Stempeln gehen statt Privilegien: Für die Hälfte aller CDU-Abgeordneten in Sachsen-Anhalt nun wohl bald Realität... (Symbolbild:KI)
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Sachsen-Anhalt: CDU-Abgeordnete mit Personal ab zum Jobcenter

Die CDU Sachsen-Anhalt darf künftig nur noch 15 statt bisher 40 Abgeordnete in den Magdeburger Landtag entsenden. Mindestens 25 Abgeordnete verlieren ihren Job. Doch an ihnen hängen auch unzählige Referenten und Sachbearbeiter: ebenfalls arbeitslos. Nun brauchen alle eine Anschlussverwendung.

Ein Schreiner kann zu einer anderen Schreinerei wechseln. Ein CDU-Mitarbeiter hat es schwerer. Bei den Grünen müsste er erklären, weshalb er deren Politik gestern bekämpfte und sie morgen gegen Bezahlung vertreten möchte. Bei der Linkspartei wäre eine politische Komplettsanierung nötig. Bei der SPD stehen bereits genügend eigene Genossen auf dem Flur.

Anschlussverwendung dringend gesucht

Auch bei der AfD wird es schwierig. Wer jahrelang an der Brandmauer mitgebaut hat, kann nun schlecht anklopfen und um Einlass bitten. Außerdem warten dort eigene Parteifreunde. Sie haben Plakate aufgehängt, Kugelschreiber verteilt und lange darauf gehofft, dass aus ihrer Überzeugung eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wird.

Der CDU-Bewerber müsste sich hinten anstellen. Ganz hinten. Manche werden sich beim Jobcenter in Magdeburg in die Reihe stellen müssen. Dort fragt der Sachbearbeiter nach ihren Fähigkeiten. sie können Sitzungen vorbereiten, Sitzungen begleiten und anschließend Protokolle über Sitzungen schreiben. Vielleicht findet sich dafür noch eine Anschlussverwendung. Beim Jobcenter selbst.

Wenn die Kunden CDU-Aktien nicht mehr kaufen…

Man stelle sich einen Betrieb vor, der 62,5 Prozent seiner Arbeitsplätze abbauen muss, weil die Kunden sein Produkt nicht mehr kaufen. Banken würden ihre Kredite prüfen, Lieferanten nur noch gegen Vorkasse liefern und Investoren einen dringenden Termin anderswo entdecken.

Bei der CDU heißt derselbe Vorgang Wahlniederlage. Wichtig: Der Wähler hat nicht nur über ein Parteiprogramm entschieden. Er hat in die Karriere und Lebensplanung zahlreicher Menschen eingegriffen. Mancher hatte die nächsten fünf Berufsjahre bereits fest eingeplant. Das Büro war warm, das Einkommen sicher und der nächste Aktenordner schon beschriftet.

An den Abgeordneten hängen 25,7 Millionen Euro

Jeder verlorene CDU-Abgeordnetenplatz war mit erheblichen Zahlungen verbunden. Über fünf Jahre hätten die 25 Abgeordneten zusammen rund 13,7 Millionen Euro an Entschädigungen erhalten. Für ihre Mitarbeiter standen weitere 8,5 Millionen Euro bereit. Hinzu kamen etwa 3,6 Millionen Euro an Kostenpauschalen, unter anderem für die Arbeit in den Wahlkreisen. Zusammen hängen an den 25 verlorenen CDU-Plätzen rund 25,7 Millionen Euro.

Dieses Geld wird nicht vollständig eingespart. Es fließt künftig an Abgeordnete und Mitarbeiter der siegreichen AfD. Für den bisherigen CDU-Betrieb ist es dennoch weg, es hat jetzt ein anderer. Ein Abgeordneter geht selten allein, er zieht eine kleine Karawane hinter sich her.

Ist die politische Insolvenz eigentlich schon angemeldet?

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