Welcher Anschlag wird als nächstes aus dem Hut gezaubert? (Symbolbild:KI)
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Dritter Angriff: Silvesterrakete sollte Draht ins Stromnetz schießen

Drei Umspannwerke binnen drei Tagen. Zweimal lösten die Täter Kurzschlüsse aus, beim dritten Mal entdeckte ein Spaziergänger die Vorrichtung. Die Menschen bekommen jetzt langsam Angst um ihre Stromversorgung. Denn selbst nach zwei Angriffen stand auch das dritte Umspannwerk draußen unbewacht auf dem Feld, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen.

Am Abend des 3. September 2026 fand ein Spaziergänger an einem Umspannwerk in Dormagen-Gohr einen verdächtigen Gegenstand. Die Polizei spricht von Sabotage.

Die Bauweise ist ebenso einfach wie gefährlich. Eine Art Silvesterrakete sollte einen starken leitfähigen Draht über die Hochspannungsleitungen schießen.

Ein Spaziergänger verhindert den dritten Kurzschluss

An der gefundenen Vorrichtung sollen eine Zeitschaltuhr und Kupferdrähte befestigt gewesen sein. Damit hätte der Angriff automatisch ausgelöst werden können.

Sobald der katapultierte Draht die Stromleitungen berührt, entsteht ein Kurzschluss. In Dormagen ging die Konstruktion nicht los. Diesmal blieb alles heil. Gerettet wurde die Anlage offenbar durch keinen Wachmann und keine Alarmanlage. Ein Spaziergänger fand das Gerät rechtzeitig.

In Jänschwalde gelangen bereits zwei Treffer

Am Morgen des 1. September hatten Täter bei Jänschwalde in Brandenburg mehr als ein Dutzend selbst gebaute Flugkörper auf Höchstspannungsleitungen gerichtet. Mindestens zwei davon trafen ihr Ziel. Leitfähiges Material legte sich über die Stromleitungen und verursachte Kurzschlüsse.

Ein Block des Kraftwerks Jänschwalde fiel zeitweise aus. Ein großer Stromausfall blieb den Menschen erspart. Das Netz hielt stand. Diesmal noch. Nur wenige Stunden später folgte Bergheim-Rheidt in Nordrhein-Westfalen. Auch dort standen Abschussvorrichtungen in einem Feld. Drähte flogen auf die Leitungen und lösten einen Kurzschluss aus.

RWE musste fünf Kraftwerksblöcke mit zusammen 4.200 Megawatt Leistung vom Netz nehmen. Beim Bürger flackerte kaum eine Lampe. Hinter den Kulissen verschwanden jedoch vier große Kraftwerksblöcke und mehr als vier Gigawatt Leistung.

Der mutmaßliche Täter unterschreibt mit seinem Namen

Inzwischen sind zwei Bekennerschreiben aufgetaucht. Eines ging bei der „taz“ ein. Darin beschreibt der Absender die selbst gebauten Raketen und erklärt seinen Kampf gegen die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen. Der Brief wurde in Nordrhein-Westfalen aufgegeben.

Ein weiteres Schreiben soll mit einem Namen unterschrieben worden sein. Die Polizei sucht nach einem Mann aus dem Raum Gevelsberg. Der Verfasser soll noch weitere mögliche Tatorte genannt haben. Deshalb suchen Ermittler nun auch an anderen Umspannwerken nach solchen Vorrichtungen. Die Echtheit der Schreiben wird geprüft. Doch aus zwei Anschlägen ist bereits eine Serie geworden.

Deutschland gibt Milliarden für die Energiewende aus. Umspannwerke verteilen den Strom ganzer Kraftwerke über weite Regionen. Trotzdem stehen viele dieser Anlagen hinter einem Maschendrahtzaun auf freiem Feld.

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