Ständige Neubildung von Kohlenwasserstoffen, also auch Erdöl und Erdgas, in der Erdkruste? (Foto:ScreenshotYoutube)
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Sind fossile Energieträger wirklich nur fossil?

Die Frage, ob fossile Energieträger tatsächlich nur fossil sind, oder ob noch andere Quellen dafür in Betracht kommen, kratzt an einer vermeintlich unumstößlichen gängigen Lehrmeinung. Dennoch lohnt es sich, einmal ganz vorsichtig an der Oberfläche zu kratzen.

Am 8. Januar 2024 fand vermutlich die größte Protestaktion in der Bundesrepublik Deutschland gegen die mittlerweile unerträglichen Zustände im Land (auf so ziemlich jedem Politikfeld) statt. Nicht nur die Bauern gingen auf die Straße. Im “Focus” konnte man zum Beispiel lesen: “In Göttingen zeigt sich, dass der Bauernprotest auch den Mittelstand erreicht hat. Fast die Hälfte der Teilnehmer sind keine Bauern.” Nicht nur das: In den sozialen Medien machten auch Fotos von Tankstellen die Runde, welche die Preise ohne Steuern und Klima-Abgaben zu ihren realen Preisen auf ihren Anzeigetafeln darstellen (schade nur, dass man nicht zu diesen Preisen tanken konnte!):

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(Screenshot:Netzfund)

Erdöl und Erdgas, kohlenstoffbasierte Energieträger, sind fraglos die wichtigsten „fossilen“ Rohstoffe der modernen Industriegesellschaft. Erdöl spielt eine Schlüsselrolle bei der Produktion von Treibstoffen, bei Heizungen, bei der Erzeugung von Elektrizität sowie für die chemische Industrie. Für viele Farben, Lacke, Kunststoffe, Reinigungsmittel, Kleidungsstücke, Medikamente und Kosmetika bildet Erdöl die Basis. Die gängige Lehrmeinung hinsichtlich der Entstehungsgeschichte von Erdöl geht in aller Kürze gemäß dem Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e. V. so: Die Entstehung des natürlichen Energieträgers begann vor Urzeiten der Erdgeschichte: organisches Material abgestorbener Lebewesen sinkt auf den Meeresgrund. Von Sedimenten überlagert, unter steigenden Temperaturen und Drücken sowie unter Sauerstoffmangel bilden sich über Jahrmillionen im Muttergestein Erdöl-Kohlenwasserstoffe – ein komplexer biologischer, chemischer und physikalischer Prozess.

Soweit, so bekannt. Dieser Entstehungsprozess ist eine Tatsache. Doch das ist möglicherweise nur ein Teil der Wahrheit. Zunächst einmal: Was bedeutet eigentlich “fossil”? Erdöl entsteht nach gängiger Lehrmeinung im Zusammenspiel von erhöhten Temperaturen (aber nicht zu hoher) und erhöhtem Druck, wie er in der Tiefe der Erde herrscht. Bei hinreichender Verweildauer wird dafür gesorgt, dass die unteren Ablagerungen von begrabenen biologischen Resten von Erdmaterial ganz allmählich umgewandelt werden. Deshalb bezeichnet man Erdöl auch als fossilen Brennstoff, der dementsprechend nur begrenzt vorrätig sein soll. Schöne Grüße an dieser Stelle an den Club of Rome. Im Jahr 1999 veröffentlichte die Physik-Koryphäe  Dr. Thomas Gold (1920 – 2004) sein Buch “Biosphäre der heißen Tiefe – der Mythos der fossilen Energieträger”.

Ist das meiste Erdgas und Erdöl abiogen und viel älter?

Der aus Wien stammende Thomas Gold studierte Physik in Cambridge und wirkte später als Astronomie-Professor an der University Harvard  in den USA. Sein Buch stellt eine Reihe von kontroversen und erstaunlichen Theorien auf: Erstens beschreibt er darin, dass sich unter der Erdoberfläche eine weitere eigene Biosphäre befindet, die eine größere Masse und ein größeres Volumen besitzt als die Biosphäre der Erdoberfläche, also die Gesamtheit der Lebewesen auf den Kontinenten und in den Ozeanen unseres Planeten. Zweitens handelt es sich bei den Bewohner dieser unterirdischen Biosphäre nicht um keine Pflanzen oder Tiere, sondern um wärmeliebende Bakterien, die sich ausschließlich von Kohlenwasserstoffen ernähren, also vor allem von Erdgas und Erdöl. Und drittens – und hier ist Golds Buch vermutlich dann am “ketzerischsten” – vertritt er die verblüffende Idee, dass die meisten Kohlenwasserstoffe auf der Erde nicht das Nebenprodukt biologischer Abfälle (“fossile Brennstoffe”) sind, sondern ein Bestandteil jener Materie, aus der die Erde vor Milliarden von Jahren entstand.

Gibt es außer Prof. Dr. Thomas Gold noch andere Quellen, die seine Sichtweise stützen? Die Antwort lautet ja. Auch der Bestsellerautor Hans-Joachim Zillmer hat in seinem Buch “Der Energie-Irrtum: Warum Erdgas und Erdöl unerschöpflich sind“, wenn auch populärwissenschaftlicher, argumentiert. Der Bestsellerautor wurde im Jahre 1950 geboren, zweiter Bildungsweg, Diplom-Ingenieur für Bauwesen, Studium Gesamthochschule Wuppertal (Abschluss 1973) und TU Berlin (Abschluss 1977), Hochbegabten-Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung, 1990-1999 Vorstandsmitglied der Bauinnung Solingen, gründete 1973 ein Ingenieurbüro für Statik und Bauwesen, Beratender Bauingenieur, Mitglied der Ingenieurkammer Bau, gründete 1973 das Ingenieurbüro für Bauwesen (Statik) und 1977 die Bauunternehmung Zillmer-Bau GmbH (bis 1998, bis zu 50 gewerbliche Mitarbeiter) sowie 1987 die Bauträgerfirma „Dr. H. J. Zillmer Wohnbau GmbH“ mit Standorten in Berlin und Solingen, deren alleiniger Geschäftsführer er bis 2005 war.

