Bundeswehr-Soldaten: Zwangsweise Nachschub schonmal sichern (Foto:Shutterstock)
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Kriegsgeile Bundesregierung verschickt schonmal Musterungsbriefe – fast ein Jahr vor frühestem Musterungsbeginn

Diese Bundesregierung belügt das Volk wirklich auf ausnahmslos allen Ebenen. Schon Schüler erhalten inzwischen Musterungsbriefe, obwohl die verpflichtende Musterung erst am 1. Juli 2027 beginnen soll. Seit Beginn diesen Jahres zwingt man alle 18-Jährigen zum Ausfüllen eines Fragebogens über Motivation und Eignung für die Bundeswehr – zumindest die Männer, Frauen können es sich aussuchen. Der Schüler Golo Kirsch wurde aufgefordert, sich am 31. August um sieben Uhr morgens im Karrierecenter Kiel zur Musterung einzufinden. Bei einer telefonischen Rückfrage teilte man ihm mit, es sei nicht schlimm, wenn er dieses Jahr nicht komme, und auch nächstes Jahr dürfe er zweimal nicht kommen. Aber dann würde irgendwann die Polizei vor seiner Tür stehen. Dabei hatte er nicht einmal angegeben, Interesse an der Bundeswehr zu haben. Zunächst sollten aber erst einmal diejenigen gemustert werden, die grundsätzlich zum Wehrdienst bereit sind – und auch das erst in einem knappen Jahr.

Gegenüber der „Berliner Zeitung“ erklärte das Verteidigungsministerium, die Musterungspflicht bestehe ab Jahrgang 2008 bereits seit Inkrafttreten des Gesetzes. Das eigentliche Problem sei die fehlende Infrastruktur, da mit der Aussetzung der Wehrpflicht 2011 die Kreiswehrersatzämter weggefallen seien. Kapazitäten für die Musterung eines gesamten Jahrgangs stünden voraussichtlich erst Mitte 2027 bereit. Bis dahin übernähmen die bestehenden Karrierecenter der Bundeswehr die Musterung. Die bereits erfolgten Ladungen zur Musterung seien „mithin gesetzlich legitimiert“.

Altbekannte Mischung aus Lügen und Unklarheiten

Weiter hieß es, es würden „zunächst Personen berücksichtigt, die innerhalb der Bereitschaftserklärung ihr Interesse an einer Wehrdienstleistung bekundet haben“. Erst danach kämen im Rahmen freier Kapazitäten weitere Teile des Jahrgangs hinzu, die kein Interesse geäußert hätten. Laut Angaben eines anderen Schülers wurde ihm im Karrierecenter jedoch mitgeteilt, derzeit würden explizit nur jene gemustert, die im Fragebogen kein Interesse angegeben hätten – damit im kommenden Jahr nicht der ganze Jahrgang auf einmal geladen werden müsse.

Es ist also die altbekannte und allgegenwärtige Mischung aus Lügen, Unklarheiten und bürokratischem Chaos, bei dem die eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Immerhin hält sich die Bereitschaft, sich für dieses bis ins Mark zugrunde gerichtete Land, das keine Nation mehr sein will, auf dem Schlachtfeld verheizen zu lassen, in Grenzen. Laut dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gingen in diesem Jahr bis Ende Juli bereits 8.302 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung ein. 2025 waren es insgesamt 3.879. Die Bundesregierung findet also nur schwer Personal für ihren Kriegswahn, mit dem sie von ihrem Totalversagen ablenken will. Zumindest hier sind weite Teile der Jugend nicht so dumm, sich für diese Mischpoke auch noch zur Schlachtbank führen zu lassen. (TPL)

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