-Vorpommern ohnehin dermaßen abgeschlagen, dass sie keine realistische Chance auf einen Einzug in den Landtag hat. Viel schlimmer kann die Lage durch eine exhibitionistische Ärztin in ihren Reihen dann auch nicht mehr werden… (JS)

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