Korrelation auch mit Meteroriteneinschlägen

In Zillmers Buch erfährt man, dass Kohlenwasserstoffe bei Temperaturen und Luftdrücken nahe der Erdoberfläche in fester (Kohle), flüssiger (Erdöl) und gasförmiger (Erdgas, mit Methan als größtem Anteil) auftreten können und die Wissenschaftler der westlichen Welt sich daher darüber einig sind, dass die Herkunft des Erdöls geklärt sei; eine Selbstgewissheit, die dem Umstand widerspricht, dass laut Zillmer die nachgewiesenen Reserven Jahr zu Jahr nicht geringer werden. Unabhängig von Thomas Gold legte Zillmer in seinem Buch „Darwins Irrtum“ dar, dass Erdölvorkommen in Gebieten gefunden werden können, wo Meteoriten in die Erdkruste einschlugen Diese Beobachtung drängte sich nach seinem Studium von Kratern und Erdölfeldern auf. Die von ihm beobachtete Verteilung von Erdölvorkommen lässt sich mit dem Aufstieg der Kohlenwasserstoffe problemlos erklären, denn durch Einschläge von Himmelskörpern entstehen Risse in der Erdkruste, durch die Kohlenwasserstoffe ohne größeren Widerstand, also ohne schichtweisen Pumpvorgang nach oben Richtung Erdoberfläche aufsteigen können.

Zillmer beschrieb, dass ihn der renommierte Astronom Prof. Dr. Wolfgang Kundt nach Erscheinen seines Buchs gemeldet und gefragt habe, ob er seine Erkenntnise von Prof. Thomas Gold übernommen hätte, dessen Bücher er aber damals noch nicht kannte. Gold gilt heutzutage als der moderne Vertreter der Theorie von der abiogenen Entstehung des Erdöls, und er vermutete, auch unter Bezugnahme auf die Forschungen russischer Wissenschaftler, dass große Mengen von Kohlenwasserstoffen seit Entstehung der Erde vor 4,3 Milliarden von Jahren in großen Tiefen vorhanden sind und beständig nach oben strömen; die durch Fossilierung organischen Materials entstandenen Kohlenstoffverbindungen hingegen, die nur Dutzende bis hunderte Millionen Jahre alt sind, sollen nur einen geringen Teil ausmachen Demzufolge befinden sich fast unerschöpfliche Erdgas- und Erdöllagerstätten in der Tiefe der Erde.

Seriös oder halb- und unwissenschaftlich?

Ob man dieser These nun wirklich Glauben schenkt oder sie ins Reich der Halbwissenschaft, phantastischen Spekulationen oder gar Verschwörungstheorien verweist, sei jedem Leser selbst überlassen; dennoch sind sie lesenswert und erörterungswürdig. Es sei an dieser Stelle nochmals an obige Foto der Spritpreise, wie sie ohne Steuern aussehen würden in der Einleitung verwiesen: Denn wenn dies alles zutreffend ist, wären natürlich nochmals deutlich geringere Preise für Diesel und Benzin möglich. Ohne Steuern, versteht sich.

Doch auch in Hauptstrommedien konnte der geneigte Zuschauer zur richtigen Zeit vorm TV etwas lernen, denn selbst beim öffentlich- Rundfink war vor 16 Jahren das Thema ein Bericht wer: In der 3SAT-Doku „Öl und doch kein Ende“ aus der Reihe „Hitec“ vom 15.3.2010 konnte jeder interessierte Zuschauer Näheres über sich erstaunlicherweise wieder von selbst füllende Erdöl-Lagerstätten erfahren. Ab Minute 21 wird ein besonders spannender Aspekt beleuchtet, nämlich die Tatsache, dass sich erschöpfte Erdölfelder (Anmerkung: Das Ölfeld in Romashkino – Näheres siehe hier – in der Republik Tatarstan ging 1948 in Betrieb und sollte schon längst ausgeschöpft sein, aber es liefert immer noch Öl!) nach einer gewissen Zeit wieder auffüllen – was letztlich eine abiogene Entstehung von Erdöl und die Theorie der Biosphäre der heißen Tiefe belegen würde. Und als weitere Quelle hinsichtlich der Unerschöpflichkeit von Erdöl und Erdgas sei abschließend noch auf den Architekten Konrad Fischer (1955 – 2018) aufmerksam gemacht: Dieser erklärt in In einem 2016 veröffentlichten Video auf der Internetplattform Youtube ruhig und besonnen die Tatsache, dass Öl und Gas allem Anschein nach tatsächlich unerschöpflich sind. Das Video ist nicht leicht zu finden, daher ist es hier nachfolgend eingebettet:

 

Schlagen wir zum Schluss nun noch einmal den Bogen zu den Spritpreisen ohne Steuern, die Eingangs in diesem Beitrag zu sehen waren: Es stellt sich tatsächlich die Frage, mit welchen niedrigen Preisen für Benzin und Diesel wir eigentlich rechnen könnten und müssten, sollte sich bewahrheiten, dass Öl und Gas unerschöpflich sind und dass ihre Endlichkeit zwecks künstlicher Verknappung Teil einer praktisch die gesamte industrielle Ära begleitenden Strategie von Staaten und Großkonzernen sind. Je mehr man sich mit diesem Themenkomplex beschäftigt, desto mehr drängen sich jedenfalls unbequeme und delikate Fragen auf. (JS)

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